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Ein Fehler im Bunker mit teuren Folgen: David Puig in Dubai. | © 2026 Anadolu

Aufgesetzt: Seltenes Missgeschick kostet richtig Geld

Ein Moment der Unachtsamkeit ist David Puig teuer zu stehen gekommen. Der 24-jährige Spanier, der für das LIV-Golf-Team Fireballs spielt, lag nach der 17. Bahn bei der Hero Dubai Desert Classic sogar auf Tuchfühlung mit dem zweiten Platz. Nach einem soliden Par auf der 18. Bahn (Par 5) dachte Puig, er habe sich zumindest den geteilten dritten Platz gesichert. Doch dann folgte die böse Überraschung.

 

Der Grund: Puig hatte versehentlich den Schläger im Bunker aufgesetzt, bevor er seinen dritten Schlag ausführte. Ein klarer Verstoß gegen Regel 12.2b, wie Referee Graeme Storm nach Sichtung des TV-Materials feststellte. Die Folge: eine Zwei-Schläge-Strafe, die Puigs finale 73 in eine 75 verwandelte und ihn vom dritten auf den geteilten siebten Platz zurückwarf.

Punkte und Preisgeld verloren

Finanziell machte sich der Fehler besonders schmerzhaft bemerkbar. Statt 508.500 Dollar bekam Puig nun nur noch 234.000 Dollar – ein Verlust von rund 275.000 Dollar. Auch wertvolle Weltranglistenpunkte, die ihm helfen könnten, näher an die Top 50 zu rücken, fielen der Panne zum Opfer. Trotz des Rückschlags zeigte sich Puig einsichtig. Er akzeptierte die Strafe, nachdem ihm der Verstoß gezeigt wurde. Für den Spanier geht es nun darum, die Konzentration schnell wiederzufinden, denn die LIV-Golfsaison startet bereits am 4. Februar in Riyadh.

Das sagt DGV-Regelfachmann Dietrich von Garn dazu:

„Die Regeln sind eindeutig: Das Berühren des Sands mit dem Schläger ist vor dem Schlag nicht erlaubt. Also klarer Fall und kurzer Prozess? Für dieses Turnier ja, denn das sind die Regeln – auch noch für die nächsten Turniere.

 

Ich sehe jedoch schon die Diskussionen in den sozialen Medien auf uns zukommen, in denen es heißt, das sei „unfair“, wenn einem Spieler ein Regelverstoß nachgewiesen wird, den er nicht bemerken konnte, und das mithilfe einer Nahaufnahme, die besser heranzoomen kann, als es der Spieler mit seinen Augen jemals könnte. Zudem hat die Kamera den besseren Blickwinkel und kann sehen, was unter dem Schlägerkopf geschieht.

 

Haben wir hier Diskussionsbedarf, ob man für etwas bestraft werden kann, was man nicht wollte und nicht gesehen hat? Ist das der Punkt, an dem man eine Abgrenzung treffen könnte, welche „Regelverstöße” bestraft werden und welche nicht? Sind wir an dem Punkt aus den aktuellen Klarstellungen vom Januar 2026 angelangt, in denen unterschieden wird, was ein Spieler nicht sehen konnte und was er überhaupt nicht sehen konnte? Sind wir in einer Sackgasse?

 

Wie läuft das denn woanders?

 

Wenn ein Autofahrer auf einem Parkplatz versehentlich und ohne es zu merken an ein anderes Auto fährt, ist er dennoch dafür verantwortlich, auch wenn der Unfall nur durch einen Zeugen bekannt wird, der einen besseren Blickwinkel als der Autofahrer hatte.

 

Dann kann das auf der Tour angewandte Prinzip ja nicht so falsch gewesen sein. Es bleibt dennoch ärgerlich.

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