Als Vater zur Titelverteidigung
DP World Tour: Austrian Alpine Open
Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith, Österreich, 28. bis 31. Mai
Die Austrian Open der DP World Tour macht diese Woche an einem neuen Austragungsort Halt und bringt gleich mehrere spannende Geschichten mit sich – allen voran die von Nicolai von Dellingshausen. Der Deutsche kehrt als Titelverteidiger zurück. Im vergangenen Jahr hatte er mit einer beeindruckenden Puttleistung seinen ersten Sieg auf der Tour gefeiert. Doch diesmal sind die Vorzeichen andere: Von Dellingshausen ist vor wenigen Monaten Vater geworden und betont, dass sich seine Prioritäten und sein Alltag spürbar verändert haben. Entsprechend geduldig geht er die Titelverteidigung an – ohne Druck, aber mit dem Wissen, dass sich harte Arbeit erneut auszahlen kann.
Neben ihm sorgt vor allem Sepp Straka für Aufmerksamkeit. Der Ryder-Cup-Spieler tritt erstmals seit Jahren wieder bei seinem Heimturnier an und führt ein starkes österreichisches Aufgebot an. Straka hat sich längst auf der PGA Tour etabliert, wartet aber noch auf seinen ersten Sieg auf der DP World Tour. Unterstützung erhält er unter anderem von Bernd Wiesberger, der zuletzt seinen neunten Tourtitel feiern konnte, sowie von Landsleuten wie Matthias Schwab und Lukas Nemecz.
Ein besonderes Augenmerk gilt auch Kipp Popert. Der Weltranglistenerste im Golfsport für Spieler mit Behinderung misst sich diese Woche mit der regulären Tour-Elite und bringt damit eine zusätzliche sportliche Dimension ins Spiel. Insgesamt ist das Teilnehmerfeld hochkarätig besetzt, darunter mehrere Saisonsieger wie Casey Jarvis, der bereits zweimal in diesem Jahr triumphierte.
Erstmals findet die Austragung im Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith statt, der als einer von mittlerweile über 460 Spielorten in die Tourgeschichte eingeht. Der alpine Kurs stellt mit seiner Lage, den oft engen Spielbahnen und den wechselhaften Bedingungen eine besondere Herausforderung dar – nicht zuletzt, weil er noch vor wenigen Wochen teilweise unter Schnee lag.
Neben von Dellingshausen sind mit Yannik Paul, Marcel Siem, Marcel Schneider und Freddy Schott vier weitere deutsche Spieler am Start. Bereits bei der vergangenen Ausgabe in Österreich hatten Siem (T5) und Schneider (T2) im Schatten ihres Landsmanns Top-Ergebnisse erzielt.
Ladies European Tour: Jabra Ladies Open de France
Evian Resort Golf Club, Frankreich, 28. bis 30. Mai
In dieser Woche bildet die Jabra Ladies Open de France den Abschluss einer intensiven Turnierphase auf der Ladies European Tour und zugleich den Beginn eines neuen Kapitels im französischen Damengolf. Erstmals wird das traditionsreiche Turnier dauerhaft im Evian Resort Golf Club ausgetragen, der seit Jahrzehnten Heimat der Amundi Evian Championship ist und zu den bekanntesten Austragungsorten im internationalen Golfsport zählt. Das Turnier, das 2026 sein zehnjähriges Jubiläum feiert, wird über 54 Löcher mit einem Preisgeld von 450.000 Euro ausgespielt.
Ein stark besetztes Feld von 132 Spielerinnen aus 36 Nationen geht an den Start, darunter auch die Titelverteidigerin Sara Kouskova. Die Tschechin feierte hier im vergangenen Jahr ihren ersten Sieg auf der LET und kehrt nun an den Ort ihres Durchbruchs zurück. Ebenfalls im Feld ist Pia Babnik, die 2021 an gleicher Stelle ihren Premierensieg auf der Tour errang.
Die aktuelle Form spricht ebenfalls für ein hochklassiges Turnier: Gleich fünf Siegerinnen der laufenden Saison – Kelsey Bennett, Esme Hamilton, Leonie Harm, Agathe Laisné und Smilla Tarning Sønderby – kämpfen um den nächsten Titel. Dazu kommen drei Gewinnerinnen der Order of Merit: Shannon Tan, Trichat Cheenglab und Georgia Hall. Neben Leonie Harm sind sieben weitere deutsche Spielerinnen am Start. Mit Helen Briem, Laura Fünfstück, Patricia Schmidt, Alexandra Försterling und Chiara Noja haben fünf von ihnen bereits auf der Ladies European Tour gewonnen. Carolin Kauffmann und Celina Sattelkau würden sich dieser Riege nur allzu gerne anschließen.
Neben dem sportlichen Wettbewerb steht auch viel auf dem Spiel: Die Siegerin sichert sich einen Startplatz bei der AIG Womens Open, während eine weitere Top-Ten-Platzierung den Weg zur Amundi Evian Championship ebnen kann. Zudem ist das Turnier entscheidend für das erste Re-Ranking der Saison, bei dem viele Spielerinnen ihre Startkategorie für die kommenden Events verbessern wollen.
