Deutschland und Frankreich jubeln in Düsseldorf
Ratingen – Die Internationalen Amateurmeisterschaften des Deutschen Golf Verbandes (IAM) im Düsseldorfer GC haben nach drei spannenden und bei den Männern sogar bis zum letzten Putt umkämpften Runden mit Albert Türklitz (G&LC Berlin-Wannsee) und Julie Eluecque (Val de Sorne) zwei stolze wie überraschte Sieger hervorgebracht. Türklitz setzte sich gegen seinen ärgsten Konkurrenten aus Schweden bei zwei über Par mit einem Schlag Vorsprung durch, während die Französin Eluecque im Vergleich zu ihren deutschen Verfolgerinnen ganze sieben Schläge weniger benötigte. Auch der gastgebende Düsseldorfer GC durfte am Ende jubeln, da mit Patrick Koll einer seiner Spieler ebenfalls auf dem Podest landete.
Als Jäger an die Spitze und zum überraschenden Sieg
Die Entscheidung bei den Männern sollte erst am letzten der 54 im Turnier absolvierten Löcher fallen. Bis dahin entwickelte sich der Finaltag als so enges Kopf-an-Kopf-Rennen, wie es die beiden ersten Durchgänge schon hatten erahnen lassen. Ulrich Schulte (Bochumer GC) erwischte den besten Auftakt der drei im finalen Flight gestarteten Golfer in die entscheidende Runde. Mit Birdie am dritten Loch machte er Druck auf seine Kontrahenten Patrick Koll vom Düsseldorfer GC sowie den Schweden Christer Carling. Trotzdem waren es Koll und Carling, die in der Endphase der IAM 2026 auf ein Stechen um den Sieg zusteuerten. Dazu meldete sich im Verlauf der Back Nine auch der im vorletzten Flight angetretene Berliner Albert Türklitz an – alle drei standen bei zwei über Par, Schulte lag einen Schlag dahinter.
Carling verlor mit Bogey an der 17 einen Schlag. Die Entscheidung war zu einem vermeintlichen Zweikampf geworden. Schulte ließ am 18. Loch aus dem Grünbunker die letzte Chance ungenutzt, sich auf den finalen Drücker noch ins Stechen zu hieven. Zu diesem Zeitpunkt hatte Türklitz mit +2 bereits die Clubhausführung übernommen. Carlings Putt zum Birdie und Stechen lief ein paar Zentimeter am Loch vorbei. Blieb noch der Lokalmatador Koll. Nach etwas zu weit geratenem Annäherungsschlag rollte sein Bergab-Putt vom Vorgrün mit viel Tempo am Loch vorbei. Mit einem Doppelbogey des Düsseldorfers zum Abschluss war die Entscheidung gefallen. Albert Türklitz (G&LC Berlin-Wannsee) sicherte sich trotz Doppelbogeys am ersten Loch, dann aber mit fehlerfreiem Spiel ab der fünften Bahn und einer 70er-Runde zum Abschluss, den für ihn überraschenden Sieg.
„Der Start ins Turnier war mit einem Auf und Ab etwas holprig“, gestand der Sieger im Rückblick. „Am zweiten Tag lief es mit zwei unter Par viel besser. Da habe ich dann reingefunden und mich an den Platz gewöhnt. Heute lief es nochmal ganz gut.“ Türklitz führte seinen Erfolg auch auf sein Glück zurück, dass er nicht im Führungsflight habe abschlagen müssen. „Es ist immer besser zu jagen, als gejagt zu werden. Den Vorteil konnte ich für mich nutzen.“ Der selbsternannte Vorteil brachte dem Berliner mit +2 schlussendlich einen Schlag Vorsprung auf seinen mit Silber dekorierten, schwedischen Verfolger Carling (+3). Ein schlaggleiches Trio bestehend aus Ulrich Schulte, Patrick Koll sowie Maximilian Rehm jun. (GC Feldafing/jeweils +4) komplettierte das Podest mit ihren Bronzemedaillen.
Französin von der Spitze zum Sieg – Deutsches Trio auf Podest
Die deutschen Starterinnen im Feld der IAM AK 50 Frauen waren mit viel Selbstvertrauen ins Turnier gestartet. Allen voran Manon Harsch vom Baden Hills G&CC kam nach ihrem im Mai errungenen Deutschen Meistertitel mit viel Rückenwind nach Düsseldorf. Vom zweiten Platz aus ging es für die Badenerin in die finale Runde des auch bei den Frauen hochkarätig besetzten Wettbewerbs. Nach einem Bogey am ersten Loch folgte eine Serie solider Pars. Auf diese Weise verteidigte sie bis auf die Back Nine ihre am Vortag errungene Position. Während ihre Landsfrau Petra Schläger (Krefelder GC) auf dieser mit starken Schlägen und sicheren Pars gut im Rhythmus war, fiel der Ball für Harsch am 14. Loch erst zum Tripelbogey. Gleichzeitig scorte auch die nach dem ersten Tag führende Franca Fehlauer (Hamburger GC) konstant und notierte nur vereinzelte Schlagverluste.
So entstand ein deutscher Dreikampf um die Silber- und Bronzemedaille, war Julie Eluecque (Val de Sorne) an der Spitze so souverän unterwegs, dass sie sich den Sieg auch nach einer Bogey-Doppelbogey-Kombination Mitte der Back Nine nicht mehr nehmen ließ. Die Französin verteidigte ihre am Vortag erspielte Führung dank zweier sicher gelochter Birdies auf den Bahnen 11 und 12. „Ich habe zum Vergnügen zusammen mit meinem Vater das erste Mal in Deutschland gespielt“, erzählte Eluecque nach der Finalrunde. „Dann auch noch zu gewinnen ist natürlich das Beste.“ Sie sei aber auch von der großartigen Atmosphäre überrascht gewesen, gestand die Siegerin. „Es war wirklich ein tolles Verhältnis zwischen den Aktiven, Männern wie Frauen. Das ist sehr wichtig für ein gutes Turnier. Nicht einfach nur zu spielen.“
Am Ende von drei spannenden und mit hochklassigem Amateurgolf gespickten Tagen bei der IAM siegte Eluecque mit +10. Schläger sicherte sich den zweiten Platz mit +17, während sich Manon Harsch und Franca Fehlauer (jeweils +19) den dritten Platz teilten und somit beide mit Bronze dekoriert wurden.








