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Der Sommer naht: Zur Vorbereitung auf die neue Saison gehört neben dem Schlagtraining auch Klarheit über Ziele. | © golfsupport.nl/Carl Fourie

Bereit für den Saisonstart: Zehn Fragen für Klarheit im Spiel

Es dauert nur noch wenige Wochen bis zum Start der neuen Golfsaison. Die offizielle Eröffnung der neuen Spielzeit ist längst in den Clubs terminiert, auch die Turnierpläne sind weitestgehend bekannt. Damit auch die Vorsätze der vielen Amateure – mehr Konstanz, besseres Handicap, weniger Frust. Meistens gleichen sich die Ziele Jahr für Jahr, aber oft auch die Entwicklung von einer hohen Motivation im Frühjahr, über die Ernüchterung im Sommer, bis zur Ratlosigkeit im Herbst. PGA Golf Professional Fabian Bünker kennt dieses Phänomen aus unzähligen Gesprächen. „Viele Golfer und Golferinnen erleben jede Saison immer wieder dasselbe, nach dem Motto: Täglich grüßt das Murmeltier“, sagt er im Video (s.u.). Seine Empfehlung: der folgende Zehn-Fragen-Check für mehr innere Klarheit. 

1. Welches Saisonziel verfolgen Sie – und wo wollen Sie in drei oder fünf Jahren stehen?

Nicht nur das Handicap für dieses Jahr zählt. Wer langfristig denkt, bewertet kurzfristige Schwankungen anders. Entscheidend ist die Verbindung von Ergebnis- und Prozesszielen. „Handicap 18 ist ein super Ziel, aber was ist dein Plan?“ fragt Bünker. Ohne konkrete Schritte bleibt das Ziel bloß ein Wunschdenken.

2. Wo stehen Sie technisch – ganz ehrlich?

Hier geht es nicht um Bauchgefühl, sondern um Analyse. Was sind Ihre Stärken? Wo verlieren Sie regelmäßig Schläge? Wer diese Frage schriftlich beantwortet, schafft Klarheit – und vermeidet Selbsttäuschung.

3. Was hat in der vergangenen Saison funktioniert?

Bevor Schwächen analysiert werden, sollten Erfolge sichtbar gemacht werden. Welche Schläge, welche Strategien, welche Trainingsformen haben Wirkung gezeigt? Positive Muster verdienen Aufmerksamkeit – sie sind die Basis für Weiterentwicklung.

4. Was hat nicht funktioniert?

Ob Pitches aus 40 Metern, Drives unter Druck oder Putts unter zwei Metern: Wer seine Schwächen kennt, kann gezielter handeln – im Training oder im Course Management. Manchmal besteht auch die Möglichkeit, bestimmte Situationen vorübergehend strategisch zu meiden.

5. Welche technischen Aspekte möchten Sie verbessern?

Viele Amateure arbeiten an zu vielen Baustellen gleichzeitig. Bünker rät zur Priorisierung: „Maximal zwei Dinge. Zu mehr sind wir sowieso nicht in der Lage“, erklärt er. Ein klarer Fokus ist zielführender als zu viel Aktionismus. Der Vorteil: Auch der Trainingsalltag wird dadurch einfacher. 

6. Wie viel Zeit können und wollen Sie realistisch investieren?

Zwischen Wunsch und Realität liegen oft Familie, Beruf und andere Verpflichtungen. Wer seine Kapazitäten für das Training überschätzt, läuft Gefahr, am Ende frustriert zu sein. Planen Sie also realistisch. 

7. Welche mentale Herausforderung hat Sie in der letzten Saison am meisten Energie gekostet?

Nervosität am ersten Abschlag? Ärger nach verpatzten Schlägen? Konzentrationsprobleme auf den letzten Bahnen? Mentale „Painpoints“ kosten oft mehr Schläge als technische Defizite. Sie bewusst zu benennen, ist der erste Schritt zur Veränderung.

8. Welche Situation möchten Sie dieses Jahr souveräner meistern?

Konkrete Szenarien helfen mehr als allgemeine Vorsätze. Der Schlag übers Wasser, der kurze Putt zum Par, der Drive vor Publikum – wer sich gezielt auf solche Momente vorbereitet, erhöht seine Handlungsfähigkeit im Wettkampf.

9. Welche Routinen werden Sie etablieren?

„Konstanz entsteht durch Wiederholungen“, sagt Bünker. Das bedeutet: Ob feste Trainingsabfolge, klare Pre-Shot-Routine oder strukturierte Turniervorbereitung – entwickeln Sie Ihre persönlichen Routinen, denn dadurch entsteht Stabilität.

10. Haben Sie einen konkreten Plan – oder nur Ziele?

Die vielleicht wichtigste Frage zum Schluss. Ein Ziel ohne Plan bleibt ein Wunsch. Ein Plan hingegen verbindet Prioritäten, Zeitbudget und Messbarkeit. Fortschritte werden erst greifbar, wenn sie überprüfbar sind – etwa durch professionelle Rundenanalysen.

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