PGA Tour: Charles Schwab Challenge
Colonial Country Club, Texas, 28. bis 31. Mai
Die Charles Schwab Challenge ist eine der traditionsreichsten Stationen auf der PGA Tour und wird in diesem Jahr zum 80. Mal im Colonial Country Club ausgetragen. Der Klassiker in Fort Worth ist damit eines der langlebigsten Turniere am selben Austragungsort. Zugleich bietet er die letzte Chance, sich über die Wertungen „Aon Swing 5” und „Aon Next 10” für das Memorial Tournament zu qualifizieren.
Das Teilnehmerfeld ist hochkarätig besetzt. Besonders im Fokus steht Ludvig Åberg, der nach Platz vier bei der PGA Championship mit sechs Top-Ten-Ergebnissen in dieser Saison anreist, die alle in den vergangenen Wochen erzielt wurden. Für den Schweden ist es zugleich das Debüt in Colonial. Insgesamt sieben Spieler aus den Top 20 der Weltrangliste sind am Start, darunter Justin Thomas, Hideki Matsuyama und Robert MacIntyre.
Titelverteidiger Ben Griffin versucht, Historisches zu schaffen: Seit Ben Hogan in den 1950er-Jahren ist es keinem Spieler mehr gelungen, seinen Titel beim Turnier in Colonial erfolgreich zu verteidigen. Im vergangenen Jahr setzte sich Griffin knapp gegen Matti Schmid durch, der damals sein bestes Ergebnis auf der PGA Tour erzielte. Der gebürtige Regensburger gönnt sich diese Woche jedoch eine Pause. Dafür ist Stephan Jäger als einziger Deutscher vertreten und zählt nach mehreren Top-20-Platzierungen in letzter Zeit – darunter bei der PGA Championship vor zwei Wochen – durchaus zu den Top-Favoriten. Vergangene Woche wurde der Münchner geteilter Neunter in Texas.
Mit Alex Smalley reist zudem ein weiterer formstarker Spieler an, der zuletzt bei der PGA Championship bis in die Schlussgruppe vordrang. Auch Namen wie Keegan Bradley, Rickie Fowler und Gary Woodland unterstreichen die Qualität des Teilnehmerfeldes.
Der Platz selbst stellt eine besondere Herausforderung dar. Der Par-70-Kurs wurde vor wenigen Jahren von Gil Hanse umfassend überarbeitet und legt weiterhin großen Wert auf Präzision vom Tee sowie ein strategisches Spiel. Trotz seiner moderaten Länge bleibt das Colonial durch seine engen Spielbahnen und die oft wechselhaften Windbedingungen ein echter Prüfstein.
LPGA Tour: ShopRite LPGA
Seaview Hotel & Golf Club, New Jersey, 29. bis 31. Mai
Die ShopRite LPGA Classic zählt zu den traditionsreichsten Veranstaltungen der LPGA Tour und wird auch 2026 wieder im Seaview Hotel and Golf Club in Galloway ausgetragen. Das Turnier ist eines der wenigen im Kalender, das über nur 54 Löcher gespielt wird.
Titelverteidigerin ist Jennifer Kupcho, die sich im vergangenen Jahr mit einem starken Finish und einem entscheidenden Birdie am 18. Loch durchsetzte. Die Amerikanerin gehört auch dieses Mal zu den Favoritinnen in einem Teilnehmerfeld, das zahlreiche ehemalige Siegerinnen und Major-Champions vereint. Dazu zählen unter anderem Brittany Lincicome, Céline Boutier, Brooke Henderson und Ashleigh Buhai.
Im Fokus steht zudem Charley Hull, die als einzige Spielerin aus den Top Ten der Weltrangliste antritt. Die Engländerin führt ein Feld an, das trotz einiger Abwesenheiten mit internationaler Qualität überzeugt. Mit von der Partie sind auch ehemalige Weltranglistenerste wie Sung Hyun Park und Lilia Vu.
Ein besonderes Augenmerk gilt den Nachwuchsspielerinnen. Mit Brooke Biermann gibt eine vielversprechende College-Spielerin ihr Profi-Debüt auf der LPGA Tour. Das Turnier gilt seit Jahrzehnten als Sprungbrett für große Karrieren – Namen wie Annika Sörenstam oder Lexi Thompson stehen exemplarisch dafür.
Sportlich findet das Event unmittelbar vor der US Womens Open statt und dient vielen Spielerinnen als letzte Formüberprüfung vor dem Major. Esther Henseleit, die einzige deutsche Spielerin, die sich für das anstehende Major im Riviera Country Club qualifiziert hat, ist diese Woche nicht dabei. Dafür treten mit Aline Krauter, Olivia Cowan, Polly Mack und Isi Gabsa vier andere deutsche Titelhoffnungen an.
Weitere Turniere mit deutscher Beteiligung:
Korn Ferry Tour: UNC Health Championship
Raleigh Country Club, North Carolina, 28. bis 31. Mai
Jeremy Paul und Thomas Rosenmüller
HotelPlanner Tour: Challenge de Espana
Isla Canela Links, Spanien, 28. bis 31. Mai
Michael Hirmer, Linus Lang, Christian Bräunig, Philipp Katich, Hurly Long, Tiger Christensen, Maximilian Franck, Marc Hammer und Fabius Will Bradhering
Pro Golf Tour: Sedin Open
Sedin Golf Resort, Slowakei, 27. bis 29. Mai
LIV Golf: Korea
Asiad Country Club, Südkorea, 28. bis 31. Mai
Martin Kaymer und Max Rottluff





