Bild Information: Gehirnwäsche Golf (Photo: Pixabay)

Mentaltechniken für alle Fälle

Gehirnwäsche Golf #1
 

Wenn Ihr Golfspiel starken Schwankungen unterliegt und Sie häufig das Gefühl haben, Ihr Potential nicht voll ausgeschöpft zu haben, dann liegt der Fall für Dr. Barbara Gülpen klar auf der Hand. Es liegt an der Psyche!

Die Wahrheiten, die in der Serie "Gehirnwäsche Golf" von Dr. Barbara Gülpen herausgearbeitet werden, hören die meisten Pros äußerst ungern, obwohl sie selbst wissen, dass es wahr ist. Pros verkaufen technisches Training, also hat aus ihrer Sicht jedes Golfproblem eine technische Ursache.

Das ist in etwa so, als wenn ein Arzt immer nur die Symptome behandelt aber nie der Ursache auf den Grund geht. Natürlich hat ein missglückter Schlag oberflächlich gesehen eine technische Ursache. 

Aber wenn ich den Schlag eigentlich kann und mir vollkommen klar ist, was in der entsprechenden Balllage zu tun ist und ich es trotzdem nicht abrufen kann, dann gehorcht mir mein Körper nicht. Ich habe die bewusste Kontrolle verloren. Unbewusste psychologische Kräfte wirken. Was sind die Ursachen?

Golf ist eine wesentlich psychologischere Sportart als andere Ballsportarten wie z.B. Fußball oder Tennis. Das liegt daran, dass sich der Ball nicht bewegt und kein Gegner im Spiel ist, der mich unter Druck setzt. Außerdem zählt jeder Schlag unbarmherzig bis zum Ende und kann nicht wieder gut gemacht werden (wie z.B. beim Tennis). 

Der Druck beim Golf resultiert ausschließlich aus mir selbst und meinen eigenen Gedanken

Der Druck ist hausgemacht bzw. selbstgemacht. Dieser Druck ist subjektiv sehr verschieden und hängt von Erwartungen ab:

  • Erwartungen, die andere vermeintlich an mich heute haben (z.B. Flightpartner, Familie, Freunde oder Mannschaftskollegen)
  • Erwartungen, die Zuschauer an mich haben (z.B. am ersten Abschlag)
  • Erwartungen, die ich selbst an mich habe bezüglich des zügigen Spiels
  • Erwartungen, die ich selbst an mich habe bezüglich meiner Leistung
  • Erwartungen, die ich selbst an mich habe, um gut auszusehen und sozial akzeptiert zu sein
  • Erwartungen, die ich selbst an mich habe, um es anderen recht zu machen und deren Erwartungen zu erfüllen

Erwartungen erzeugen Druck und Druck erzeugt Stress. Wie groß bzw. stark dieser Stress von mir empfunden wird, hängt davon ab, wie gut ich mich selbst schützen kann. Stress bzw. empfundener Druck ist immer subjektiv.


Quelle: TK-Broschüre: Stress, 2015, S. 12

Bei etwas Druck steigt in der Regel zunächst die Leistung, wird der Druck jedoch zu groß, kippt die Leistung und wird weniger. Dies kann im Extremfall sogar zum totalen Blackout führen. Dabei ist jedoch auch zu geringer Stress nicht optimal für das Abrufen der Top-Leistung. Zu starke Entspannung oder gar Langeweile führen ebenso zu Fehlschlägen. Schon manch einer hat auf der Runde nach einigen Fehlschlägen gerufen, "ich kann kein Golf mehr!".

Um den selbstgemachten Druck unabhängig von der Schlagsituation im mittleren Bereich zu halten und damit optimale Leistung abzurufen, werden Mentaltechniken benötigt.

Selbstgemachte Gehirnwäsche

Die mentale Selbstbeeinflussung hat etwas von einer selbstgemachten Gehirnwäsche im positiven Sinn: Man manipuliert sich selbst - oder man könnte auch sagen, man coacht sich selbst - in einen ressourcevollen Zustand, der es ermöglicht, den besten Schlag abzurufen. Dies erfordert Sensibilität für den eigenen Körper und ein gewisses Repertoire an "Lösungen", d.h. an Mentaltechniken, die ich den Störungen entgegensetzen kann bzw. mit denen Störungen neutralisiert werden können. Das sollte eigentlich normal und selbstverständlich sein.

Wenn Mentaltechniken so selbstverständlich wären (wie sie aus meiner Sicht sein sollten), dann würde viel mehr darüber gesprochen und alle würden sich gegenseitig damit inspirieren. Ähnlich wie mit der Schlagtechnik, über die beim Golf viel gesprochen und gefachsimpelt wird. 

Die Wahrheit ist jedoch, dass für die meisten Golfer das Mentalthema immer noch ein Schwächeeingeständnis ist und daher negiert wird. Stattdessen wird nach der misslungenen Runde lieber eine Technikstunde beim Pro gebucht, der einen darin bekräftigt. Oder es werden noch zwei Körbe auf der Driving-Range abgeschlagen.

"Machen wir uns doch nichts vor: Das Spiel ist zu 95 Prozent kopfgesteuert. Wenn jemand lausig Golf spielt, braucht er keinen Golflehrer, sondern einen Psychiater." (Tom Murphy)

"Wettkampfgolf spielt sich vorwiegend zwischen den Ohren ab." (Bobby Jones)

In diesen Zitaten von Top-Golfern wird deutlich, wie psychologisch der Golfschlag und insbesondere das Turnierspiel in Wirklichkeit ist. Es ist also überhaupt keine Schwäche, dies zu erkennen und anzuerkennen, sondern lediglich der Schlüssel, das Thema zu einer Lösung zu bringen.

Im nächsten Artikel dieser Serie wird herausgearbeitet, worin sich verschiedene Mentaltechniken unterscheiden und wie viele der Alltagsgolfer für eine erfolgreiche Runde benötigt. Weitere Infos und Techniken können Sie in meinem neuen Buch nachlesen: Kopfkino Golf - Mentaltechniken von A-Z

Handicap im freien Fall: Dr. Barbara Gülpen erklärt drei mentale Gedankenfiguren Dr. Barbara Gülpen erklärt, wie Sie Schwankungen mental meistern Hier finden Sie das neue Buch/E-Book von Dr. Barbara Gülpen: Kopfkino Golf - Mentalstrategien von A-Z!

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