Nachruf

Trauer um die Stimme des Golfsports


17. Oktober 2023 , Thomas Kirmaier


Letzter Auftritt in München: Als Ivor Robson 2015 in Rente ging, jubelten ihm Fans bei der BMW International Open ein letztes Mal zu. © Stefan Heigl
Letzter Auftritt in München: Als Ivor Robson 2015 in Rente ging, jubelten ihm Fans bei der BMW International Open ein letztes Mal zu. © Stefan Heigl

Die Golfwelt trauert um Ivor Robson. Der Brite war Jahrzehnte lang die Stimme der Open Championship und der European Tour. Nun ist er im Alter von 83 Jahren verstorben.

Ende Juni 2015 war das. Über der Anlage des GC München Eichenried schien die Sonne. Unter dem weißblauen Himmel verabschiedete sich ein wahrer Gentleman von der BMW International Open. Es war Ivor Robsons letzter Auftritt in Bayerns Hauptstadt. Der Engländer war nie ein Mann der großen Worte, eher leise und schüchtern. Aber ein Kavalier mit Stil, im dunkelgrünen Jackett, korrekt gebundener Krawatte, dem akkurat gescheitelten weißen Haar und einem einmaligen, unvergleichlichen Ton in der Stimme.

41 Jahre lang war Robson Ansager bei der Open Championship. Die Verantwortlichen des Major-Events rechneten einmal aus, dass Robson nur bei der Open (!) sage und schreibe 18.995 Spieler ankündigte. 40 Jahre war er die Stimme der European Tour, beim Ryder Cup, auf großen Events überall auf der Welt. Er hatte diesen charmanten schottischen Akzent, dieses Timbre. Wenn Ivor Robson sprach, war das wie Musik. Das „On the Tee....“ konnte keiner so wie er, der die ganz Großen im Zirkus Golf schätzte. Und sie schätzten ihn. Jack Nicklaus, Tiger Woods, Arnold Palmer, Seve Ballesteros, Tom Watson, Rory McIlroy - sie alle freuten sich, wenn sie den großen Ivor, Mann von stattlicher Statur, sahen.

Die Stimme des Golfsports


Robson kam 1940 in England zur Welt. Über sein Privatleben ist nicht viel bekannt. Nur, dass er gerne Golf spielte (am liebsten in seinem Moffat Golf Club im Council Dumfries and Galloway/Südschottland) und seine Karriere als Ansager bei der Open 1975 in Carnoustie so richtig Fahrt aufnahm. Martin Slumbers, CEO der R&A: „Wir sind zutiefst traurig, von Ivors Tod zu hören. Als offizieller Starter bei The Open über 40 Jahre lang war seine Stimme sofort erkennbar und gleichbedeutend mit der Championship für Spieler und Millionen von Golffans weltweit. Er war beliebt und respektiert bei allen Golfern und ich weiß, dass sie an unserer Trauer teilhaben werden.“

Nach seinem Abschied 2015 aus München war Robson ergriffen, als ihm die deutschen Fans zujubelten und große Schilder mit einem Herz hochhielten, in dem „Ivor“ geschrieben stand. Der Mann mit der markanten Stimme sagte 2015 in Eichenried: „Ich habe jede Minute meines Berufs genossen und nehme viele schöne Erinnerungen mit in den Ruhestand. Aber am Ende dieser Saison ist der richtige Moment, aufzuhören, auch wenn ich es vermissen werde. Es war eine große Ehre. Die Art und Weise, wie ich von Spielern, Offiziellen und Sponsoren behandelt wurde... vielen Dank!“

Einer seiner längsten Weggefährten war Darren Clarke. Der Ryder Cup-Veteran und Major-Sieger brachte es nach Robsons Rente auf den Punkt: „Der erste Abschlag wird nicht mehr derselbe sein. Ivor hatte immer ein nettes Wort für jeden, er war immer höflich und freundlich. Er ist ein ganz besonderer Mann, den ich schon sehr lange kenne. Zu Weihnachten habe ich ihm immer eine Kiste Wein geschickt. Ich bin sicher, ich spreche für alle Spieler: Wir werden Ivor sehr vermissen.“ Nun ist er verstorben. Über die Ursache seines Todes war zunächst nichts bekannt geworden. Weggefährte Ian Poulter drückte auf seinem Twitter-Kanal seine Trauer aus und schrieb: „Leider bist du von uns gegangen, aber deine Stimme und deine Freude bleiben für immer.“