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Strahlende Siegerin: Helena Baraka gewinnt in den Niederlanden ihren bislang größten Titel | © Jarrikbijsterbosch

Baraka siegt in den Niederlanden

Molenschot/Niederlande – Zwischen Breda und Tilburg wurde auf dem traditionsreichen Platz des GC Toxandria eines der renommiertesten Jugendturniere im europäischen Golfkalender ausgetragen. Bei den Mädchen setzte sich Helena Baraka als dritte deutsche Siegerin in der Geschichte der Dutch Junior Open durch.
 

Die 14-Jährige, die im Vorjahr mit dem Titel bei der Deutschen Meisterschaft der Altersklasse 14 ihren bis dahin größten Erfolg gefeiert hatte, behauptete sich in den Niederlanden gegen zahlreiche deutlich erfahrenere Spielerinnen. Nach vier anspruchsvollen Runden lag Baraka als einzige Athletin des Feldes unter Par und durfte sich über den ersten internationalen Sieg ihrer noch jungen Karriere freuen.
 

Die Bayerin hatte in jenem Club mit dem Golfspielen begonnen, in dem in zwei Wochen das Final Four der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf ausgetragen wird. Inzwischen spielt sie für den GC St. Leon-Rot und wird im Junior Team Germany gefördert.

Verhaltener Auftakt

Baraka startete mit einer 75 (+3) in das Turnier. Auf der ersten Runde gelang ihr noch kein Birdie. Dennoch blieb sie auf dem engen und anspruchsvollen Waldplatz in Schlagdistanz zu den vorderen Positionen.
 

Am zweiten Wettkampftag nahm ihr Turnier Fahrt auf. Fünf Birdies standen auf der Scorekarte, und nach 17 Löchern lag die Spielerin des Junior Team Germany bei drei unter Par. Erst ein Doppelbogey auf dem Schlussloch ließ den Tagesscore noch auf 71 (-1) Schläge anwachsen. Mit dieser deutlichen Steigerung kletterte Baraka auf den sechsten Platz und brachte sich in eine gute Ausgangslage für die zweite Turnierhälfte.
 

Noch stärker präsentierte sich die 14-Jährige in der dritten Runde. Sechs Birdies, davon vier auf den letzten fünf Löchern, sorgten für eine 70 (-2). Mit diesem starken Finish übernahm Baraka vor dem Finaltag die Führung.

Nervenstark im Finale

In der Schlussrunde ließen die Verfolgerinnen früh Schläge liegen. Dennoch konnte Baraka, die in den Niederlanden von SLR-Coach Niels Kraaij betreut wurde, erst spät aufatmen. Bei kräftigem Wind und anspruchsvollen Fahnenpositionen fand sie zunächst nur schwer in die Runde.
 

Nach zwei Bogeys lag die Führende auf den ersten 13 Löchern zwei über Par. Das erste Birdie wollte erst auf Bahn 14 fallen. Dieser Schlaggewinn wirkte jedoch wie eine Befreiung. Auf den verbleibenden Bahnen legte Baraka drei weitere Birdies nach und drehte ihre Finalrunde noch zu einer starken 71 (-1).
 

Mit Runden von 75, 71, 70 und 71 Schlägen beendete sie das Turnier bei insgesamt einem Schlag unter Par. Helena Baraka war nach dem bislang größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere überglücklich: „Es war wirklich eine Megawoche für mich. Ich bin in dieses Turnier mit null Erwartungen gegangen. Sebastian Buhl hatte mit mir vorher besprochen, dass ich dort meine Erfahrungen sammle, Dinge ausprobiere und dort einfach Sachen für die Zukunft, für die weiteren Turniere mitnehmen soll. Nach der ersten Runde war ich drei über Par. Das war eine solide Runde für mich, weil es ein sehr schwerer und enger Golfplatz ist. Wenn du dort die Fairways oder die Grüns nicht triffst, dann hast du sehr schwere Bedingungen. Deswegen war ich mit der ‚drei über‘ echt zufrieden. Am nächsten Tag lief es besser für mich. Schade war das Doppelbogey auf der 18. Ich bin auf den sechsten Platz geklettert, und dann war schon klar, dass ich doch ganz vorne mitspielen kann. Am dritten Tag ging es für mich weiter darum, meine Erfahrungen zu sammeln und die Sachen gut umzusetzen, die ich kontrollieren kann. Mit der zwei unter Par war ich sehr happy. Nach der Runde habe ich gesehen, dass ich auf Platz eins stehe. Da war ich sehr happy, aber auch sehr überrascht. Für mich war dann klar, dass ich am Finaltag alles genauso weitermache, wie ich das die letzten Tage bisher gemacht habe. Ich war natürlich sehr nervös, weil das mein erstes Turnier war, bei dem ich international vorne dabei war. Ich habe mir vor der Runde Dinge aufgeschrieben und in mein Birdiebook gesteckt, habe versucht, bei mir zu bleiben, und das hat dann auch sehr gut funktioniert. Die ersten neun Loch waren relativ schwierig für mich, dort in die Runde reinzukommen. Es war sehr windig, und die Pin-Positionen waren sehr schwer gesteckt. Zum Ende hin habe ich noch mal Gas gegeben und wollte dann noch ein paar Birdies machen. Die 18 bin ich mit vier Schlägen Vorsprung runtergelaufen. Da war ich schon echt happy, aber ich wusste, dass ich das jetzt noch gut zu Ende bringen muss. Ich habe einen sehr schönen Approach aus 91 Metern gemacht, habe den Ball auf rund einen Meter an den Stock gehauen. Ich stand hinter diesem Putt, habe einmal tief durchgeatmet und dachte mir, dass ich den jetzt gut mache, gut rollen lasse, und dann war ich total happy. Es war pure Erleichterung für mich, weil es mein erster internationaler Sieg ist. Das ganze Team hat mit mir gefeiert und sich mit mir gefreut. Das war wirklich sehr schön. Es war eine Megawoche für mich, und ich habe sehr viel gelernt.“

