40-Millionen-Showdown in Atlanta
PGA Tour: Tour Championship
East Lake Golf Club, Georgia, 21. bis 24. August
Die WM findet in Deutschland statt, Twitter geht online und Daniel Craig lockt mit seinem ersten Bond-Film Action-Fans in die Kinos. Warum die Zeitreise ins Jahr 2006? Nun, es war das letzte Jahr, in dem die Tour Championship so ausgespielt wurde, wie es diese Woche passiert. Keine Rechnerei, keine Schläge vor. Alle 30 Spieler starten im East Lake Golf Club bei null, und der Gewinner des Zähl-Spiel-Turniers ist gleichzeitig der Gewinner der Gesamtwertung. 2006 gab es noch keinen FedExCup. Nach unterschiedlichen Versuchen, den idealen Modus für das Playoff-Finale zu finden, geht man dieses Jahr einen neuen, etwas simpleren Weg. Wie lange man diesem Format treu bleibt, ist eine andere Frage. Denn schon jetzt werden die Stimmen laut: Soll ein einziges Turnier über den Sieg in der Gesamtwertung entscheiden?
Diese Diskussionen sollen jedoch zu einem anderen Zeitpunkt geführt werden. Wir konzentrieren uns auf das, was vor uns liegt: 30 PGA-Tour-Stars, 72 Löcher. 40 Millionen US-Dollar Preisgeld. Es ist der große Showdown, auf den sich die gesamte Saison zugespitzt hat. Bei keinem anderen Turnier der PGA Tour geht es um so viel Geld. Nirgendwo muss man so wenige Spieler hinter sich lassen, um den Titel zu gewinnen. Gleichzeitig ist die Leistungsdichte nirgendwo höher. Das Feld wird vom Weltranglistenersten, Führenden im FedExCup, Titelverteidiger und überragenden Scottie Scheffler angeführt. Sein Sieg bei der BMW Championship in der vergangenen Woche war sein fünfter Titel in dieser Saison. Der letzte Spieler, der in zwei aufeinanderfolgenden Saisons jeweils mindestens fünfmal gewann, war Tiger Woods in den Jahren 2006–07.
Und obwohl Scheffler dieses Jahr so dominant war, startet er bei der Tour Championship zumindest auf dem Papier bei null – mit denselben Chancen auf den FedExCup wie alle anderen 29 Konkurrenten.
Scheffler ist selbstverständlich dennoch der klare Top-Favorit. Der 29-jährige Texaner geht zum vierten Mal in Folge als Führender der Gesamtwertung ins Saisonfinale. Als erster Spieler überhaupt könnte er den FedExCup erfolgreich verteidigen. Angesichts seiner aktuellen Form stellt sich die Frage, wer ihn daran hindern soll. Doch wenn nicht bei der Tour Championship, wo sollen sich sonst genügend Kandidaten finden? Beginnen wir mit Rory McIlroy, dem dreimaligen FedExCup-Champion. Bei elf Starts in East Lake erreichte der Nordire neunmal die Top Ten. In der vergangenen Woche wurde er bei der BMW Championship Zwölfter und nun soll der vierte FedExCup-Titel folgen. Während McIlroy seine achte Tour Championship in Folge spielt, feiern andere ihr Turnier-Debüt. Dazu gehört auch der Drittplatzierte des FedExCups, J. J. Spaun. Zum ersten Mal seit 2019 ist auch Justin Rose wieder dabei. Der Engländer qualifizierte sich dank seines Siegs beim ersten Playoff-Event als Vierter im FedExCup.
Gespielt wird traditionell im East Lake Golf Club, der sich dieses Jahr wieder als Par 70 präsentiert. Die 14 wurde nämlich von einem zu leichten Par 5 zu einem nun wieder anspruchsvollen Par 4 geändert. Seit 2005 findet die Tour Championship auf dem Heimatplatz des legendären Bobby Jones statt. Es ist der älteste Platz der Stadt Atlanta und wurde ursprünglich von Tom Bendelow designt. An dem historischen Layout in Georgia haben ebenfalls Donald Ross und Rees Jones mitgewirkt. Andrew Green gab im letzten Jahr den letzten Schliff für eine komplette Neugestaltung. Dabei arbeitete er mit einer Luftaufnahme des Platzes aus dem Jahr 1949 sowie mit Archivfotos. Das Team schaffte es, den gesamten Platz in nur zehn Monaten umzugestalten. Für die diesjährige Auflage wurden lediglich kleine Veränderungen an den Löchern acht und 17 vorgenommen.
