Bild Information: Dr. Yips hat Praxistipps und Tricks für Golfer mit und ohne Yips

Denken Sie nicht an den Eifelturm

Dr. Yips: Teil III
 

Yips-Forscher Dr. Philipp Philippen erklärt, wie man Yips gar nicht erst bekommt. Tipps für alle Nicht-Yipper.

Wie so häufig hat es natürlich mehrere Gründe, warum sich eine Vorstellung von etwas hält, ohne, dass es dafür faktischen Beweis gibt. Ein Grund für den Mythos, dass nur erfahrene Golfer von Yips betroffen sind, ist, dass die ersten Studien zur Häufigkeit und Verbreitung der Yips nur erfahrene Golfer untersucht haben. Darum wurde in der Studie an der Deutschen Sporthochschule Köln untersucht, wie weit die Yips in Deutschland verbreitet sind und ob auch Anfänger davon betroffen sind.

Wie viele Golfer haben Yips?

Viele Golfer wissen gar nicht, was Yips sind und andere wiederum fürchten nichts mehr als die Yips, wenn sie ans Putten denken. Für unsere Studie haben wir 1.306 Golfer in Deutschland über einen Online-Fragebogen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass von diesen Befragten 292 (22,4%) unter den Yips leiden. Diese Zahl scheint sehr hoch und entspricht sicherlich auch nicht ganz der Realität, denn die berechtigte Vermutung besteht, dass von Yips betroffene Golfer auch eher an einer solchen Befragung teilnehmen. Nichtsdestotrotz bleibt die Anzahl erstaunlich hoch: Mehr als jeder fünfte Golfer habe demnach Yips.

Auch wenn Yips bei erfahrenen Golfern deutlich häufiger auftreten, zeigen die Ergebnisse unserer Studie dennoch, dass auch Anfänger von den Yips betroffen sind. Eine mögliche Erklärung dafür lässt sich aus der Erklärung für die Ursachen von Yips ableiten (Artikel 2: Yips sind kein Problem). Wenn man die Yips als prinzipiell funktional betrachtet und das Problem erst bei vermeintlichem Versuch der Kontrolle entsteht, dann benötigt es dafür keine lange Entwicklungsphase oder traumatische Erfahrung, sondern nur die Konzentration auf den "square impact", eine dafür nicht optimale Technik und den Versuch, den Arm durch mehr Muskelanspannung ruhig zu halten. Das können auch Anfänger ziemlich schnell. Besonders, wenn sie es bereits aus anderen Sportarten gewohnt sind, die Richtung eines Balles durch einen Schläger zu bestimmen. Denn auch hier geschieht die letzte Koordination der Bewegung über das Handgelenk. Auch interessant: Von Yips betroffene Golfer haben häufiger Vorerfahrungen mit anderen Schlägersportarten als nicht von Yips betroffene Golfer. 

Praxistipp: Wie vermeide ich die Entstehung von Yips

Der Praxistipp lautet, sich bewusst zu machen, wie ich die Entstehung von Yips vermeide. Wenn Yips nicht nur erfahrene Golfer betrifft, gilt es möglichst früh nicht in den Kreislauf der Yips-Entstehung abzurutschen. Das heißt, der Versuchung zu widerstehen, den square impact durch bewusste Kontrolle des Handgelenks herbeizuführen.

Ziel muss sein, die Konzentration weg vom square impact zu lenken, hin auf etwas Funktionales. Das Pendeln der Schulter bietet sich für Anfänger dafür besonders an.

Stellen Sie sich vor und spüren Sie, wie Ihre Arme von den Schultern nach unten hängen. Pendeln Sie diese aus dem Oberkörper nach hinten und dann wieder nach vorne. Dabei spüren Sie nur das Dreieck aus Händen und Schultern und konzentrieren sich auf den Rhythmus des Pendelns. Der Schläger schwingt automatisch durch den Ball und wird nicht gegen den Ball geführt oder geschlagen. Vergessen Sie dabei nicht, Ihren Putter locker zu halten. 

Quelle: Klämpfl, M.K., Philippen, P.B., & Lobinger, B.H. (2014). Self-report vs. kinematic screening test: prevalence, demographics, and sports biography of yips-affected golfers, Journal of Sports Sciences, DOI: 10.1080/02640414.2014.961026 

Teil I: Was ist der Yips - und leide ich darunter? Teil II: Yips sind kein Problem

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