Schluss mit Frust-Training! Klarer Plan statt Bauchgefühl
Sie kennen das bestimmt: Drei Drives fliegen zu weit nach rechts, zwei Chips erreichen gerade einmal die Grünkante und ein besonders einfacher Putt kullert am Loch vorbei – schon steht Ihr Plan für die nächste Trainingseinheit: Ab auf die Range, den Drive reparieren, anschließend das Gefühl für den Chip zurückgewinnen und zum Schluss aufs Übungsgrün. Was sich nach logischer Selbsthilfe anhört, ist für PGA Golf Professional Fabian Bünker einer der Klassiker, mit denen sich Hobbygolfer selbst ausbremsen.
„Im Golftraining nur das zu trainieren, was aus deiner Sicht auf der letzten Runde nicht geklappt hat, ist leider gängige Praxis unter Hobbygolfern“, erzählt er im Video (s.o.). Genau das sei „einer der Hauptgründe, warum so viele Golfer nicht vorankommen“.
Analysieren Sie Ihre Runden
Das Problem beginnt nicht erst beim Training, sondern im Kopf – und zwar direkt nach der Runde. „Viele Golfer verlassen sich auf ihr Bauchgefühl nach der Runde, aber das Problem ist, dass Gefühle trügen.“ Ein paar missratene Schläge können reichen, um eine ganze Trainingseinheit in die falsche Richtung zu lenken. Doch wer einmal sachlich auf die vergangenen Runden schaut, entdeckt häufig etwas ganz anderes: Vielleicht waren die missglückten Drives nur Ausreißer, aber kein Muster. Deshalb seine Empfehlung: Runden professionell analysieren, um Klarheit zu bekommen.
Fakten statt Emotionen
Eine Analyse macht etwas, das vielen Golfern nach einer frustrierenden Runde schwerfällt: Sie ersetzt Emotionen durch Fakten. Diese Klarheit ist doppelt wertvoll: Sie zeigt nicht nur, was schiefläuft, sondern auch, was bereits gut funktioniert. Das nimmt Druck raus, senkt den Frust – und verhindert, dass man sich an einem vermeintlichen Problem festbeißt, das in Wahrheit gar keines ist.
Entdecken Sie Ihre Muster
Wer seine Runden genauer betrachtet, findet statt einzelner Ausrutscher vor allem Fehlermuster, Entscheidungsmuster und Schlagmuster. Die entscheiden darüber, wo Schläge verloren gehen. Der Nutzen ist sehr praktisch: Plötzlich wird Training nicht mehr zum Bauchgefühl-Programm, sondern zu einer Maßnahme mit Fokus. „Wenn du weißt, wo du auf der Runde Schläge verlierst, dann weißt du auch, wo du ansetzen musst“, sagt Bünker.
So bauen Sie Selbstvertrauen auf
Nebenbei verändert die Analyse auch das Verhalten im Wettkampf. Wer weiß, welche Situationen ihm liegen und welche nicht, trifft bewusstere Entscheidungen: Risiko, wenn es passt – Sicherheit, wenn es eng wird. Für Bünker ist das Teil einer wichtigen mentalen Vorbereitung. So entsteht mit der Zeit echtes Selbstvertrauen, weil Entscheidungen nicht mehr aus Ärger, Hoffnung oder Tagesform getroffen werden müssen.









