Leading

Kommunikativer, effizienter, nachhaltiger


6. Dezember 2022 , Thomas Kirmaier


Daniel Neuß leitet ab 2023 das Service-Center der Leading Golf Clubs of Germany. In die Leading-Familie zurück kehrt - ebenfalls ab 1. Januar 2023 - der GC München Riedhof. © Foto: Stefan von Stengel/Frank Föhlinger
Daniel Neuß leitet ab 2023 das Service-Center der Leading Golf Clubs of Germany. In die Leading-Familie zurück kehrt - ebenfalls ab 1. Januar 2023 - der GC München Riedhof. © Foto: Stefan von Stengel/Frank Föhlinger

Die Herausforderungen sind gewaltig. Aber nur wer mutig vorangeht, ist gut aufgestellt für die Zukunft. Die Leading Golf Clubs of Germany zeigen bei einem Pressetermin in München auf, was ab 2023 neu ist und warum nur noch zur Familie gehören kann, wer im DGV-Programm Golf & Natur zertifiziert ist.

Draußen vor der großen Stadt legen Klimaaktivisten den Münchner Berufsverkehr lahm. Im Zentrum, genauer in der Schwarzreiter Tagesbar des Hotels Vier Jahreszeiten Kempinski, geht es zeitgleich ebenfalls um Energiekrise und die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Die Verantwortlichen der Leading Golf Clubs of Germany hatten zum Presselunch geladen, um aufzuzeigen, welche Projekte man anschieben und welche Lösungen vorschlagen möchte.

2022 war für die Organisation, die weiterhin eine Führungsrolle in Sachen Qualität und Meinungsbildung einnehmen will, ein Jahr der Veränderung: „Erfreulicherweise konnten wir in den vergangenen Monaten bei unseren 36 Mitgliederclubs durch neue Projekte ein hohes Maß an Interaktion und Dynamik erreichen“, stellt Bernhard May, seit dem Frühjahr 2022 Präsident der Vereinigung, fest. „Durch die Weitergabe von Wissen und Best-Practice-Beispielen wird es für die Anlagen einfacher, ihren hohen Qualitätsanspruch effizienter zu erreichen.“ Eine intensivere Vernetzung innerhalb der Leading-Familie soll das Knowhow in vielen Bereichen zugänglicher machen.

Bernhard May, seit diesem Jahr Präsident der Leading Golf Clubs of Germany, will mit seinem Team das Testverfahren effizienter gestalten.
Bernhard May, seit diesem Jahr Präsident der Leading Golf Clubs of Germany, will mit seinem Team das Testverfahren effizienter gestalten. | © Föhlinger


Das Service Center der Leading Golf Clubs of Germany wird ab Januar 2023 von Daniel Neuß geleitet. Er löst die Matchpoint GmbH ab, die die vergangenen zehn Jahre für die Gemeinschaft tätig war. Neu sind auch zwei Clubs, die die Vereinigung zum 1. Januar 2023 auf 38 Mitglieder anwachsen lässt: der GC München-Riedhof (Bayern) und der Golfpark Weiherhof (Saarland). Und natürlich hat man die Bedeutung von Umwelt- und Naturschutz ebenfalls längst erkannt: „Dabei ist es uns wichtig, dass wir uns dieses Thema nicht nur auf die Fahnen schreiben, sondern mit Projekten und Maßnahmen faktisch unterlegen“, stellt Präsident May fest. So können künftig nur noch Clubs Leading werden, wenn sie eine Zertifizierung im DGV-Programm Golf & Natur nachweisen können. Zudem werden Nachhaltigkeitsfragen in die Testprozesse integriert. Ziel sei es, das Bewusstsein der Golfer in der Leading-Gemeinschaft für das Thema Nachhaltigkeit zu schärfen, so May, der ebenso Präsident des GC Würzburg ist.

Apropos Test: Künftig gilt das Prinzip „Weniger ist mehr“. Heißt: Die Zahl der Tester soll stark reduziert, ihre Qualifikation allerdings gehoben werden. Ab 2023 wird das Testverfahren dazu weitgehend digital ablaufen, so dass sich sowohl für die Tester als auch für die Clubs eine einfachere Handhabung, bessere Übersicht und schnellere Auswertung ergibt. „Das Testverfahren ist ein historischer Ankerpunkt der Leading-Gemeinschaft“, so May. Für die Vereinigung sei es extrem wichtig, weil es von unabhängiger Seite eine standardisierte Bewertung von Golfanlagen ermöglicht. Davon ausgehend könne sich im Anschluss jede Golfanlage verbessern.

Die Herausforderungen sind riesig. Darauf weisen nicht nur die Klimaaktivisten am Stadtrand hin. Die Münchner Polizei hat das Problem mit den Protesten auf den Autobahnen weitestgehend gelöst. Aber das große Thema Klimawandel bleibt. Und das noch lange Zeit. Dennoch: Die Leading-Clubs sind zuversichtlich, was das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die die Vereinigung im Oktober 2022 im Hinblick auf Energiekrise, Inflation und strengere Regulierungen bei Wasser und Pestiziden durchgeführt hatte, unterstreicht. Von einer positiven Grundstimmung der LGCG-Clubs ist die Rede, „die uns optimistisch ins Jahr 2023 blicken lässt. Dabei nehmen wir die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gleichzeitig sehr ernst“, so May.

Ergebnisse der aktuellen Leading-Umfrage:

  • Die durchschnittliche Zahl der Mitglieder stieg zum Ende des Jahres 2022 gegenüber 2021 auf 1026,08 noch einmal an. Ende 2019 lag die Zahl bei 936,60. Zwei Drittel der Clubs verzeichneten 2021 erneut Zugänge, ein Drittel Rückgänge.
  • Die Altersstruktur der Mitgliedschaft bleibt dabei stabil. Sie lag 2022 im Schnitt bei 53 Jahren.
  • Trotz des Problems des Personalmangels erwarten 52 Prozent der Clubs keine Probleme in der Gastronomie, 28 Prozent eventuell und 20 Prozent gehen von Problemen aus.
  • 84 Prozent der Clubs bereiten aktuell Energiesparmaßnahmen vor. Diese reichen von größeren Projekten wie der Umrüstung auf Photovoltaik, Windkraft oder Wärmepumpentechnik über kleinere Sparmaßnahmen im Clubhaus oder Veränderung im Greenkeeping (Umstellung auf Hybrid-Geräte, Einschränkung Mähzyklus)
  • 68 Prozent der Clubs planen keine Zurückstellung von Investitionen für das Jahr 2023.