Solheim Cup

Cup ist klar, aber warum eigentlich Solheim?


25. August 2023 , Thomas Kirmaier


Erfinder und Vater des Solheim Cup: der aus Norwegen stammende Karsten Solheim, der in seiner Garage damit begann, Golfschläger zu bauen. © Twitter.com/PGA of Canada
Erfinder und Vater des Solheim Cup: der aus Norwegen stammende Karsten Solheim, der in seiner Garage damit begann, Golfschläger zu bauen. © Twitter.com/PGA of Canada

Seit 1990 gibt es alle zwei Jahre den Vergleich zwischen den besten Golferinnen Europas und der USA. Vorbild ist der Ryder Cup. Warum heißt der Wettkampf eigentlich Solheim Cup? Wer war der Mann, der dieses Event aus der Taufe hob?

Fünf Schwedinnen, eine Dänin und dazu mit Suzann Pettersen eine Kapitänin aus Norwegen – das halbe Team Europa ist beim Solheim Cup 2023 skandinavisch. Apropos Norwegen: Der Wettbewerb hat seinen Ursprung eigentlich gerade dort, denn Namensgeber Karsten Solheim wurde am 15. September 1911 im norwegischen Bergen geboren. Er ist der Urvater des wohl prestigeträchtigsten Turniers in der Welt des Damen-Golfsports.

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Bereits im Kindesalter Solheims wandert seine Familie aus Norwegen aus. Beruflich tritt er in die Fußstapfen seines Vaters und wird ebenfalls Schuster. Wegen seiner Begeisterung für technische Dinge und Details arbeitet er später im Flugzeugbau und schließlich für den US-Konzern General Electric. Kollegen nehmen ihn schließlich irgendwann mit auf den Golfplatz, wo er Feuer fängt und sich rasch zu einem guten und ambitionierten Spieler entwickelt.

Da er beim Putten Schwierigkeiten hat und mit herkömmlichen Puttern nicht zurecht kommt, konstruiert er 1959 einen eigenen und baut ihn in der heimischen Garage. Er erhält den Namen „PING 1A“. Ping steht hierbei für das helle Geräusch, das beim Kontakt von Schläger und Ball entsteht. Charakteristisch für diesen Schläger ist eine andere Gewichtsverteilung als bei üblichen Modellen. Optisch unterscheidet sich der Schläger dadurch, dass der Schaft in der Mitte des Kopfes ansetzt und nicht wie bei den üblichen Blade-Puttern am Rand.

1961 zieht Karsten Solheim nach Phoenix, wo auch heute noch der Sitz der Firma ist. Er entwickelt erstmals Eisen. Neuerungen sind eine Gewichtsverteilung mit einem tieferen Schwerpunkt und eine Aussparung am Rücken des Schlägerkopfes, dem so genannten Cavity Back. Die Eisen erhalten den Namen 69, da Solheim 69 Schläge für ein hervorragendes Ergebnis einer Golfrunde hält. Der Triumphzug beginnt: John Barnum gewinnt 1962 die Cajun Classic als erster Golfer überhaupt mit einem PING-Putter. Bis heute erhält jeder, der ein Event mit einem PING-Putter gewinnt, ein exakt nachgebautes Modell in Gold. Eine Kopie davon bewahrt PING in einer Art Tresor auf. Auf einer ist Stephan Jägers Triumph 2016 bei der Ellie Mae Classic verewigt, als der Deutsche eine 58 auf der Scorekarte stehen hat.

Solheims Gold-Tresor


1967 gibt Solheim aufgrund der zunehmenden Nachfrage seinen Job bei General Electric auf. Der endgültige Durchbruch gelingt im selben Jahr, als Julius Boros mit einem PING-Putter die Phoenix Open (PGA Tour) gewinnt. Solheim professionalisiert die Schlägerherstellung, die zuvor noch weitgehend in Handarbeit ablief, und gründet die Firma Karsten Manufacturing. Unter dem Markennamen PING werden neben Eisen und Puttern auch Holzschläger, Taschen und weitere Ausrüstungsgegenstände auf den Markt gebracht.

Solheim ist treibende Kraft der Gründung des nach ihm benannten Solheim Cup als weibliches Gegenstück zum Ryder Cup. Er wird erstmals 1990 ausgetragen und findet alle zwei Jahre statt. Am 16. Februar 2000 verstirbt Solheim im Alter von 88 Jahren in seiner Wahlheimat Arizona. Er gilt als erster großer Förderer des professionellen Frauen-Golfsports und wird ein Jahr nach seinem Tod in die World Golf Hall of Fame aufgenommen.

Im Anschluss führt John A. Solheim die Geschäfte des Unternehmens. Er war schon als Kind dabei, als sein Vater Karsten noch zu Hause in der Garage Golfschläger baute. Wie sein Papa ist John Solheim Erfinder und Vordenker. Mit mehr als 170 US-Patenten beeinflusst er das Design von Schlägern und Taschen in der gesamten Branche. Seit 2017 ist John Karsten, Sohn von John und Enkel von Gründer Karsten Solheim, CEO der Firma.

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