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Michael Althoff zu Gast im DGV-Podcast "Lange Rede, kurzes Spiel". | © DGV

Althoff: „Die USA sind beim Golf Jahre voraus“

Die Kernaussage ist eindeutig: „In Amerika ist Golf Jahre voraus.“ Für Michael Althoff geht es dabei jedoch nicht nur um die Infrastruktur oder die Größe des Marktes, sondern vor allem um die Denkweise. Während in Deutschland häufig über Mitgliedschaften, Preise und Tradition diskutiert wird, setzen die USA längst auf neue Spielformen, kürzere Plätze und vor allem auf Erlebnis. Konzepte wie Off-Course-Golf – etwa Anlagen wie Topgolf – ermöglichen einen niederschwelligen Einstieg und sprechen Zielgruppen an, die mit klassischem Golf wenig anfangen können. Der entscheidende Unterschied ist zudem, dass in den USA ausprobiert wird. „Try and error“ sei dort gelebte Praxis, während man in Deutschland oft noch zögere, neue Ideen umzusetzen.

 

Althoffs Analyse im Gespräch ist eindeutig: „Hier bei uns in Deutschland wird schlicht sehr viel über Preise und Rabatte diskutiert. Ich glaube, die Anlagen müssen sich noch stärker differenzieren und das Gesamterlebnis in den Vordergrund stellen.“ Gerade Letzteres sei entscheidend. Golf konkurriert heute mit einem riesigen Freizeitangebot. Wer da nicht emotional überzeugt, verliert potenzielle Spieler.

Off-Course-Golf als Schlüssel

Ein zentraler Punkt ist das Thema Off-Course-Golf. Angebote abseits klassischer 18-Loch-Runden wie Driving-Range-Konzepte oder Entertainment-Formate sind laut Althoff der wichtigste Einstieg, um neue Zielgruppen zu erreichen. Der Vorteil dabei ist, dass sofortige Erfolgserlebnisse möglich sind. Es gibt keinen Frust, keine langen Runden und keine Einstiegshürden. Und genau hier sieht er Deutschland im Rückstand: Während Off-Course-Angebote international boomen, wird hierzulande noch zu stark in klassischen Kategorien gedacht.



Althoff sieht auch auf dem Platz selbst Reformbedarf. Viele Anlagen sind für den durchschnittlichen Golfer schlicht zu lang und zu schwierig. Die Folge ist Frust statt Freude. Sein Appell lautet daher: kürzere Bahnen, flexiblere Abschläge und mehr Fokus auf Spielspaß. Projekte zur Platzverkürzung, wie sie der DGV aktuell mit Pilotclubs durchführt, oder alternative Spielformen sind seiner Meinung nach wichtige Schritte, um mehr Menschen dauerhaft für Golf zu begeistern.

Golf mit Hund – ein unterschätzter Faktor

Ein überraschender, aber aufschlussreicher Aspekt ist Althoffs Engagement für „Golf mit Hunden“. Was zunächst wie ein Nischenthema wirkt, zeigt exemplarisch, in welche Richtung sich der Sport verändern muss. Laut Althoff ist für viele Golfer entscheidend, ob sie ihren Hund mit auf die Runde nehmen dürfen. Gerade in touristischen Regionen kann dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Gleichzeitig macht das Beispiel deutlich, dass Golf dadurch noch flexibler, offener und lebensnäher werden kann.

Print lebt – wenn der Inhalt stimmt

Als langjähriger Journalist setzt sich Althoff auch für die klassischen Fachmedien ein. Print sei keineswegs tot, solange die Inhalte relevant sind. Fachmagazine sind nach wie vor zentrale Plattformen für den Austausch und die Entwicklung innerhalb der Branche. Entscheidend ist nicht das Medium, sondern die Qualität der Inhalte.

 

Althoffs Gesamtbild ist differenziert, aber eindeutig: Deutschland hat im Golfsport keine grundlegenden Probleme, sondern strukturelle Herausforderungen. Mehr Offenheit, mehr Experimentierfreude und ein stärkerer Fokus auf das Erlebnis könnten den Sport nachhaltig positiv verändern.

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