Masters

Ludvig Aberg: Debütant und Geheimfavorit


10. April 2024 , Felix Grewe


Steiler Aufstieg vom Amateur zum Profi: Ludvig Aberg.
Steiler Aufstieg vom Amateur zum Profi: Ludvig Aberg. | © golfsupport.nl/Richard Martin-Roberts

Ludvig Aberg schlägt in Augusta zum ersten Mal bei einem Major-Turnier ab – trotzdem zählt der junge Schwede bereits zum Kreis der Favoriten.

Ludvig Aberg hat viel erlebt, seit er im Juni 2023 Golfprofi wurde. Da waren die RBC Canadian Open, sein Debüt als Profi auf der Tour, das kein Spieler jemals vergisst. Sein erster Sieg beim European Masters im schweizerischen Cans Montana. Natürlich die darauf folgende Nominierung für das europäische Ryder-Cup-Team in Rom, ein frühes Highlight in der jungen Karriere. Und der Triumph bei der RSM Classic auf der PGA Tour, durch den sich der 24 Jahre alte Schwede unter die besten zehn Spieler der Welt katapultierte. 

​Debüt in Augusta

Nun schlägt Aberg an diesem Wochenende beim Masters in Augusta ab. Sein erster Start bei einem der vier Major-Turniere ist deshalb besonders spannend, weil er Außenseiter und Geheimfavorit zugleich ist. Es gibt viele Spieler, denen man höhere Chancen einräumt als dem Schweden, klar. Die Schefflers, McIlroys und Rahms dieser Welt kennen fast jeden Grashalm persönlich im Augusta National Golf Club. Und doch muss man Aberg im Blick behalten, mit seiner Unbekümmertheit und nachb seinem beeindruckend steilen Aufstieg der letzten Monate. Vor einem Jahr war er der bestplatzierte Amateur der Welt, inzwischen ist er ein Champion. 

Der letzte Debütant, der das Masters gewinnen konnte, war übrigens Fuzzy Zoeller im Jahr 1979, also vor 45 Jahren. „Das war mir bis eben noch nicht bekannt“, gab Aberg bei seiner ersten Pressekonferenz in Augusta zu Protokoll, weil man ihn natürlich in diesen Tagen auf seine Siegchancen ansprechen muss. „Ich denke, das spricht für einen anspruchsvollen Platz und die vielen Schwierigkeiten, die einem im Turnier begegnen können. Aber daran kann ich nicht wirklich viel ändern“, sagt der Schwede, der 2022 ein 2,5-Millionen-Dollar-Angebot von LIV Golf ablehnte.  

 

Im Video: Abergs erster PGA-Triumph


Abergs Kindheitstraum

In der internationalen Szene schwärmen Experten, Kollegen und Medien von Aberg. „Ich hatte auf Hawaii die Gelegenheit, herumzulaufen und ihn spielen zu sehen. Ich glaube, er ist unser nächster Superstar“, wird Andy North von ESPN, zweifacher US-Open-Sieger, auf dem US-Portal Golfweek zitiert. „Ich bin so beeindruckt von ihm. Ich liebe die Art und Weise, wie er das Spiel spielt, wie er es anpackt. Er fummelt nicht viel herum. Er steht einfach auf, schlägt ab und spielt Golf. Ich freue mich darauf, zu sehen, was er diese Woche macht. Ich denke, Augusta könnte ein großartiger Ort für ihn sein. Ja, er ist ein junger Kerl und hat dort noch nicht viel gespielt, aber er hat die Chance, eine großartige Woche zu erleben.“

Ähnlich schätzt Curtis Strange, ebenfalls zweimaliger US-Open-Champion und ESPN-Kommentator, Abergs Aussichten für ein erfolgreiches Augusta-Debüt ein. „Nun, er hat noch nie bei einem Major gespielt. Er ist erst 24. Er ist so schnell aufgetaucht, hat die College-Szene dominiert. Er hat immer dominiert, wenn er in seinem kurzen Leben gespielt hat. Wenn er dort gewinnen würde, es würde niemanden überraschen.“ 

Kurz vor seinem Major-Debüt wurde Aberg gefragt, welches der vier großen Events er als Kind am liebsten gewinnen wollte. „Das Masters, definitiv“, antwortete er.

 

Im Video: Aberg über sein Augusta-Debüt