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In Topform: Leonie Harm
In Topform: Leonie Harm | © LET/Tristan Jones

Harm: Erfolgreicher Systemwechsel

Leonie Harm hatte zwischenzeitlich genug vom Profi-Golf. Das Ende der Laufbahn war fest geplant. Dann kam der Zufall ins Spiel. Zum Glück. Ein Treffen mit Scott Edwards, einem befreundeten Coach bei der Aramco Team Series in Saudi-Arabien, hatte ihr Ende 2024 neuen Schwung verliehen – nicht nur technisch, sondern auch mental. Seither hat sich Harm eindrucksvoll spielerisch stabilisiert und eine neue Leidenschaft für ihren Beruf entwickelt.

 

Die Stuttgarterin spielte sich 2025 zunächst zurück auf die Ladies European Tour und überzeugt dort seither mit konstanten Ergebnissen. Fest steht: Die Liebe zum Spiel ist frisch entfacht. „Ich versuche einfach, den Moment zu genießen", erklärte sie nach ihrer sensationellen 65 (-8) zum Auftakt des Amundi German Masters powered by VcG.

Keine großen Ziele

„Ich habe in meinem Leben gerade keine großen Ziele", ergänzte die Athletin aus dem National Team Germany, angesprochen auf ihre Ambitionen. „Natürlich ist da der Anspruch, jeden Tag besser zu werden, aber ich genieße einfach im Moment so sehr, dass mein Golf wieder viel besser ist als in den vergangenen Jahren. Ich stehe jeden Tag gerne auf, um zu trainieren."

 

Ruhe gönnte sich die 28-Jährige am Donnerstagnachmittag nach ihrer Fabelrunde am Vormittag nicht. Stattdessen ging es auf die Driving Range, um die guten Ballkontakte weiter zu stabilisieren. Dabei vertraut sie nach wie vor dem System, das sie mit ihrem britischen Trainer etabliert hat.

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Konstanter Ballflug als großes Ziel

„Wir sind beide der festen Überzeugung, dass mein Schwung so weit weg ist von der Norm, dass es keinen Sinn macht, daran zu feilen", geht Harm ins Detail. „Es geht darum, mit meinem Körper zu arbeiten, anstatt ihn in Positionen zu pressen, die er eigentlich gar nicht ausführen möchte. Manche würden sich bei unseren Trainingseinheiten an den Kopf fassen, weil es eigentlich nur ein offenes Brainstorming ist, wie es gelingen könnte, einen konstanten Ballflug zu produzieren. Wir wissen beide nicht wirklich, was dabei herauskommt."

 

Dabei sehen sowohl Trainer als auch Spielerin den Schwung als fluides System. „Meine Bewegung heute ist anders als im vergangenen Jahr", ergänzt Harm. Für die ehemalige Top-Amateurin hat diese Arbeitsweise die nötige Frische gebracht, um Golf wieder als Spiel zu betrachten und nicht zu sehr auf die Schwungtechnik zu achten. Ihre Kelle sei hinten nunmal so offen wie bei kaum einer anderen Spielerin, erklärte sie und meint damit die offene Schlagfläche im höchsten Punkt des Rückschwungs.

 

Fest steht: Leonie Harm ist nun bereits seit einem Jahr wieder eine feste Größe auf der Ladies European Tour und liefert konstant gute Ergebnisse ab. Der eingeschlagene Weg scheint Erfolg zu haben. Wo die Reise noch hingeht, ist offen, aber das Wichtigste ist: Die Lust ist zurück. Und wer sieht, wie entspannt sie über ihr Spiel spricht, ahnt: Diese Geschichte hat noch nicht ihr letztes Kapitel geschrieben.

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