Benesch: „Social Media wird den Golfsport weiter revolutionieren“
Golfvideos auf YouTube, kurze Clips auf Instagram und Challenges mit Tausenden Zuschauern: Für Sebastian Benesch gehören digitale Inhalte selbstverständlich zum Golfsport dazu. Der Sportreporter und Gründer des Kanals „Gut Golf“ ist überzeugt, dass Social Media die Entwicklung des Spiels in Deutschland nachhaltig verändern wird.
Dabei begann alles eher zufällig. Während der Corona-Pandemie entdeckte Benesch seine Leidenschaft für Golf neu, filmte erste Runden mit dem Smartphone und kombinierte seine journalistische Erfahrung mit seinem neuen Hobby. Aus den ersten Videos entstand 2021 „Gut Golf“ – heute einer der bekanntesten deutschsprachigen Golfkanäle mit einer großen Community auf YouTube und Instagram.
Vom Hobbyprojekt zur festen Größe der Golfszene
Ursprünglich hatte er eine andere Idee. Benesch spielte mit dem Gedanken, noch einmal den Weg zum Profi einzuschlagen und diesen Prozess filmisch zu begleiten. Schnell wurde jedoch klar, dass daraus eher ein journalistisches Format entstehen würde: Golf als Bühne für Geschichten, Gespräche und Persönlichkeiten.
Heute dokumentiert er seine eigenen Runden, lädt ehemalige Profisportler, Nachwuchsspieler oder Mitglieder seiner Community ein und nimmt seine Zuschauer mit auf die Runde. Die Spannung einer Golfrunde macht die Videos besonders attraktiv. Die Zuschauer wollen wissen, wie die Runde ausgeht, ob das Handicap fällt und ob die entscheidenden Putts gelingen.
Mittlerweile ist aus dem Hobby ein Geschäftsmodell geworden. Dank Sponsoren, Kooperationen und Partnerschaften kann Benesch immer mehr Zeit in die Produktion seiner Inhalte investieren. Gleichzeitig betont er, dass für ihn nicht das Influencer-Dasein, sondern hochwertiger und journalistisch aufbereiteter Golf-Content im Vordergrund stehe.
Deutschland kann von den USA lernen
Benesch verfolgt die Entwicklungen in den USA und Großbritannien besonders aufmerksam. Dort ist Golf gesellschaftlich deutlich stärker verankert und weniger mit Klischees behaftet als in Deutschland. „Golf ist in den USA, in England, in Schweden oder in Asien einfach viel, viel normaler“, sagt Benesch. Genau darin sieht er eine wichtige Voraussetzung dafür, dass auch Golf-Content und digitale Formate größere Reichweiten erzielen können.
Sein Ziel war deshalb von Anfang an, den Sport nahbarer und moderner zu präsentieren. Golf soll Spaß machen, Menschen verbinden und Vorurteile abbauen. Die positiven Rückmeldungen aus der Community zeigen ihm, dass dieser Weg funktioniert. Immer wieder berichten Zuschauer, dass sie durch seine Videos erstmals mit Golf in Berührung gekommen seien oder selbst zum Schläger gegriffen hätten.
Auch die Zusammenarbeit zwischen Verbänden, Clubs, Content Creatorn und Sportlern anderer Disziplinen sieht Benesch als große Chance. Fußballer, Tennisspieler oder Wintersportler spielen längst regelmäßig Golf und können dabei helfen, die Sportart einem breiteren Publikum näherzubringen.
Dass Golf dabei weit mehr ist als ein elitärer Zeitvertreib, ist für ihn ohnehin offensichtlich. Die Verbindung von Bewegung, Natur, Wettkampf und Gemeinschaft macht den Reiz des Sports aus – unabhängig vom Alter oder Leistungsniveau. Entsprechend optimistisch blickt er auf die Zukunft des Golfs in Deutschland. Die Voraussetzungen seien vorhanden, jetzt gelte es, die Geschichten des Sports sichtbarer zu machen.







