Mentale Stärke

Faldo-Tipp: So meistern Sie schwierige Schläge


10. Januar 2023 , Felix Grewe


Faldo zeigt wie's geht: Auch schwierige Schläge lassen sich einfach meistern.
Faldo zeigt wie's geht: Auch schwierige Schläge lassen sich einfach meistern. | © Phil Inglis/Getty Images

Der dreifache Open-Champion Nick Faldo und Sportpsychologe Kjell Enhager erklären im Video, welche mentalen Tricks Ihnen das Spiel aus schwierigen Situationen erleichtern.

Bestimmt kennen Sie diese Situation: Ihr Ball liegt nicht weit entfernt vom Grün, vielleicht sind es gerade einmal 15 oder 20 Meter. Wenn Sie ihn jetzt geschmeidig pitchen, dann wird er irgendwo im sicheren Umkreis der Fahne landen und anschließend können Sie im besten Fall mit einem Putt alles klarmachen. Allerdings: Ihr Ball ist umgeben von teilweise tiefen Bunkern und auch direkt hinter dem Grün lauert Gefahr – nämlich noch mehr Sand und sogar Wasser. Bedeutet für Sie: Patzer beim nächsten Schlag sind verboten, denn damit würden Sie sich vermutlich Ihren guten Score auf dieser Bahn verbauen. Der Druck steigt also und da Sie in der Vergangenheit bereits eine Reihe dieser schwierigen Schläge versemmelt haben, fürchten Sie, dass es diesmal ähnlich laufen könnte. 

Die Komfortzone beim Schwung

Nun kommt Nick Faldo ins Spiel. Der sechsfache Major-Champion kennt diese Situationen – natürlich, denn auch die erfolgreichsten Profis spüren Druck! – und weiß deshalb, wie man ihnen am besten begegnet. In einem YouTube-Video erklärt er zusammen mit seinem langjährigen Mentalcoach Kjell Enhager, ein Sportpsychologe und Autor aus Schweden, worauf Sie sich vor schwierigen Schlägen wie kurzen Lob Shots konzentrieren sollten, um sie bestmöglich zu meistern.  

„Finden Sie Ihre Komfortzone beim Schwingen – sowohl im Rückschwung als auch im Durchschwung“, rät Faldo. Er empfiehlt, sich den Schwungradius wie eine Uhr vorzustellen und mit den Armen jeweils von neun bis neun Uhr zu schwingen, also einen halben Schwung zu praktizieren. „Dann habe ich alles unter Kontrolle“, sagt er. Orientieren Sie sich in diesen kniffligen Situationen nicht an jenen Profis, die Sie im Fernsehen bewundern, zum Beispiel Phil Mickelson, der selbst bei kurzen Lob Shots aus prekärer Lage teilweise einen kompletten Schwung ausführt. „Diese Jungs trainieren den ganzen Tag und machen das ihr Leben lang“, sagt Faldo. Sein Tipp: Stellen Sie sich Ihren Schwungbogen wie ein „U“ vor – im Video zeigt er es genau. 

Die Flugbahn visualisieren

Apropos vorstellen: Mentalcoach Enhager setzt auf die „See-Feel-Do”-Methode, also: sehen, fühlen, machen. Das Visualisieren hat dabei eine besonders große Bedeutung. Je klarer Sie Ihren eigenen Schlag vor Ihrem geistigen Auge sehen können, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Körper das tut, was nötig ist, um das erzeugte Bild in die Realität umzusetzen. Achten Sie darauf, was genau Sie sich vorstellen können: Sehen Sie den Start des Balls? Wie er landet? Oder die Flugkurve? Letzteres ist laut des Schweden der wichtigste Part. Er rät: „Stellen Sie sich einen leichten Fade oder Draw vor, denn am schwierigsten ist es, sich einen geraden Schlag vorzustellen. Bewegung erzeugt Emotionen.“

Der Raus-aus-der-Angst-Tipp

Auch für den Umgang mit Angst vor schwierigen Schlägen (kennen ja alle Spieler...) hat Enhager einen Tipp: Ein Mensch, der sich fürchtet, kneift in der Regel seine Augen zusammen und hält die Luft an. Das Gegenteil davon führt aus der Angst heraus, so Enhager. Also: „Öffnen Sie Ihre Augen und atmen Sie beim Rückschwung ein und beim Durchschwung aus – und zwar durch die Nase, ruhig und gleichmäßig.“ Faldo ergänzt: „Das hält Ihren Geist, Ihren Schwung und Ihren Körper weich.“ 

 

Faldos Mentaltipp im Video

 

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