Früher Skistar, heute Golfer: Thomas Dreßen gehört als Botschafter von DGL-Partner Vredestein inzwischen zu den Stammgästen beim Final Four der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf. | © DGV/Heigl

Thomas Dreßen, der Masters-Champion von Kitzbühel

Es gibt Momente, die sind für die Ewigkeit. Am 20. Januar 2018 steht ein junger Deutscher ganz oben auf dem Stockerl in Kitzbühel. Er ist auf der schwierigsten Abfahrt der Welt der Schnellste. Wahnsinn. Thomas Dreßen bezwingt die Streif, für die viele nur ein Wort übrig haben: brutal. Als die Nationalhymne erklingt, schließt der Mittenwalder die Augen. Mehr Gänsehaut geht nicht. Thomas Dreßen ist der erste Mann, der bei seinem Debüt in Kitzbühel prompt gewinnt. Aber wer ist das eigentlich? Welche Geschichten erzählt so ein Skistar? Wir haben Thomas Dreßen getroffen. Wo? Beim Final Four 2026. Warum? Der in Oberösterreich lebende Bayer spielt leidenschaftlich gerne Golf – wenn es seine Zeit erlaubt. Und er ist Markenbotschafter von DGL-Partner Vredestein.

 

Geboren wird Dreßen am 22. November 1993 in Garmisch-Partenkirchen; in Mittenwald wächst er auf und wird zu einem der schnellsten Skifahrer der Nation. „Ich bin 51 Prozent Bayer und 49 Prozent Österreicher – und das wird auch so bleiben“, sagt er. Den Moment damals nach seinem Husarenritt auf der Streif wird er so schnell nicht vergessen. „Als sie für mich die Hymne gespielt haben, war ich schon brutal stolz.“ Einmal im Leben die Abfahrt in Kitzbühel gewinnen. „Das ist für mich mehr wert als alles andere. Wenn ich die Wahl hätte zwischen einer Goldmedaille bei Olympia, einer WM oder einem Sieg in Kitzbühel, würde ich sofort Kitzbühel nehmen – also die Abfahrt.“ Das Hahnenkamm-Rennen ist im Skizirkus so etwas wie Wimbledon im Tennis oder im Golf das Masters in Augusta. Wenn du da einmal gewinnst, bist du in der „Band of Heroes“. Unter diesem Titel gibt es ein gut zehnminütiges Video auf Youtube, das man unbedingt gesehen haben sollte. Es dokumentiert eindrucksvoll, worum es in Kitzbühel geht. Um weit mehr als nur um Sport. Bei Thomas Dreßen blieb die Uhr bei 1:56.15 stehen – anschließend stand für ihn die ganze Welt still.

Skifahren ist für den kräftigen Bayern, der so einen sympathischen Dialekt aus Garmisch-Bairisch und Salzburger-Land-Österreichisch spricht, eine Art Religion. Auf den Brettern saugt Formel-1-Fan Dreßen die Geschwindigkeit auf, testet die Gesetze der Physik, der Natur und die Grenzen des eigenen Körpers. Viele sagen, man muss verrückt sein, die Streif so herunterzubrechen. Aber das Skifahren bringen sie ihm früh bei. Vor allem Papa Dirk Dreßen, ein ehemaliger Biathlet, der beim Seilbahn-Unglück in Sölden 2005 tragisch ums Leben kommt. Das reißt Sohn Thomas, damals gerade einmal elf Jahre jung, und der ganzen Familie den Boden unter den Füßen weg. Aber der Athlet Thomas Dreßen steht wieder auf, will im Sinne des Vaters weitermachen und beschreitet einen Weg, den das Schicksal für ihn vorbestimmt. 

 

Er besucht in Österreich die Skihauptschule Neustift im Stubaital und später das Skigymnasium Saalfelden, wo er seinen Abschluss macht. „Das war am Anfang nicht leicht. Man kann vielleicht sagen, Neustift hat mich geprägt, Saalfelden geschliffen.“ Nach allem, was passiert ist, baut er zunächst nach und nach eine Mauer auf, auch um hart zu werden. „Wichtig ist aber, dass diese Mauer Türen hat für die Menschen, die dir wichtig sind“, sagt er. Thomas Dreßen trägt auf seinem Helm die Zahl 44, die für Dirk Dreßen (D ist der 4. Buchstabe im Alphabet) steht.

