Anerkennung für Wiedemeyer
Für Tim Wiedemeyer war es ein besonderer Moment, auch wenn die Nominierung nicht völlig aus dem Nichts kam. Dass der Athlet der Texas Tech University auf der Watchlist für den Arnold Palmer Cup stand, hatte er schon vorher gewusst. Dennoch war die Freude groß, als feststand, dass Wiedemeyer tatsächlich für das Team International ausgewählt worden war.
„Natürlich habe ich mich riesig über die Nominierung für den Arnold Palmer Cup gefreut“, sagte Wiedemeyer. Die offizielle Vorstellung der Teams lief live im Golf Channel. In einer rund 20-minütigen Sendung wurden beide Mannschaften präsentiert. Team USA und Team International treten gegeneinander an. Jeweils zwölf Frauen und Männer gehören einem Team an.
„Für mich ist das eine riesengroße Ehre und gleichzeitig auch eine Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, ordnete Tim Wiedemeyer, der für den GC St. Leon-Rot spielt, seine Berufung ein.
30. Palmer Cup
Der Arnold Palmer Cup findet 2026 bereits zum 30. Mal statt. Der Wettbewerb ist nach Arnold Palmer benannt und wird im Stil des Ryder Cups ausgetragen. Damit gehört der Palmer Cup zu den wichtigsten Vergleichswettkämpfen im Amateur- und College-Golf. Seit seiner Gründung 1997 wurde er auf großen und geschichtsträchtigen Anlagen ausgetragen, darunter Bay Hill, St. Andrews, Royal Liverpool, Prestwick und Royal Portrush. Erst seit 2003 sind neben Spielern aus Großbritannien und Irland auch College-Golfer anderer Nationen eingebunden. 2018 folgte der nächste große Schritt, als der Wettbewerb auch für Frauen geöffnet wurde.
Historie
Der Blick in die Historie zeigt, welchen Stellenwert die Nominierung hat. Fast 100 ehemalige Teilnehmer haben später Siege auf der PGA Tour, der DP World Tour, der LPGA Tour oder der Ladies European Tour gefeiert. Unter ihnen sind Major-Sieger wie Jon Rahm, Dustin Johnson, Lilia Vu, Collin Morikawa, Justin Thomas, Wyndham Clark, Bryson DeChambeau, Graeme McDowell, Brian Harman, Francesco Molinari, Jennifer Kupcho, Allisen Corpuz, Maja Stark und Rose Zhang. Auch im Ryder Cup, Presidents Cup und Solheim Cup waren zahlreiche frühere Palmer-Cup-Spieler später vertreten.
Auszeichnung für starke Saison
Für Wiedemeyer ist die Nominierung mehr als nur ein schöner Eintrag in der sportlichen Vita. Sie ist die Auszeichnung für eine Saison, in der er bei stark besetzten College-Turnieren immer wieder weit vorne auftauchte. Beim OFCC/Fighting Illini Invitational feierte er den Sieg. Beim Ben Hogan Collegiate Invitational wurde er Sechster. Auch beim Hayt erreichte er Platz sechs. Beim Valspar Collegiate Invitational und bei der Big 12 Men’s Golf Championship landete er jeweils auf Rang sieben. Dazu kamen weitere solide Ergebnisse beim Amer Ari Invitational, beim Mountaineer Invitational und beim Clerico. Beim Pauma Valley Invitational kam der Athlet des Junior Team Germany Wiedemeyer auf Platz 48.
„Vor allem zeigt die Nominierung mir, dass sich die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Marco Schmuck auszahlt“, sieht Tim Wiedemeyer eine Bestätigung für seinen Weg und Lohn der harten Arbeit.
Format
Sportlich wird der Wettbewerb über drei Tage im Matchplay ausgetragen. Gespielt werden Four-Ball, Foursomes und Singles. Für 2026 wurden beim Team International elf der zwölf Spieler pro Geschlecht vom Komitee ausgewählt. Zusätzlich war jeweils ein Platz für die R&A Student Tour Series vorgesehen. Die finalen Plätze wurden als Pick der Trainer vergeben.
Das internationale Team reist mit großer Qualität nach Irland. Neben Tim Wiedemeyer und Connor Graham gehören unter anderem Nguyen Anh Minh aus Vietnam, Daniel Bennett aus Südafrika, Luke Poulter aus England, Zack Swanwick aus Neuseeland, Harry Takis aus Australien und Jack Buchanan aus Südafrika zum Aufgebot der Herren. Bei den Damen stehen unter anderem Vanessa Borovilos aus Kanada, Cayetana Fernández García-Poggio aus Spanien, Paula Francisco aus Spanien, Rianne Malixi von den Philippinen, Maria Jose Marin aus Kolumbien und Patience Rhodes aus England im Team.
Auch das Team der Vereinigten Staaten ist hochklassig besetzt. Unter anderem wurden Kihei Akina, Ryder Cowan, Anna Davis, Wheaton Ennis, Jasmine Koo, Jacob Modleski, Farah O’Keefe, Macy Pate, Kiara Romero, Bailey Shoemaker, Connor Williams und Max Herendeen nominiert. Damit kommt es in Irland erneut zu einem Vergleich zweier Mannschaften, die viele der besten College-Talente der Welt vereinen.
Team International ist Titelverteidiger und gewann den Arnold Palmer Cup 2025 im Congaree Golf Club in Ridgeland, South Carolina, mit 35:25 gegen Team USA. Es war der erste Sieg des internationalen Teams seit 2022 und der erste auf US-amerikanischem Boden seit 2020. Als der Wettbewerb zuletzt in Europa ausgetragen wurde, behielt allerdings Team USA den Cup. 2024 setzte sich die amerikanische Auswahl im Lahinch Golf Club in Irland mit 32,5:27,5 durch. In der Gesamtbilanz führen die Vereinigten Staaten mit 15:13:1.
Palmer statt BIO
Für Wiedemeyer hatte die Entscheidung für den Arnold Palmer Cup allerdings auch eine besondere sportliche Begleitnote. Der Wettbewerb findet zeitgleich mit der BMW International Open in Eichenried statt. Dort hätte der Deutsche ebenfalls sehr gerne gespielt. „Darüber hätte ich mich natürlich ebenfalls sehr gefreut“, kommentierte Wiedemeyer eine Entscheidung, die er eigentlich nicht treffen wollte.
Am Ende fiel die Wahl dennoch auf den Arnold Palmer Cup. Der Grund lag nicht nur im Prestige des Events, sondern auch in seiner möglichen Bedeutung für die nächsten Schritte. Der Arnold Palmer Cup kann direkte Auswirkungen auf das PGA University Ranking haben. Dieses Ranking wiederum ist wichtig für mögliche Startplätze auf einer der amerikanischen Touren im Jahr 2027. Für Wiedemeyer war deshalb klar, dass er die Chance in Irland nutzen wollte.
Frühere Teilnehmer aus Deutschland
Aus deutscher Sicht reiht sich Wiedemeyer mit seiner Nominierung in eine kleine Gruppe ein. Vor ihm waren unter anderem Stephan Gross, Max Rottluff, Hurly Long, Matti Schmid, Leonie Harm, Alexandra Försterling und Aline Krauter beim Arnold Palmer Cup vertreten.