Besondere Verbindung

Auch Bundestrainerin Esther Poburski freute sich über den Erfolg der Spielerin ihres Kaders. Für die heutige Bundestrainerin Frauen/Nachwuchs ist das Turnier mit einer besonderen persönlichen Erinnerung verbunden: „Cool, dass Helena dieses Turnier gewonnen hat. Darüber freue ich mich wahnsinnig! Das ist ein tolles Turnier auf einem richtig tollen Golfplatz! Ich finde es immer gut, wenn die Spielerinnen in ihrer Altersklasse bei Turnieren mitspielen und gute Ergebnisse erzielen. Helena ist noch so jung, dass sie dieses Turnier noch einige Male mitspielen kann.“
 

Baraka ist die dritte deutsche Siegerin der Dutch Junior Open. Esther Poburski hatte das Turnier bereits 1989 gewonnen und damals als Siegespräsent einen rosa Bademantel erhalten. Im Jahr 2008 trug sich Saskia Hausladen in die Siegerliste ein. Helena Baraka wurde für ihren Erfolg mit einem Green Jacket ausgezeichnet.

Weitere Platzierungen

Neben der Siegerin überzeugten weitere deutsche Spielerinnen. Lorena Guth, ebenfalls vom GC St. Leon-Rot, brachte Runden von 73, 69, 76 und 76 Schlägen in die Wertung und belegte den geteilten dritten Platz.
Maya Burmann spielte an den ersten drei Tagen jeweils eine 73. Nach einer 77 in der Finalrunde beendete sie das Turnier auf Rang sieben.
Emilia Schneider, ein weiteres Talent aus der SLR Academy, war vom zweiten Platz in die Schlussrunde gestartet. Nach einigen höheren Zahlen auf der Scorekarte fiel sie jedoch früh zurück und musste sich am Ende mit dem zehnten Rang begnügen. Insgesamt schafften es sieben weitere deutsche Spielerinnen in den Cut.
 

Bei den Jungen war Niklas Rehmann vom GC Dresden Ullersdorf der beste Deutsche. Mit Runden von 74, 72, 72 und 69 Schlägen belegte er den 15. Platz. Insgesamt hatten fünf deutsche Spieler den Sprung in die beiden Finalrunden geschafft.

Traditionsreiches Turnier

Die Dutch Junior Open sind das wichtigste internationale Jugendturnier in den Niederlanden. Das Turnier wird seit 1984 ausgetragen und wird über 72 Löcher gespielt. Jährlich treten auf dem Platz des GC Toxandria rund 120 Talente aus zahlreichen Nationen an.

Der traditionsreiche Club zwischen Breda und Tilburg wurde 1928 gegründet. Ein Jahr später wurde der Waldplatz zunächst mit neun Löchern eröffnet. 1937 erfolgte die Erweiterung auf 18 Bahnen. Der klassische, auf sandigem und leicht hügeligem Gelände angelegte Platz wurde nach den ursprünglichen Entwürfen von J. F. Morrison und Harry S. Colt restauriert.
Toxandria war 1950 Schauplatz der ersten Dutch Open. Den Titel gewann damals der Argentinier Roberto De Vicenzo, der 17 Jahre später auch bei der British Open triumphierte. Seit 1984 sind die Dutch Junior Open ein fester Bestandteil der Clubgeschichte und für zahlreiche Nachwuchstalente ein wichtiges Sprungbrett auf dem Weg in den internationalen Spitzengolfsport.


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