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17. Oktober = Mulligan Day: Aber warum heißt die zweite Chance überhaupt so?


17. Oktober 2023 , Thomas Kirmaier


Manchmal braucht es auf privaten Runden eine zweite Chance am Tee. Golfer nennen das einen
Manchmal braucht es auf privaten Runden eine zweite Chance am Tee. Golfer nennen das einen "Mulligan". Und woher kommt der Begriff? © Getty Images

Golfer überall auf der Welt nehmen ihn in Privatrunden hin und wieder für sich in Anspruch. Aber warum heißt der Mulligan, die zweite Chance nach einem misslungenen Schlag, überhaupt Mulligan? Wir beantworten die Frage am 17. Oktober gern, denn in den USA markiert dieses Datum den National Mulligan Day - den Tag der zweiten Chance.

Wenn sich Golfer nach einer gemeinsamen Runde zu einem Kaltgetränk auf der Terrasse treffen, wird das auf dem Platz Erlebte gerne noch einmal detailliert durchgekaut. Golf lässt sich eben wunderbar nachtarocken. Und dabei fallen gelegentlich Ausdrücke, die Nicht-Golfern ein dickes Fragezeichen ins Gesicht zaubern. Manchmal beginnt das Jonglieren mit den Fachbegriffen aber schon an Tee eins. Dann nämlich, wenn es um den Mulligan geht.

Was das ist, wissen Golfer genau, weil so gut wie jeder schon mal einen „zweiten Aufschlag“ in Anspruch genommen hat. Wikipedia hat eine klare Definition für den Mulligan, und die geht so: „Der Begriff Mulligan wird im Golfsport für eine inoffizielle Übereinkunft verwendet, bei der ein Golfspieler einen misslungenen Schlag straffrei wiederholen darf. Die Regelung ist nicht Teil des offiziellen Golfsport-Regelwerks und kommt ausschließlich bei privaten Golfrunden zur Anwendung. Die Regelung ist besonders bei Hobbygolfern aus dem englischsprachigen Raum weit verbreitet und kommt zunehmend auch bei Golfern aus anderen Ländern zum Einsatz.“

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So weit so gut. Woher der Terminus aber kommt, warum der Mulligan Mulligan und nicht Müller heißt, wissen nur die Wenigsten. Was auch daran liegen könnte, dass die Herkunft des Begriffs nicht eindeutig geklärt ist, denn: Es gibt zwei Geschichten über Golfer, die als Mr. Mulligan Namensgeber gewesen sein könnten. Und dabei geht es nicht um den PGA Professional und US-Schwungcoach Jamie Mulligan aus Kalifornien, der unter anderen mit Nelly Korda und Patrick Cantlay trainiert.

Das Museum der United States Golf Association (USGA) erwähnt einen Herren namens David Mulligan, der irgendwann in den 1920er Jahren den Kurs des St. Lambert Country Club in Montreal (Kanada) spielte. Mulligan war mit den Ergebnissen seiner Schläge nicht immer zufrieden, versuchte es manchmal ein zweites Mal auf und schlug erneut ab. Der Geschichte zufolge nannte er es einen „Korrekturschlag“, aber seine Golf-Buddies sprachen vom „Mulligan“. Vielleicht, weil Mr. Mulligan ein bekannter Hotelier war, setzte sich diese Story durch und verbreitete sich. Er brachte den Begriff in die Vereinigten Staaten, als er nach New York zog und sich dem Winged Foot GC anschloss.

Das ist die eine Version über die Herkunft des Wortes Mulligan. Die USGA-Website bietet tatsächlich eine Alternative. Nämlich die eines gewissen John „Buddy“ Mulligan, der dafür bekannt war, in den 1930er Jahren in den Essex Fells Country Clubs in New Jersey schlechte Schläge einfach noch einmal wiederholt zu haben. Wie bei David Mulligan in Kanada haben die Mitspieler von Buddy Mulligan den zweiten Versuch nach ihm benannt. Die Version von John Mulligan fand im US-amerikanischen Raum weite Verbreitung, nachdem 2005 in der Fernsehsendung „Today Show“ darüber berichtet worden war.