Ladies European Tour: Hills Open
Hills Golf & Sports Club, Schweden, 22. bis 24. August
Ein neues Turnier auf der LET. Nach einer kurzen Pause geht es zu den Hills Open in den gleichnamigen Hills Golf & Sports Club, der sich südlich der schwedischen Großstadt Göteborg befindet. Beim neuen 54-Löcher-Event kämpfen 132 Spielerinnen um das Gesamtpreisgeld in Höhe von 300.000 Euro. Während die Veranstaltung ihre Premiere feiert, hat der Austragungsort bereits Profi-Erfahrung gesammelt. So fand hier unter anderem 2019 das Scandinavian Invitation statt. Ein Jahr zuvor war das Nordea Masters zu Gast. Und ganz ohne ein Event der Ladies European Tour (LET) in Schweden, dem Land der großen Annika Sörenstam, geht es natürlich auch nicht. Im vergangenen Jahr reiste die LET noch für zwei Events nach Schweden. Nach dem Wegfall des Scandinavian Mixed und der Helsingborg Open hält die Hills Open die blau-gelbe Flagge hoch.
Während Spielerinnen aus insgesamt 31 Nationen vertreten sind, liegt der Fokus auf einigen schwedischen Titelhoffnungen. Die großen Stars Maja Stark, Linn Grant und Madelene Sagström sind zwar nicht dabei, dafür aber Moa Folke, Kajsa Arwefjäll und LPGA-Rookie Ingrid Lindblad. Insgesamt zählt das Teilnehmerfeld 19 Schwedinnen. Die großen Favoritinnen sind jedoch andere: Allen voran ist hier die Führende der Order of Merit zu nennen: Mimi Rhodes. Die Engländerin konnte bereits drei Turniere in dieser Saison gewinnen und ist auf einem guten Weg, als Rookie den Gesamtsieg zu erreichen. Mit Sara Kouskova (Tschechien) und Darcey Harry (Wales) sind zwei weitere Saisonsiegerinnen dabei.
Diese Woche wird die deutsche Flagge von Chiara Noja, Patricia-Isabel Schmidt, Verena Gimmy, Carolin Kauffmann, Celina Sattelkau und Leonie Harm vertreten. Mit dem 45. Platz in der Order of Merit ist Schmidt die bestplatzierte Deutsche in diesem Aufgebot. Helen Briem (Sechste) und Laura Fünfstück (Elfte) haben nicht gemeldet.
LPGA Tour: CPKC Womens Open
Mississaugua Golf and Country Club, Kanada, 21. bis 24. August
Ein traditionsreiches Event an einem neuen Ort. Die 51. Ausgabe der CPKC Womens Open bringt eine Neuerung mit sich. Nur wenige Minuten von der Innenstadt Torontos entfernt, wird der Mississaugua Golf and Country Club diese Woche zum ersten Mal Austragungsort des kanadischen LPGA-Turniers sein. Der 1906 eröffnete Platz wurde von George Cumming entworfen und war zwischen 1931 und 1974 sechs Mal Austragungsort der RBC Canadian Open. Bei diesen Turnieren reckten namhafte Gewinner wie Walter Hagen und Sam Snead den Pokal in die Höhe. Diese Woche wird der Platz mit einem Par von 71 und einer Länge von 6.091 Metern gespielt.
Für alle Neuland also, müsste man meinen. Doch dem ist nicht so. Im Jahr 2016 nahmen 48 der besten Juniorinnen aus aller Welt an der Weltmeisterschaft der Juniorinnen im Mississaugua Golf and Country Club teil. Einige von ihnen sind auch in diesem Jahr wieder dabei, darunter die dreifache LPGA-Tour-Siegerin Hae Ran Ryu, die amtierende US-Open-Siegerin Maja Stark und die zweifache US-Open-Siegerin Yuka Saso, die 2016 in Mississaugua triumphierte. Auch die olympische Silbermedaillengewinnerin Esther Henseleit war damals als Juniorin mit von der Partie und wurde geteilte Elfte. Gemeinsam mit Aline Krauter und Alexandra Försterling vertrat sie die deutschen Farben.
Henseleit und Krauter feiern diese Woche als LPGA-Spielerinnen ihre Rückkehr. Sie sind zwei von insgesamt fünf Deutschen im Feld der CPKC Womens Open. Die anderen sind Caroline Masson, Sophia Popov und Olivia Cowan.
