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Nachhaltigkeit im Managementplan | © GC St. Leon-Rot

Best Practice: Nachhaltigkeit im Managementplan

Mit der Mülltrennung vor ihrem Bürogebäude im GC St. Leon-Rot hatte Jana Herbst lange Zeit ein Problem. Die Trennung von Flaschen, Papier, Restmüll – das funktionierte in den Abfalltonnen im Servicecenter der deutschen Vorzeigeanlage nicht wirklich. Die Angestellte der Personalabteilung dachte darüber nach, hatte eine Lösungsidee und präsentierte sie der Geschäftsleitung der Golfanlage. „Und jetzt klappt die Trennung des Mülls bei uns viel besser“, erzählt Clubmanager Moritz Lampert. „Das ist nur eine von zahlreichen Ideen der Angestellten, die dazu führen, dass wir nachhaltiger arbeiten.“

Nachhaltigkeit im Managementplan

Das Engagement von Jana Herbst hat zwei Gründe: Zum einen ihr persönliches Interesse daran, dass der Müll im besser getrennt wird. Daneben aber ist das Thema Nachhaltigkeit im Managementplan des GC St. Leon-Rot fest verankert. Dadurch wird erreicht, dass es bei allen Geschäftsprozessen mitgedacht wird. Das reicht vom Kauf des Reinigungsmittels bis zur Anschaffung des Düngers in der optimalen Packungsgröße. Ressourcen sparen, so hat Lampert als Clubmanager in den vergangenen zwei Jahren gelernt, bedeute schließlich oft auch Geld sparen.

 

„Wir weisen auf das Thema Nachhaltigkeit im Onboarding-Prozess eines Beschäftigten hin und haben auch einen Ideen-Wettbewerb für Mitarbeiter“, erklärt Lampert das Prozedere. „Auf die Art und Weise sind bei uns schon zahlreiche Ideen eingereicht worden, die nicht nur die Nachhaltigkeit des Clubs gestärkt haben, sondern außerdem noch wirtschaftlich positive Konsequenzen hatten.“ Eine der erfolgreichsten Maßnahmen der vergangenen zwei Jahre war die Reduzierung der Mähflächen und damit die deutliche Einsparung von Wasser, Diesel und Arbeitszeiten. „Das Greenkeeping-Team ist natürlich prädestiniert, wenn es um nachhaltige Ideen geht. Von dieser Seite kommt immer besonders viel.“

 

Der GC St. Leon-Rot liefert damit ein Best-Practice-Beispiel dafür, wie man das Thema Nachhaltigkeit langfristig und konstant in die Geschäftsführung einbindet. Durch die Fixierung im Managementplan ist es Teil des täglichen Geschäftsablaufs in allen Bereichen.

 

Selbstverständlich ist diese feste Verankerung der Nachhaltigkeitskomponente im Geschäftsbetrieb deutscher Golfanlagen nicht. Auch festangestellte Nachhaltigkeitsmanager, wie sie in großen internationalen Golfclubs oder in Golf-Resorts im europäischen Ausland durchaus vorkommen, gibt es hierzulande nicht.

Engagement und praktische Umsetzung

Sind einzelne Personen in Führungspositionen oder Besitzer von Anlagen stark an einer nachhaltigen Betriebsführung interessiert, läuft die Umsetzung ebenfalls. Im Falle der Golfanlage Hetzenhof in Baden-Württemberg gilt Besitzer Heiner Mohring als Ideengeber in Sachen Nachhaltigkeit. Solaranlagen auf den Dächern, eine vollelektrische Küche, elektrische Mäher im Greenkeeping, ein riesiger Speicherteich auf der Anlage – „bei uns steht es nirgendwo geschrieben, dass wir nachhaltig agieren müssen, aber es wird ständig darüber nachgedacht, wo man noch ein Detail verbessern kann“, resümiert Clubmanager Norbert Zimmermanns.

 

„In der Praxis ist das Engagement Einzelner extrem wichtig“, stellt Horst Schubert, Ex-Vorstand des Golf & Country Clubs Seddiner See fest. Schubert gilt bis heute als einer der Vorreiter bei der Umsetzung von nachhaltigen Projekten, egal ob im Bereich Umwelt oder Soziales. „Dinge, die ökologisch sinnvoll sind, machen meist auch ökonomisch sind“, fasst er seine Erfahrungen zusammen. Im Falle des Brandenburger Clubs, wurde das Thema Nachhaltigkeit früh in die Haus-, Platz- und Spielordnung implementiert, in der Umsetzung geht es nach Schuberts Erfahrung aber vor allem um persönliches Engagement. „Es ist für jeden Club wichtig, hier eine Person zu finden, die sich für das Thema interessiert.“

 

Sowohl Schubert wie Zimmermanns betonen wie wichtig die schriftliche Fixierung der Nachhaltigkeit ist. „Alles, was verbindlich festgelegt ist, fällt auch in der Umsetzung deutlich leichter“, schildert Zimmermanns, der auch im Vorstand des Golf Management Verbandes tätig ist, seine persönlichen Erfahrungen im Clubmanagement. „Die Haus-, Platz- und Spielordnung ist ein erster Schritt, von da aus wäre die Übernahme in den Managementplan aber sicherlich sinnvoll“, rät Schubert dem Führungspersonal deutscher Golfanlagen.

Start mit Golf&Natur

Wie also starten? „Ein guter Start ist das Umweltmanagementprogramm Golf&Natur, weil es den Golfanlagen einen ersten Überblick bei wesentlichen Teilen der Betriebsführung verschafft, die mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun haben", findet Marc Biber, Leiter der Abteilung “Umwelt, Platzpflege & Nachhaltigkeit” beim Deutschen Golf Verband. „Die Person, die im Club das Thema Golf&Natur koordiniert, setzt sich kontinuierlich mit nachhaltigen Prozessen auseinander und kann ihre Erfahrungen dann mit dem Vorstand und Management teilen.“ Damit diese Aufgabenverteilung klar geregelt ist, sind Bibers Aussagen nach die Golfanlagen ohnehin aufgefordert, das Thema Golf&Natur im Geschäftsverteilungsplan zu verankern. „Nur Dinge, die einen festen Platz haben, werden auch auf Dauer berücksichtigt.“

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