Regelfrage #9

Strommast getroffen und umspielt?


28. Februar 2024 , Dietrich von Garn


Der gleiche Grund, der gleiche Anlass?
Der gleiche Grund, der gleiche Anlass? | © golfsupport.nl/Jos Linckens

In der Regelfrage der Woche widmet sich DGV-Regelexperte Dietrich von Garn einer „Regelproblematik“. Diesmal in den Hauptrollen: Heinrich Hoffnungsvoll, Michael Mitderausrede und ein Strommast, der einmal getroffen und einmal umspielt wird.

Die Situation: 

Auf dem Loch 16 steht ein großer Stahlmast einer Stromleitung genau in der idealen Spielrichtung. Aber da selbst Stahl viele Zwischenräume hat, schlägt Heinrich Hoffnungsvoll seinen Ball genau entlang der Ideallinie. Natürlich trifft er den Mast und springt von dort in einen Teich. Ein elegantes „Platsch“ ist das letzte, was man von dem Ball hört und sieht. Etwas genervt kommentiert er: „Schon wieder…! Aber wir haben ja die Platzregel, die mir eine Wiederholung erlaubt.“

Doch zunächst ist sein Mitspieler Michael Mitderausrede dran. Er schlägt seinen Ball genau in die Mitte des Fairways (um den Mast zu vermeiden). Dort macht der Ball einen Satz und springt fröhlich hüpfend nach links in den Wald und ist weg. Michael wendet sich an Heinrich: „Seihst Du, mir geht es genauso. Weil ich den Mast nicht treffen wollte, habe ich meinen Ball verloren. Also ist der Mast schuld daran, dass der Ball weg ist und ich darf den Schlag auch wiederholen.“

Darf er das?

Die Lösung: 

Nein, natürlich nicht. Die zulässige Platzregel sieht vor, dass ein Schlag wiederholt werden muss, wenn der Ball eine Stromleitung (oder wie hier einen Mast) trifft. Geschieht etwas anderes, wenn ein Spieler vermeiden möchte, den Mast zu treffen, ist der Spieler daran schuld und nicht der Mast. Der Ball von Michael ist also „ganz normal verloren“ und es kommt sein dritter Schlag, während Heinrich immer noch seinen ersten Schlag wiederholt.