Gute EM für Schwenk und Sräga – auch ohne Medaille
Bara, Schweden – Es war das internationale Highlight für die Golfer mit Behinderungen spät in der Saison. Im schwedischen Bokskogens Golfklubb traten die besten Akteure ihrer Klassen bei der Europameisterschaft an. Unter ihnen waren für Deutschland Rene Schwenk und Jennifer Sräga mit am Abschlag. Es sollte über drei Tage ein spannender Kampf um Gold, Silber und Bronze werden – zumindest galt dies für die Männer. Nach einer Neueinteilung der Wertungsklassen durch die EDGA mussten die Damen um Sräga, anders als noch vor zwei Jahren, zusammen mit den Männern antreten. Am Ende fand sich die Deutsche vom GC Reischenhof zwar als drittbeste Frau im Leaderboard wieder, eine Ehrung gab es allerdings schlussendlich nur für die bestplatzierte Irin Julia Falvey Ryan. Rene Schwenk beendete die EM auf einem guten 14. Platz.
„Es ist sehr unglücklich den dritten Platz geholt zu haben und trotzdem hat man nichts in der Hand“, sagte Jennifer Sräga nach ihrer dritten Runde. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich mich zum Abschluss nochmal steigern konnte, Luft nach oben war allerdings trotzdem vorhanden. Ich bin eigentlich auch sehr happy, dass ich den Dreikampf mit den beiden direkten Konkurrentinnen um den dritten Platz bei den Frauen gewinnen konnte.“
Ein lachendes und ein weinendes Auge bei Sräga
Für Jennifer Sräga galt es nach zwei konstant guten Runden, in denen sie phasenweise aber jeweils kämpfen musste, mit einem guten Gefühl nach Hause zu fahren – und auf dem Papier das Treppchen bei den Damen zu erreichen. Beides gelang ihr am Finaltag der Europameisterschaft im Südwesten Schwedens. Auch wenn die ersten Bahnen nicht nach Plan verliefen. Vier Bogeys zum Auftakt in die Runde und trotzdem stand im Clubhaus die beste Tageswertung des Turniers zu Buche. Unbeeindruckt von den Schlagverlusten fand sie in der Folge wieder zuverlässiger die Grüns.
Die nächsten acht Löcher absolvierte sie mit einem Schlag über Par. Auch wenn im Endspurt ein paar Bälle nicht zum Par fallen wollten, eine 80er-Runde und insgesamt +31 brachten sie tatsächlich aufs Treppchen. Hinter der Irin (+11/T5) und Seriensiegerin Daphne van Houten (+15/T7) schnappte sich Jennifer Sräga tatsächlich den inoffiziellen Bronzerang bei den Damen.
Es bleibe dennoch ein gemischtes Gefühl, resümierte sie abschließend den Ausgang der Europameisterschaft. Auf der einen Seite sei es eine coole EM gewesen, die neuen Klassifizierungen und Wertungen sorgten jedoch dafür, dass es sich nicht so erfüllt anfühle.
Schwenk mit Birdies zum erfolgreichen EM-Abschluss
Rene Schwenk hatte bei der vergangenen EM vor zwei Jahren in den Niederlanden schon Bronze geholt und die Medaillenplätze verständlicherweise auch in dieser Woche ins Visier genommen. Nachdem er sich am Vortag um acht Positionen hatte verbessern können, gelang ihm im Finale erneut eine gute Runde. Sowohl Front Nine als auch Back Nine absolvierte Schwenk mit jeweils 38 Schlägen, inklusive seinen ersten beiden Birdies im Turnier auf den Bahnen 7 und 13. Das Fazit des Akteurs des GC Rheintal Oftersheim zur EM fiel trotz, oder gerade wegen Platz 14 eher gemischt aus.
„Ich bin am ersten Tag schlecht gestartet, mit holprigen ersten Löchern“, analysierte Schwenk das Turnier. „Ich war ein bisschen nervös und bin nicht ganz reingekommen. Der Putter war am zweiten Tag dann besser. Mit dem war ich auch sehr zufrieden. Natürlich wollte ich das im Finale wiederholen, war aber ein bisschen zu unpräzise im Spiel auf die Grüns. Im Endeffekt will man immer um den Sieg mitspielen. Der erste Tag hat mir das in diesem Jahr ein bisschen kaputt gemacht und die Chance auf eine Medaille gekostet.“
Die Medaillen blieben nämlich ausschließlich in Skandinavien – sehr zur Freude der Zuschauer. Ganz vorne sicherte sich Frederik Brokfelt-Christiansen aus dem dänischen Mølleåens Golfklub den Sieg. Nachdem er bereits an den beiden Tagen zuvor das Feld angeführt hatte, notierte er im Finale mit einer 74 zwar sein höchstes Rundenergebnis, bei zwei über Par hatte er dennoch zwei Schläge Vorsprung auf den Zweitplatzierten Schweden Gustav Andersson. Der Lokalmatador musste sich trotz Silber ein bisschen ärgern, hatte ihm ein Doppelbogey am letzten Loch die Chance auf den Sprung nach ganz vorne verwehrt. Den dritten Platz und damit die Bronzemedaille sicherte sich derweil der Norweger Fredrik Fjæraa. Eine 71er-Par-Runde war nicht nur gleichbedeutend mit dem niedrigsten Score des Tages, sie ermöglichte ihm in der Endabrechnung eben jene Verbesserung im Leaderboard, um auf dem Podest zu landen.








