Reise

Sieben Tipps für die Golf-Safari in Kenia


6. Februar 2024 , Thomas Kirmaier


Golfen in Kenia: Die DP World Tour ist 2024 erneut im Muthaiga Golf Club der Hauptstadt Nairobi zu Gast.
Golfen in Kenia: Die DP World Tour ist 2024 erneut im Muthaiga Golf Club der Hauptstadt Nairobi zu Gast. | © Stuart Franklin/Getty Images

Die Ladies European Tour startet in dieser Woche in Kenia in ihre neue Saison. Sieben Tipps für einen Golf-Urlaub im ostafrikanischen Land direkt am Äquator.

Die Bilder gehen um die Welt. Die Damen der Ladies European Tour posten Fotos mit Giraffen, Zebras und Antilopen auf allen Kanälen. Die Magical Kenya Open ist zum Saisonauftakt der Ladies European Tour ein wahres Golf-Naturschauspiel. Die DP World Tour wird ebenfalls Station machen in einem Land, dessen Tourismusbranche zuletzt stark unter den Folgen der Pandemie litt. Dabei hat Kenia einiges Außergewöhnliches zu bieten.

Wir haben darüber mit Andreas Reil gesprochen. Der PGA-Pro aus dem GC Westerwald kommentierte die Magical Kenya Ladies Open zusammen mit Uwe Bornemeier im Golf.de-Livestream. Und das hatte einen guten Grund: Reil kam in Nairobi zur Welt, weil sein Großvater ab 1930 eine Kaffeeplantage am Kilimandscharo in Tansania aufbaute und später ein Guesthouse in Malindi, 100 Kilometer nördlich von Mombasa, betrieb. Seit Jahrzehnten verbringt Reil den Großteil seiner Ferienzeit im ostafrikanischen Land am Indischen Ozean und kennt sich vor Ort bestens aus. Er gibt sieben wertvolle Tipps für eine Golf-Reise nach Kenia.

Andreas Reil, PGA-Pro des GC Westerwald, kommentierte die Magical Kenya Ladies Open im Golf.de-Livestream.
Andreas Reil, PGA-Pro des GC Westerwald, kommentierte die Magical Kenya Ladies Open im Golf.de-Livestream. | © Privat


1. Sicherheit

„In den vergangenen Jahren ist sehr viel für die Sicherheit in Kenia getan worden“, erklärt Andreas Reil. Er habe sich noch nie so sicher und wohl gefühlt wie bei seinem jüngsten Aufenthalt. Dennoch solle man sich vor einer Reise nach Kenia unbedingt an jemanden wenden, der sich vor Ort auskennt, um beispielsweise Transfers zu organisieren oder die passenden Unterkünfte zu finden. Es gebe einige Anbieter, die gute Erfahrungen mit Golf in Kenia haben. Flüge werden beispielsweise von Lufthansa (aus Frankfurt), Emirates (über Dubai), Turkish Airlines (über Istanbul), KLM (über Amsterdam) und Ethiopian Airlines (über Addis Abeba) angeboten. Sich vorab zu informieren, ist nicht nur zu Corona-Zeiten oberste Prämisse.

2. Vorbereitung

Was sich beim LET-Turnier der Damen klar gezeigt hat: Man sollte in Kenia ausreichend und sehr hohen Sonnenschutz dabei haben. Faktor 50 ist aufgrund der Lage direkt am Äquator, wo es nahezu ganzjährig bis zu zwölf Sonnenstunden täglich gibt, unbedingt empfehlenswert. Dazu UV-beschichtete Sonnenschirme und Langarmshirts sowie Kopfbedeckungen. Bezüglich der passenden Malaria-Prophylaxe lohnt es sich unbedingt, den Hausarzt um Rat zu fragen. Und bei hohen Temperaturen ist der oberste Rat auch in Kenia: viel trinken!

