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Tour-Pro Anton Albers (r.) spielt mit HSV-Raute, die Eintracht aus Frankfurt hat ebenfalls eine Golfabteilung. | © DGV/Getty Images

Fußball und Golf – der HSV und die Eintracht machen's vor

Die Fußball-WM 2026 ist voll im Gange. Deutschlands Kicker ziehen trotz Niederlage gegen Ecuador als Gruppenerster in die KO-Runde ein. Golf und Fußball – passt das zusammen? Und wie. Thomas Müller, Philipp Lahm, Oliver Kahn, Basti Schweinsteiger – zahlreiche Ex-Nationalspieler und Weltmeister golfen in ihrer Freizeit. Die golfenden Fußballer sind als GOFUS zusammengefasst, richten Turniere und Events aus und feiern in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag.

 

Ähnlich weit sind die Golfer, die im Hamburger Sport-Verein organisiert sind, wenn auch auf regionaler Ebene. „Seit mehr als 20 Jahren gibt es uns“, sagt Kurt W. Schaefer. Er ist Leiter der Abteilung Golf im HSV e.V., 1. Vorsitzender des HSV Golf Club und erzählt, wie das damals alles anfing: „Ein paar ,Verrückte' haben sich getroffen und beschlossen, irgendwas mit Golf zu machen. Und das wurde dann größer und größer.“ Die Abteilung Golf im HSV e.V. wurde am 1. April 2005 gegründet. Sie verfügt inzwischen über knapp 1.500 Mitglieder und ist damit die größte aktive Sportabteilung im HSV. „Erklärtes Ziel der Abteilung ist es, den Golfsport in Hamburg und Umgebung durch Schaffung von attraktiven sportlichen Angeboten zu fördern. Das erreichen wir durch innovative Mitgliedschaftsmodelle und unterschiedlichste Turnierserien sowie mit sechs Mannschaften im Spielbetrieb des GVSH-Mannschaftspokal“, so Schaefer, der der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Amerika durchaus das Halbfinale zutraut.

Seit 2017 gibt es den HSV-Golf-Club. Dieser ist ansässig im Golfclub Gut Haseldorf, wo er ein Nutzungsrecht hat. Durch die Gründung des Golf-Clubs konnte der nächste Schritt der sportlichen Entwicklung gegangen werden. Mit dem freien Spielrecht auf dem Heimatclub, dem Schriftzug und Logo HSV-Golf-Club auf dem DGV-Ausweis, kombiniert mit der Vereinsmitgliedschaft im HSV, wurde ein weiteres einmaliges Angebot geschaffen. Schaefer: „Das ist einzigartig in Deutschland. Kein anderer Universalsportverein bietet eine derartige synergetische Kombination mit der Sportart Golf an.“ Prominentester Golfer ist Tour-Pro Anton Albers. „Das ist eine riesige Ehre für mich. Ich bin schon immer HSV-Fan und trage die Raute im Herzen. Deswegen ist es für mich umso cooler, dass ich sie jetzt auch auf der Brust haben werde“, so Albers.

 

Ganz so weit wie an der Elbe sind sie am Main noch nicht. Noch. Seit 2023 zählt Golf zu den über 50 Sportarten von Eintracht Frankfurt. „Wir wollen dazu beitragen, Golf den elitären Status zu nehmen und zu zeigen, dass Golf für Jedermann ist“, sagt Eintracht-Golf-Spartenchef Gregor Schradi. Die Abteilung hat derzeit rund 500 Mitglieder, bietet kostenloses Gruppentraining an, organisiert Turnierserien, fördert das Vereinsleben und nimmt mit inzwischen fünf Mannschaften am Ligaspielbetrieb teil. Schradi: „Unser Heimatclub ist der Golfpark Gut Hühnerhof in Gründau. Darüber hinaus bieten wir unterschiedliche Vorteile bei Golfclubs in der Region und im Ausland an.“

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Inzwischen gibt es bei der Eintracht in Frankfurt, deren Bundesliga-Kicker die Saison 25/26 auf Platz acht abschlossen und somit die internationalen Wettbewerbe knapp verpassten, auch Golf-Artikel wie Schlägerhauben, Pitchgabeln und dergleichen mit dem Adler-Clublogo. Botschafter ist mit Ervin Skela ein ehemaliger Fußballprofi – und mit Weltmeister Andreas Möller habe es ebenso bereits Gespräche gegeben. Was den Eintracht-Golfern vorschwebt: „Eine Golf-Liga mit den Abteilungen bekannter, hochklassiger Fußballclubs“, so Spartenchef Schradi. Bis es soweit ist, muss erst die WM 2026 in den USA gespielt werden. Und genau dort traut man bei Frankfurts Golfern der deutschen Mannschaft zwar das Viertelfinale, aber nicht den Titel zu. Schradi: „Ich glaube, dass Frankreich das stärkste Team hat und den Pokal holen wird.“

 

Pokale schon länger nicht mehr geholt haben die Fußballer des TSV 1860 München. Der Traditionsclub aus der bayerischen Landeshauptstadt weiß wegen der noch nicht erfüllten Auflagen bis dato noch gar nicht, in welcher Liga man 2026/27 starten wird. Eine Golfabteilung gibt es bei den Löwen aber schon seit längerem. Gegründet als Untersparte der Skifahrer wurde Golf im März 2019 zu einer eigenständigen Abteilung beim TSV 1860. Standort war zunächst der Tegernsee, heute trifft man sich jeden zweiten Dienstag im Golfclub Beuerberg zum regelmäßigen Training, zu dem auch Interessierte willkommen sind. 2025 schlug man im Duell sogar den FC Bayern. Im Fußball aktuell undenkbar.

In Mönchengladbach gibt es die so genannten Fohlengolfer. Sie sind keine Sparte des Bundesliga-Fußballclubs, sondern ein Freundeskreis, der auf seiner Website schreibt: „Unsere Leidenschaft Borussia Mönchengladbach und der Golfsport.“ Bester Golfer und gleichzeitig Fan der Gladbacher Kicker dürfte Tour-Pro und Nationalspieler Jannik de Bruyn sein. Golf und Fußball – das passt einfach zusammen. PGA Tour-Pro Matti Schmid zum Beispiel ist großer Fan des FC Bayern. Der hat übrigens noch keine Golfabteilung, dafür aber Schlägerhauben und Bälle mit Clubbranding im Souvenirshop. 

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