DM AK 30

Hitzeschlacht mit knappen Siegen


19. Juni 2022 , Christopher Tiess


Stefan Wiedergrün (Frankfurter GC) und Rachel de Heuvel (GC Olching) sind die neuen Deutschen Meister der AK 30. (Foto: C&V Sport Promotion)
Stefan Wiedergrün (Frankfurter GC) und Rachel de Heuvel (GC Olching) sind die neuen Deutschen Meister der AK 30. (Foto: C&V Sport Promotion)

Mit jeweils einem Schlag Vorsprung gewinnen Rachel de Heuvel (GC Olching) und Stefan Wiedergrün (Frankfurter GC) die Deutschen Meisterschaften AK 30. In einer wahren Hitzeschlacht setzt sich de Heuvel damit gegen die lange in Führung liegende Deborah Wehle (GC Hamburg-Walddörfer) durch. Stefan Wiedergrün kann sich seinerseits gegen den Platzrekordhalter Marian Ludwig (GC Hof) erwehren.

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Die Deutschen Meisterschaften der AK 30 haben ihre Meister gefunden. Und der Weg dahin war nicht nur extrem heiß, sondern erneut gespickt mit Spannung - ganz so, wie man es bei einem Teilnehmerfeld dieser Klasse erwarten würde. Jeweils nur ein Schlag machte am Ende den Unterschied zwischen Silber und Gold aus. Und wie hoch die Leistungsdichte tatsächlich ist, zeigt sich spätestens an der Anzahl der podestplatzierten Herren.

Aber zunächst zu den Damen: Über zwei Tage hinweg führte Deborah Wehle (GC Hamburg-Walddörfer) das Feld der Jungseniorinnen an. Mit nur drei Schlagverlusten in den beiden ersten Runden war sie äußerst konzentriert unterwegs und konnte die Spitze der Tabelle behaupten. Am Finaltag ließ die Norddeutsche ein paar Fehler mehr zu - Wehle lag aber dennoch weiter in Führung, denn auch ihre ärgste Konkurrentin Rachel de Heuvel ließ Federn.

Erst an Bahn 13 führte Wehles Doppelbogey zum Gleichstand. Und an Bahn 17 dann der entscheidende Fehler: die Walddörfer Spielerin traf ihren Abschlag dünn. Der Ball prallte von einem Baum ab und landete in einem Grünbunker. In dem so ausgeglichenen Zweikampf der beiden Top-Spielerinnen war dies vielleicht die einzige Chance für de Heuvel. Und die wusste sie zu nehmen. Mit einem soliden Par spielte die Olchinger Spielerin sich in Führung und ließ diese auch an der letzten noch zu spielenden Bahn nicht mehr los.

Das glückliche Ende

Am Ende siegt Rachel de Heuvel mit 218 Schlägen (-1) knapp vor Deborah Wehle mit 219 Schlägen (+/-0) und ist damit die Einzige im gesamten Feld, die für das Turnier unter Par bleibt. Rachel de Heuvel zieht ein Fazit: „Ich bin im Moment noch ein bisschen überwältigt. Natürlich fährt man hierher, um vorne mitzuspielen. Und wenn man dann sogar noch im Leader Flight ist, möchte man tatsächlich auch gewinnen. Aber es war wirklich ein starkes Feld und Debbie hat über das ganze Turnier hinweg sehr gutes Golf gespielt. Ich bin einfach froh, dass ich das glücklichere Ende hatte. Dass mein Spiel hier so funktioniert hat, daran hat mein Trainer großen Anteil. Ich möchte mich daher sehr bei meinem Pro Martin Höcker und bei Patrick Kopp bedanken. Martin ist im wahrsten Sinne Gold wert.“

Zu den Gastgebern des GC Hanau-Wilhelmsbad sagt de Heuvel: „Die Anlage ist super. Hanau ist der Leading Courses absolut würdig. Bei dieser Hitze hat sich die Anlage in einem wirklich erstklassigen Zustand gezeigt. Und auch das Feedback vom Club ist da. Wir haben viele Mitglieder heute hier draußen gesehen. Und ich muss sagen, es hat richtig viel Spaß gemacht, hier zu spielen.“

Und trotz der knappen Entscheidung fährt auch Debbie Wehle mit einem guten Gefühl nach Hause: „Ich freue mich sehr über den zweiten Platz und gratuliere Rachel, die super gespielt hat und den Sieg wirklich verdient hat. Ich habe an der 17 einen schlechten Abschlag gemacht, was auf einer Runde passieren kann. Dieser Abschlag ist etwas kurz gewesen und ich lag somit im Bunker.

