Tour-Vorschau

Ein letztes Bewerbungsschreiben


29. August 2023 , Daniel Dillenburg


Hat einen Platz im europäischen Ryder-Cup-Team im Blick: Yannik Paul.
Hat einen Platz im europäischen Ryder-Cup-Team im Blick: Yannik Paul. | © golfsupport.nl/Jos Linckens

Eine allerletzte Chance bleibt Yannik Paul, sich bei Ryder-Cup-Kapitän Luke Donald anzubieten. In der Schweiz findet das Omega European Masters statt. Zudem sind zahlreiche deutsche Ladies in Irland sowie Portland im Einsatz. Die Tour-Vorschau:

DP World Tour: Omega European Masters

Crans-sur-Sierre GC, Schweiz, 31. August bis 3. September

Seit Jahren gehört das Omega European Masters zu den Höhepunkten auf der DP World Tour. Inmitten der Schweizer Alpen schlängelt sich der pittoreske Platz des Crans-sur-Sierre GC durch das Gebirge und bietet allen Spielern und Zuschauern ein einmaliges Golf-Panorama. Das Turnier blickt auf eine enorme Tradition. Seit 1923 findet das European Masters statt und mit Seve Ballesteros zählt eine absolute Tour-Legende zu den Rekordsiegern in der Schweiz. Mit Sven Strüver konnte 1998 auch schon ein Deutscher triumphieren. Marcel Siem und Martin Kaymer wurden hier jeweils Zweiter.

Siem ist auch in dieser Woche wieder dabei. Er ist einer von neun Deutschen im Feld. Der größte Fokus liegt auf Yannik Paul, der sich ein letztes Mal für den Ryder Cup empfehlen kann. Nach dem European Masters stehen nicht nur die automatisch qualifizierten Europäer fest, sondern Luke Donald wird auch seine Wild Cards verkünden. Der Bewerbungszeitraum endet also in den Schweizer Alpen. Paul konnte trotz eines zehnten Rangs in Tschechien in der vergangenen Woche keine Punkte auf Robert MacIntyre gutmachen, der aktuell den dritten Rang im Ryder Cup Ranking belegt und damit sicher dabei wäre. Sollte Paul diese Wertung jedoch selbst auf Rang vier beenden, kommt Kapitän Donald wahrscheinlich nicht an einer Nominierung des Deutschen vorbei.


Mit großem Selbstvertrauen reisen auch Nick Bachem und Maximilian Schmitt nach Crans-Montana. Beide beendeten das Czech Masters auf einem geteilten vierten Platz und wollen natürlich an diese Top-Leistung anknüpfen. Ebenfalls gut in Form ist Freddy Schott, der zuletzt zwei Turniere in Folge unter den Top 15 beendete. Außerdem dabei: Hurly Long, Marcel Schneider, Nicolai von Dellingshausen, Matti Schmid und Alexander Knappe.

Während der Südafrikaner Thriston Lawrence als Titelverteidiger antritt, zählt Matt Fitzpatrick als zweimaliger Champion im Crans-sur-Sierre GC zu den absoluten Top-Favoriten in dieser Woche. Ebenfalls gute Siegchancen werden Adrian Meronk, Nicolai Höjgaard sowie Ludvig Aberg eingeräumt - übrigens auch alles Ryder-Cup-Kandidaten.

Ladies European Tour: KPMG Women's Irish Open

Dromoland Castle, Irland, 31. August bis 3. September

Das 21. Event der Saison steht auf dem Programm. Die Ladies European Tour gönnte sich in der vergangenen Woche spielfrei, um nun mit der Women’s Irish Open den Saisonendspurt einzuläuten. Sieben Turniere stehen noch an, bevor in Andalusien das große Finale stattfindet. Im vergangenen Jahr feierte das irische Event nach zehn Jahren Auszeit sein großes Comeback im Dromoland Castle, wo es die 126 Spielerinnen auch in dieser Woche wieder hinzieht. Titelverteidigerin ist die Tschechin Klara Davidson Spilkova, die sich im vergangenen Jahr im Stechen gegen Ursula Wikstrom und Nicole Broch Estrup durchsetzte.

Knapp nicht fürs Playoff reichte es damals für die große Heimfavoritin Leona Maguire. Die Nummer 14 der Welt wurde vor zwölf Monaten geteilte Vierte und peilt in dieser Woche ein noch besseres Finish vor heimischen Fans an. Neben Maguire ist mit Caroline Hedwall eine zweite Solheim-Cup-Spielerin im Feld.