Durchbruch in Beaver Creek

Im Ferbuar 2015 feiert Thomas Dreßen Weltcup-Premiere, sammelt im November des selben Jahres die ersten Punkte. Die Leistungskurve kennt nur eine Richtung: nach oben. Der Durchbruch gelingt ihm in der Saison 2017/18. Dritter in Beaver Creek, fünfte Plätze in Bormio und Wengen. Die internationale Presse wird auf den Newcomer aufmerksam. Dann der Triumph von Kitzbühel. Es war der erste Sieg eines Deutschen auf der Streif seit Sepp Ferstl 1979. Für die deutschen Männer ist es zudem der erste Sieg in einem Abfahrtsrennen seit Max Rauffer 2004 in Gröden. Es folgt ein weiterer Sieg in Kvitfjell – Deutschland hat endlich wieder einen richtig schnellen Abfahrer. Echt abgefahren. Platz fünf bei Olympia in Pyeongchang macht ihn nicht zufrieden. „Da wäre mehr gegangen.“ Aber so ist das im Leben. Es läuft nicht immer so, wie man es sich wünscht.

Der Rückschlag dann im November 2018: Bei der Abfahrt in Beaver Creek Colorado stürzt er nach Zwischenbestzeit schwer und rutscht in die Fangnetze. Die Folge: Kreuzbandriss und Schulter kaputt. Thomas Dreßen wird operiert, muss eine lange Pause und Reha machen. „Ich sehe diese Zeit als Chance. Ich konnte Dinge machen, für die ich sonst nie Zeit hatte“, erzählt er. Zum Beispiel Cruisen auf seiner Harley. Oder mit dem Hund spazieren gehen. In dieser Zeit spricht er mit vielen Menschen, holt sich Tipps bei seinen Freunden Felix Neureuther oder Sebastian Vettel. Thomas Dreßen entwickelt sich in dieser Zeit vielleicht mehr als je zuvor. Wichtig sei vor allem immer Eines: „Egal, auf welcher Welle du schwimmst, bleib einfach, wie du bist.“ Nach jedem Tal kommt wieder ein Gipfel, und nach jedem Gipfel wieder ein Tal. Wer hinfällt, muss wieder aufstehen. Genau das hat er auch vor. Zurückkommen, stärker als je zuvor.

 

Und heute? Ist Thomas Dreßen Trainer beim Deutschen Skiverband, glücklich verheiratet, Vater einer kleinen Tochter (2023) und eines Sohnes (2024). Als junger Papa bleibt nicht viel Zeit zum Golfen, aber wenn, dann tut er es mit Leidenschaft. „Für mich ist Golf mehr so etwas wie ein Ausgleich. Dabei kann ich wunderbar abschalten“, sagt er. Die Challenge, den kleinen weißen Ball ins Loch zu hauen, habe ihn schon als kleiner Junge fasziniert. Tiger Woods war für ihn so etwas wie ein Motivator. „Das war schon cool, was der da auf dem Golfplatz gemacht hat.“ Der Wille, der Biss – auch Woods hat immer alles gegeben. Und wie es im Leben so spielt: Auch Tiger hat nach Rückschlägen immer wieder zurückgefunden.

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Beim Final Four 2026 am Riedhof ist Thomas Dreßen wieder einer der Stargäste. Im Pro-Am spielt er mit Adrian Meßmer vom späteren Deutschen Überraschungs-Mannschaftsmeister Habsberg. „Ich find' Habsberg super. Die ganze Story dieses Teams und die Leute – einfach cool. Mich würde es freuen, wenn sie den Titel holen“, sagt Dreßen. So kommt es auch. Noch so ein Moment für die Ewigkeit. 

 

Als Markenbotschafter arbeitet er unter anderem mit DGL-Partner Vredestein zusammen. Entscheidend sei dabei, dass eine Partnerschaft zu den eigenen Interessen und zur eigenen Persönlichkeit passt. Ein Produkt zu vertreten, mit dem er selbst nichts anfangen könne, sei für ihn keine Option. Mehr von und mit dem Kitzbühel-Sieger und Golfer Thomas Dreßen gibt’s in der aktuellen Folge von „Lange Rede, kurzes Spiel – der offizielle DGV-Podcast“.

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