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Allen John spielt in der DGL für Zweitligist Heddesheim, aktuell auf der Sunshine Tour in Südafrika und holte zuletzt Gold und Silber bei den Deaflympics in Tokio. | © DGV/Kirmaier

„Wenn die Hymne für dich läuft, ist das sehr emotional“

Allen, Glückwunsch zum Triumph in Tokio. Welche waren deine Special Moments bei den Deaflympics 2025?

Sehr special sind bei den Deaflympics eigentlich immer die Eröffnungsfeier und tatsächlich der Moment, wenn die Nationalhymne bei der Medal Ceremony für dich gespielt wird. Das ist wirklich sehr emotional. Es gibt nichts Schöneres, als genau dann da oben zu stehen und die Hymne zu hören.

 

Wie hast du das Event abseits des Golfplatzes erlebt? Wie habt ihr gewohnt, trainiert und gegessen?
Tokio war tatsächlich etwas hektischer als geplant. Es blieb kaum Zeit, andere Events zu besuchen oder etwas Sight-Seeing zu machen, was wir gerne gemacht hätten. Wir waren eigentlich die ganze Zeit auf dem Platz beim Trainieren oder in unserem Hotel, das fast im Disneyland an der Tokyo Bay liegt, und in dem wir fast eine eigene Etage hatten, was super für die Vorbereitung auf das Turnier war, zumal wir unseren eigenen Essensraum mit unserem eigenen Essen hatten. Wir konnten zwar an einem freien Nachmittag vor dem Turnierstart die berühmte Shibuya-Kreuzung in der Innenstadt besuchen, waren dort was essen, aber das war's dann auch. Es bräuchte eigentlich mehrere Wochen, um diese riesige Stadt zu erkunden. Da gibt es so viel zu sehen.

 

Was ist rein organisatorisch der Unterschied zwischen einem Tour-Event und einem Turnier für Gehörlose?
Die Japaner haben dieses Event, bei dem alle ohne Hörgeräte spielen mussten, tatsächlich mega vorbereitet und aufgezogen. Es gab Livestreams auf Youtube, über die du jeden Tag die einzelnen Löcher und das Geschehen auf dem Platz verfolgen konntest. Das hatte schon fast Tour-Charakter. Trotzdem ist ein normales Turnier auf der Tour schon noch größer mit deutlich mehr Zuschauern. Man darf nicht vergessen, dass die Touren Events solcher Art fast jede Woche organisieren. Klar ist da mehr Erfahrung da. Der Platz war in einem Top-Zustand; die Japaner haben sich für diese Weltspiele wirklich von ihrer besten Seite präsentiert.

Wie hast du das Leistungsniveau der Teilnehmer in Tokio wahrgenommen? Mit der Inderin Diksha Dagar hat eine Tour-Spielerin gewonnen. Kennst du Sie? Gibt es Kontakt? Dagar war ja bei Olympia 2024 in Paris dabei. 

Das Leistungsniveau war so gut wie noch nie. Mit dem Amerikaner Kevin Hall war ein sehr starker Profi dabei, der ebenfalls auf der Tour spielt. Er ist ein sehr, sehr guter Golfer. Die Inderin Dagar hat auf der LET auch schon zweimal gewonnen. Sie ist ebenfalls sehr stark, aber Kontakt haben wir eigentlich keinen. Mit den Damen-Touren gibt es für mich auch aktuell sehr wenige Berührungspunkte. Es ist trotzdem großartig zu sehen, dass Golfer aus der Gehörlosen-Community auch auf den ,normalen' Touren erfolgreich sein können.

 

Wie geht es weiter in der Karriere des Allen John? Welche Events stehen noch an in 2025 und was ist der Plan für 2026?
Meine Karriere geht momentan auf der Sunshine Tour in Südafrika weiter, wo ich mir im April eine Karte erspielt hatte. Ich wohne zwar in Deutschland, möchte aber möglichst viele Turniere auf dem Sunshine-Schedule, der ja noch bis Ende März 2026 geht, spielen und mich nach vorne arbeiten. Durch die Deaflympics in Tokio habe ich drei Turniere ausfallen lassen müssen, ein paar Plätze verloren und stehe jetzt im Gesamtranking auf Position 40. Ich denke da jetzt von Tag zu Tag und die Sunshine Tour bietet gute Spielmöglichkeiten auch für die co-sanctioned Events mit der DP World und der HotelPlanner Tour. Ich bin guter Dinge, mein Golfspiel noch verbessern zu können. Da gibt die Medaille in Tokio natürlich einen zusätzlichen Boost.

 

Du spielst zusätzlich für Heddesheim in der 2. Bundesliga. Was bedeutet die DGL für dich und ist der Aufstieg in Liga eins ein realistisches Ziel in 2026?

DGL spielen und seinen Verein unterstützen zu dürfen, ist vor allem als Profi immer etwas Besonderes. Wir sind mit Heddesheim definitiv eine Mannschaft, die ihre Daseinsberechtigung in der 2. Liga hat. Um aufzusteigen, müsste aber sehr viel zusammenkommen. Erste Liga ist eben doch noch mal eine andere Hausnummer. Dafür bräuchten wir mehr Spieler, die Profi werden wollen. Wenn du überwiegend Spieler hast, die Golf zwar sehr ernst nehmen, aber berufstätig sind oder studieren, wird es sehr schwer, ganz oben mithalten zu können. 

 

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in Südafrika!

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