Novum bei Senior-Major: „Big Mama“ fehlt
Es ist ein Einschnitt in der noch jungen Geschichte der US Senior Womens Open: Zum ersten Mal seit der Premiere im Jahr 2018 steht JoAnne Carner nicht am Abschlag Senior-Majors der Damen. Die 86-Jährige, die mit ihren Auftritten in den vergangenen Jahren für Begeisterung gesorgt und Rekorde aufgestellt hatte, hatte ihre Teilnahme an der Ausgabe in San Diego (21. bis 24. August) abgesagt. Gegenüber US-Medien erklärte Carner, dass sie inzwischen rund 30 Yards an Schlagweite eingebüßt habe und mit ihrem Schwung nicht mehr zufrieden sei. Damit zieht sie einen Schlussstrich unter eine eindrucksvolle Serie: Seit der ersten Austragung in Chicago war sie jedes Jahr dabei, stets die älteste Spielerin im Feld, und schaffte es dabei gleich achtmal, ihr Alter oder besser zu spielen.
Für viele Fans und Mitspielerinnen war ihre Teilnahme in den vergangenen Jahren ein Höhepunkt des Turniers. Carner stand sinnbildlich für die Verbindung zwischen den Generationen: eine Ikone aus der Blütezeit der LPGA, die auch im achten Lebensjahrzehnt noch mit ungebrochener Leidenschaft den Wettkampf suchte. Ihre Runden waren nicht nur sportlich bemerkenswert, sondern zogen auch das Publikum in ihren Bann. Ihre Abwesenheit im Jahr 2025 wird die Stimmung im Teilnehmerfeld, zu dem Legenden wie Annika Sörenstam oder Laura Davies zählen, spürbar verändern. Der Applaus der Zuschauerinnen und Zuschauer, wenn die älteste Teilnehmerin mit ihrem Spitznamen „Big Mama” auf die Teebox trat, war zu einer festen Tradition der Senior Womens Open geworden.
Die zweifache Siegerin der US Womens Open zählt mit 43 Erfolgen auf der LPGA Tour zu den prägendsten Figuren der Golfgeschichte. Sie ist bis heute die einzige Frau, die alle drei USGA-Titel – die US Girls Junior, die US Womens Amateur und die US Womens Open – gewinnen konnte. Erst 2024 ehrte die USGA diese einzigartige Karriere, indem sie die Siegermedaille der Womens Amateur nach Carner benannte.
Ob die Absage in San Diego das Ende ihrer Major-Karriere bedeutet, ließ Carner offen. Ein weiteres Comeback ist nicht ausgeschlossen – und so bleibt die Hoffnung, dass „Big Mama“ 2026 noch einmal auf der großen Bühne zu sehen sein wird. Sicher ist jedoch schon jetzt: Das diesjährige Major in Kalifornien wird ohne sie anders sein.








