US Open

Einer Ausnahmegenehmigung sei Dank


11. Juni 2024 , Daniel Dillenburg


Schon beim Einspielen vor großer Kulisse: Tiger Woods.
Schon beim Einspielen vor großer Kulisse: Tiger Woods. | © Ross Kinnaird/Getty Images

Tiger Woods spielt diese Woche die US Open, obwohl er sich sportlich nicht qualifizieren konnte. Die USGA will den dreimaligen Champion aber im Feld haben und stattet ihn mit einer Ausnahmegenehmigung aus – vermutlich nicht zum letzten Mal.

Es gibt unzählige unterschiedliche Wege, sich für die US Open zu qualifizieren. Die einen gewinnen Turniere, die anderen rangieren unter den Top 60 der Welt und manche nutzen eines der vielen Qualifying Events, um ihr Major-Ticket zu sichern. Überall ist sportlicher Erfolg vorausgesetzt. Nur bei einer Kategorie nicht: F-23. Hierbei handelt es sich nämlich um die Kategorie: „Special exemption from the USGA“. Der Turnierveranstalter lässt sich also bei jeder US Open die Option, ein Platz im Feld selbst zu vergeben. Wenig überraschend ging diese Ausnahmegenehmigung an Tiger Woods, dreimaliger US-Open-Champion und berühmtester Golfer aller Zeiten.

Woods ist sportlich längst nicht mehr so relevant wie noch vor zehn Jahren. Die Anzahl der Fans, die ihn schon Tage vor Turnierstart in Pinehurst verfolgen, sprechen aber eine andere Sprache. Wo Woods ist, sind die Kameras. Jeder Fan will den 15-maligen Major-Sieger nochmal live sehen. Wer weiß, wie lange er noch auf der Tour spielt? In diesem Jahr nahm der 48-Jährige erst an drei Turnieren teil. Davon war er nur einmal auch noch am Finaltag dabei. Dass Woods zumindest alle Majors mitspielen möchte, machte er schon früh deutlich. Das Startrecht für die US Open, dem dritten Major des Jahres, war ihm nicht gewiss – bis zur persönlichen Einladung der USGA.


„Die US Open, unsere nationale Meisterschaft, ist ein wirklich besonderes Ereignis für unser Spiel und haben meine Karriere geprägt“, so Woods, der die US Open zuletzt 2020 mitspielte. „Ich fühle mich geehrt, dass ich diese Ausnahmegenehmigung erhalten habe und freue mich sehr auf die Gelegenheit, an der diesjährigen US Open teilzunehmen, vor allem in Pinehurst, einem Ort, der so viel für den Golfsport bedeutet.“ Dank seines US-Open-Erfolgs 2008 war Woods bis einschließlich 2018 spielberechtigt. Sein Masters-Triumph 2019 verlängerte sein Startrecht bis 2023. Das letzte Mal, dass er sich sportlich nicht für die US Open qualifiziert hatte, war 1994.

Das letzte Mal, dass die USGA von ihrer speziellen Einladung gebraucht gemacht hatte, war 2021, als man Phil Mickelson mit einem Ticket ausstattete. Schon in der Vergangenheit landeten etliche Legenden des Sports in der Kategorie F-23. Allein Jack Nicklaus erhielt acht Einladungen. Tom Watson und Arnold Palmer kamen auf jeweils fünf. Nicht unwahrscheinlich, dass auch Woods in den kommenden Jahren auf die Ausnahmegenehmigung angewiesen ist. Wenn sie aber einer verdient hat, dann der größte Zuschauermagnet der heutigen Zeit.