Das Teilnehmerfeld ist stark besetzt. Sechs der zehn besten Spielerinnen der Weltrangliste sind am Start. Darunter ist auch die aktuelle Weltranglistenerste Jeeno Thitikul aus Thailand. Für sie ist es das erste Turnier als Nummer eins seit ihrer kurzen, zweiwöchigen Führung im Rolex Ranking im Jahr 2022.
Mit Nelly Korda ist auch die ehemalige Nummer eins am Start. Die US-Amerikanerin wartet noch immer auf ihren ersten Saisonsieg. Die junge Engländerin Lottie Woad konnte dagegen schon zwei Titel gewinnen. Der Shootingstar der letzten Monate spielt erst sein sechstes LPGA-Event in diesem Jahr. Nach ihren beiden Siegen in Irland und Schottland wurde Woad bei der AIG Womens Open geteilte Achte. Titelverteidigerin ist die US-Amerikanerin Lauren Coughlin, die im vergangenen Jahr mit zwei Schlägen Vorsprung auf Mao Saigo triumphierte.
DP World Tour: British Masters
The Belfry Hotel & Resort, England, 21. bis 24. August
Die „Back 9“ der DP World Tour haben begonnen. Mit anderen Worten: Der Saisonendspurt steht bevor und dafür geht es zu einigen der größten Events im Kalender. Den Anfang dieser insgesamt neun Turniere umfassenden Phase macht das British Masters, bei dem es für die einen um die Playoffs und für die anderen um die Tourkarte geht. Die folgenden Marken werden am Ende dieser Serie interessant sein: Die Top 113 sichern sich ihre Karte, die Top 70 erreichen die Playoffs und die besten 50 nach der Abu Dhabi HSBC Championship qualifizieren sich für das Saisonfinale in Dubai. Aufgrund der erhöhten Punkteanzahl für die anstehenden Turniere kann sich hier noch vieles bewegen – auch für die zahlreichen Deutschen, die diese Woche dabei sind.
Beginnen wir mit Nicolai von Dellingshausen (Platz 21) und Marcel Schneider (Platz 39): Sie sind derzeit die einzigen Deutschen, die sich für die Playoffs qualifizieren würden. Marcel Siem (83.) und Yannik Paul (96.) stehen auf dem Weg, ihre Tourkarte zu halten, peilen aber eher die Top 70 an. Freddy Schott (103.) blickt in beide Richtungen, hat aber sicherlich die Priorität, in den Top 113 zu bleiben, da er ohne volle Tourkarte in die Saison gegangen ist. Um ihre Spielberechtigung bangen müssen gleich mehrere Deutsche: Maximilian Kieffer (Platz 134), Jannik de Bruyn (Platz 169) und Alexander Knappe (Platz 175) sind aber ebenfalls in England am Start, um wertvolle Punkte zu sammeln.
Eine weitere Geschichte begleitet das British Masters: nämlich die des Ryder Cups. Nur noch diese Woche können Punkte für das europäische Ryder-Cup-Ranking gesammelt werden. Fünf der sechs automatischen Startplätze sind bereits vergeben. Aktuell hätte Shane Lowry den letzten Platz sicher, doch der Däne Rasmus Højgaard könnte ihm diese Position noch streitig machen. Mit einem Ergebnis unter den Top 28 würde er den Iren noch verdrängen. Andere Ryder-Cup-Kandidaten, die einen guten Eindruck bei Kapitän Luke Donald hinterlassen wollen, sind Matt Fitzpatrick, Aaron Rai, Nicolai Højgaard und Matt Wallace. Donald wird sein Team im Anschluss an das Omega European Masters am 1. September komplettieren.
Weitere Turniere mit deutscher Beteiligung:
PGA Tour Champions: The Ally Challenge
Warwick Hills G&CC, Michigan, 22. bis 24. August
Alex Cejka und Bernhard Langer
Epson Tour: Dream First Bank Charity Classic
Buffalo Dunes Golf Course, Kansas, 22. bis 24. August
Sophie Hausmann und Isi Gabsa
HotelPlanner Tour: The Dutch Futures
The Dutch, Niederlande, 21. bis 24. August
Anton Albers, Marc Hammer, Thomas Schmidt, Hurly Long und Tiger Christensen
Legends Tour: Grass & Co. English Legends
Brocket Hall, England, 22. bis 24. August
Thomas Gögele
LIV Golf: Team Championship
The Cardinal at Saint Johns, Michigan, 22. bis 24. August
Martin Kaymer
Sunshine Tour: Sunbet Challenge
Wingate Park Country Club, Südafrika, 20. bis 22. August
Allen John