An dem mit 400.000 Euro dotierten Event nehmen auch sieben Deutsche teil. Patricia Isabel Schmidt ist eine von fünf aktuellen LET-Siegerinnen, die in dieser Woche den zweiten Saisonsieg anpeilen. Als 27. im Race to Costa del Sol ist sie auch die bestplatzierte Deutsche im Saisonranking, die in Irland abschlägt. Während Esther Henseleit und Olivia Cowan auf der LPGA Tour im Einsatz sind, fehlt Chiara Noja verletzungsbedingt. Die weiteren deutschen Spielerinnen im Feld: Leonie Harm, Alexandra Försterling, Helen Tamy Kreuzer, Laura Fünfstück, Carolin Kauffmann und Sophie Witt.

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LPGA Tour: Portland Classic

Columbia Edgewater Country Club, Oregon, 31. August bis 3. September

Portland war in den vergangenen Jahren ein fruchtbarer Boden für Debütsiegerinnen. Fünf der vergangenen zehn Champions der Portland Classic konnten bei dem traditionsreichen Event ihren ersten LPGA-Tour-Titel feiern. Zuletzt trug sich in diese Liste Andrea Lee ein. 2022 gewann die US-Amerikanerin, die Teil des Solheim-Cup-Teams sein wird, knapp mit einem Schlag Vorsprung.

Geteilte Dritte mit zwei Zählern Rückstand wurde damals Esther Henseleit, die seit 2020 auf der LPGA Tour abschlägt und eine weitere Spielerin ist, die gerne in Portland ihren ersten Sieg feiern würde. Beim ISPS Handa World Invitational vor zwei Wochen war sie einmal mehr nah dran. Henseleit beendete das co-sanktionierte Event in Nordirland auf dem geteilten zweiten Rang. Entsprechend ist der 24-Jährigen des Elite Team Germany auch in dieser Woche wieder einiges zuzutrauen.


Doch Henseleit ist nicht die einzige Deutsche im Feld, die ihren ersten LPGA-Titel jagt. Mit Olivia Cowan ist die aktuell formstärkste Spielerin aus dem Elite Team Germany am Start. Die 27-Jährige beendete zuletzt zwei Events in Folge unter den Top Ten. Polly Mack und Aline Krauter komplettieren das deutsche Quartett bei dem mit 1,5 Millionen US-Dollar Turnier, das seit Gründung der LPGA Tour Teil des Kalenders ist.

Zu den großen Top-Favoritinnen im Columbia Edgewater Country Club zählen die Weltranglistenerste Lilia Vu, Nelly Korda und Lydia Ko. Auch Megan Khang, die Gewinnerin der CPKC Women’s Open in der vergangenen Woche, ist dabei. Die US-Amerikanerin hat ihren Debüt-Erfolg seit ein paar Tagen bereits in der Tasche.

Challenge Tour: Indoor Golf Group Challenge

Landeryds Golfklubb, Schweden, 31. August bis 3. September

Die Indoor Golf Group Challenge geht in ihr zweites Jahr auf der Challenge Tour. Im vergangenen Jahr musste das Turnier wegen Regen auf 54 Löcher verkürzt werden. Gleiches Schicksal erlitt die Dormy Open in der vergangenen Woche. Zu dieser Jahreszeit scheint es in Schweden also gerne viel zu regnen. Hoffentlich bleiben die Spieler und Veranstalter in dieser Woche von erneuten Wetterkapriolen verschont. Ein Blick in den Wetterbericht sagt zumindest fürs Wochenende kein Regen vorher.

In der vergangenen Woche war Regen in Schweden kein schlechtes Omen für deutsche Spieler. Anton Albers reist mit einem zweiten Platz im Gepäck zum zweiten Event in Schweden und Jannik de Bruyn wurde vergangene Woche geteilter Sechster. Das Selbstvertrauen dürfte also bei beiden in dieser Woche am Anschlag sein.


Neben Albers und de Bruyn sind eine Vielzahl weiterer Deutscher dabei: Maximilian Rottluff, Dominic Foos, Felix Katzy, Allen John, Marc Hammer, Velten Meyer, Michael Hirmer und Yannick Schütz. Im vergangenen Jahr wurde Meyer starker Neunter bei der Indoor Golf Group Challenge. Damals fand das Turnier aber noch im Allerum Golf Club statt. Für diese Ausgabe ist man in den Landeryds Golfklubb umgezogen.