Bei der Fahnenposition war das kein einfaches Up-and-Down. Zusammengefasst bin ich super stolz und zufrieden. Vielleicht reicht es im nächsten Jahr für ganz oben, ich gebe jedenfalls nicht auf.“ Den dritten Platz erkämpft sich Alena Oppenheimer (GC Main-Taunus) mit 221 Schlägen (+2). Oppenheimer hat an diesem Finaltag mit 73 Schlägen ((+/-0) eine der besten Runden im Feld der Damen gespielt.

Wiedergrün hält Score zusammen

Auch bei den Herren fiel die Entscheidung um Gold sehr knapp aus. Am Ende konnte sich Stefan Wiedergrün (Frankfurter GC) gegen Marian Ludwig (GC Hof) durchsetzen. Ludwig, der am zweiten Turniertag einen neuen Platzrekord im GC Hanau-Wilhelmsbad aufgestellt hat, ließ in seiner Finalrunde nur einen Schlagverlust zu und notierte am Ende eine Even-Par-Runde. Es war aber doch noch ein Schlag zu viel, um den führenden Wiedergrün in ein Stechen zu zwingen. 

Denn der Hesse ist seinerseits mit zwei Schlägen Vorsprung in die letzte Runde des Turniers gestartet und blieb mit seiner 72 (+1) voll und ganz in seinem knapp gesetzten Limit. Wiedergrün und Ludwig spielten - gemeinsam mit Felix Wartenberg (Marienburger GC) - im Leader Flight und konnten sich im direkten Duell messen. Doch Wiedergrün hielt die Tür sprichwörtlich zu und spielte seine Führung letztendlich mit 213 Schlägen (+/-0) nach Hause. Ludwig beendet das Turnier mit 214 Schlägen (+1).

Der Spieler aus Hof, der sich während der zweiten Runde so stark in die Spitze des Feldes spielen konnte, versucht sich in einer Einschätzung seines Ergebnisses: „Im ersten Moment fühlte sich der zweite Platz eher nach verlorenem Gold an, weil ich heute nicht ganz meine Leistung abrufen konnte. Aber im zweiten Moment ist es natürlich gewonnenes Silber. Ich bin schon zufrieden und auch stolz auf das Ergebnis meiner allerersten Zählspiel-DM. Stefan hat das absolut verdient gewonnen, auch wenn es den ganzen Tag echt spannend war. Ich freu mich auf jeden Fall über ein - für mich - super Wochenende mit genialem Platz, super Leuten und solider Leistung.“

Viermal Bronze

Und der neue AK 30 Meister Stefan Wiedergrün ist vor allem eins: glücklich. Er sagt: „Ich bin sehr erleichtert. Es waren wilde drei Tage. Ich hatte nicht immer ganz die Performance, die ich mir gewünscht habe. Ich konnte aber den Score ganz gut zusammenhalten. Ich bin erleichtert, gestern ganz gut gespielt zu haben und dass ich heute Marian auf Distanz halten konnte. Ganz ehrlich: bei Marians Platzrekord gestern wollte ich am liebsten nur zusehen. Er hat da wirklich wahnsinnig tolles Golf gespielt.“

Für Wiedergrün ist der Mid-Amateur Pokal ein alter Bekannter: „Ich habe die Meisterschaft ja bereits 2020 gewinnen können. Im letzten Jahr habe ich dann im Stechen verloren. Aber immerhin: jetzt ist der Pokal wieder zuhause.“ Zu den Spielbedingungen sagt der Frankfurter: „Die Temperaturen waren extrem. Wir hatten 38 bis 39 Grad und die Luft stand an den Löchern. Es war körperlich sehr anspruchsvoll. Andererseits gilt aber auch: wie der Platz präpariert war, das war sensationell und beeindruckend.“

Richtige Spannung gab es bei den Herren noch einmal im Spiel um Rang drei. Gleich vier Spieler lagen am Ende schlaggleich für diese Platzierung - und jeder einzelne ging mit einer Bronzemedaille um den Hals nach Hause: Albert Türklitz (G&LC Berlin-Wannsee), Philipp Westermann (Hamburger GC), Felix Banzhaf (Frankfurter GC) und Tim-Marlo Kaiser (GK Braunschweig) beendeten das Turnier mit 218 Schlägen (+5).