3. Regionen

Für eine Reise aus Europa kommen vor allem die beiden Regionen um die Großstädte Mombasa und Nairobi in Frage. In der Küstenstadt Mombasa finden sich aufgrund der Lage am Indischen Ozean vor allem Sonnenanbeter, die sich an den kilometerlangen Sandstränden tummeln. Der schönste ist vielleicht der Diani Beach - feiner, weißer Sand und nicht überlaufen. Hier lässt es sich wunderbar, schnorcheln, tauchen oder einfach nur im Wasser abkühlen. Nairobi ist dagegen eine der bedeutendsten Metropolen in Afrika. Auf knapp 1800 Meter liegend sind die äußeren Bedingungen etwas anders als am Meer. Reil: „In dieser Region sind die Temperaturen natürlich deutlich kühler und es kann abends durchaus frisch werden, was einen deutlichen Unterschied zur Küstenregion ausmacht.“

Wildlife auf dem Golfplatz: Während der Magical Kenya Ladies Open sind auch Zebras zu bestaunen.
Wildlife auf dem Golfplatz: Während der Magical Kenya Ladies Open sind auch Zebras zu bestaunen. | © Tristan Jones/LET


4. Safari

Zahlreiche Touristen aus aller Welt kommen ausschließlich für eine Safari nach Kenia. „Daher sollten sich auch Golfer, wenn sie schon da sind, die einzigartige Tierwelt auf diesen Touren auf keinen Fall entgehen lassen“, empfiehlt Andreas Reil. In den zahlreichen Nationalparks sowie im Masai Mara Wildreservat, das vor allem für seine jährlichen Gnu-Wanderungen bekannt ist, sind Löwen, Giraffen, Elefanten, Nashörner und viele weitere Arten zu bestaunen. Im südlich gelegenen Amboseli-Nationalpark können Besucher einen Blick auf den in Tansania liegenden Kilimandscharo, den mit 5895 Meter höchsten Berg Afrikas, genießen.

5. Reisezeit

„Die beste Reisezeit ist der August“, erklärt Andreas Reil. In diesem Monat hat es in Kenia durchschnittlich zwischen 24 und 28 Grad – optimale Temperaturen für eine Runde Golf oder eine Safari. Trockenzeit ist von Juni bis Oktober; vermeiden sollte man die beiden Regenzeiten von April bis Ende Mai und von Ende Oktober bis Dezember. Im Januar und Februar ist Hochsommer; dann kann der „Real-Feel“, wie es Reil nennt, bei fast 40 Grad liegen. Am entspanntesten golft es sich in den frühen Morgen- oder den späten Abendstunden, wenn die Sonne nicht mehr so stark ist. „9-Löcher-Runden sind in Kenia sehr populär“, so Andreas Reil. Also: Warum nicht neun Bahnen morgens und abends – nach Erholung und Kulinarik – noch einmal neun.

"Jenseits von Afrika": Der Karen CC nahe Nairobi ist nach einer bekannten Schriftstellerin benannt. | © Karen CC


6. Golf

Zu den sehenswerten Golfplätzen gehören die nördlich von Mombasa liegende Anlage des Vipingo Ridge Resorts (PGA Baobab Course, auf dem die Damen der Ladies European Tour zu Gast sind), der etwas stadtnähere Nyali Golf & Country Club sowie das Leisure Lodge Golf & Beach Resort. Rund um die Hauptstadt finden sich der Royal Nairobi GC, der Muthaiga GC, auf dem die DP World Tour zu Gast sein wird, und der Karen GC, der nach der dänischen Schriftstellerin Karen Blixen benannt ist, die mit ihrem Roman „Jenseits von Afrika“ berühmt wurde. 1931 hatte sie die Idee, aus ihrer nicht sehr erfolgreichen Kaffeplantage einen Golfplatz zu machen. „Die Golfanlagen in Kenia haben heute teilweise noch einen ganz besonderen Kolonialcharme“, so Andreas Reil. Tipp: Unbedingt den häufig angebotenen Caddieservice in Anspruch nehmen. Bei den in Kenia eher günstigen Greenfees ist dieser Service auf jeden Fall zu empfehlen, „zumal man die Leute vor Ort unterstützt, die das größtenteils als Hauptjob machen“, so Reil.

7. Verständigung

Englisch ist als Erbe der britischen Kolonialzeit eine der beiden offiziellen Amtssprachen Kenias und besonders durch den Gebrauch als Schulunterrichtssprache weit verbreitet. Swahili ist die zweite Amtssprache. Reil: „Sie wird praktisch in ganz Ostafrika gesprochen.“ Swahili ist vor allem im ländlicheren Bereich die vorherrschende Sprache. Reil: „Mit normalem Englisch im Sinne von Grundlagen kann man sich in Kenia eigentlich überall gut verständigen.“