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Yips: Der Horror vieler Golfer

 

Keine Frage, das Wort hört sich lustig an. Doch wer schon einmal nach einem unwillkürlichen Muskelzucken den kurzen Putt zum Turniersieg verschoben hat, dem vergeht das Lachen schneller als ihm lieb ist. Ein deutsches Forschungsprojekt könnte dem Leiden ein Ende bereiten.

Bernhard Langer puttet mit einem umgebauten Besenstil, Chris DiMarco sieht beim Putten aus, wie ein Fünfjähriger beim Minigolfen, dem man versäumt hat einen anständigen Griff beizubringen und der große Tommy Armour hat seine Karriere gleich ganz an den Nagel hängen müssen. Warum? Alle Drei sind Yipper. Ein Begriff, bei dem es gestandenen Golfprofessionals den kalten Angstschweiß auf die Stirn treibt und den Armour in den 30er Jahren selbst geprägt hat.

Komischer Griff: Chris DiMarco bekämpft die Yips.

Das Phänomen des Yips wurde von US-Forschern umschrieben als ein aktionsinduziertes (von einer Handlung hervorgerufenes), unwillkürliches, schmerzfreies Zucken, Zittern oder Verkrampfen der Hand und/oder des Unterarms, das im Golf überwiegend beim Putten auftritt. Einleuchtend, dass dies gerade beim Spiel auf den Grüns nicht wirklich von Vorteil ist. Aber auch andere Sportler (Dart, Kricket) und sogar Musiker (Musikerkrampf) sollen von ähnlichen Symptomen betroffen sein.

Im Golf werden laut Schätzungen die besseren Spieler weit häufiger von Yips heimgesucht als Anfänger oder Spieler mit hohen Handicaps. Dass sie zu erheblichen Leistungseinbußen führen können, verdeutlicht eine Szene bei der British Open im englichen Lytham St Annes aus dem Jahre 1988: Bernhard Langer liegt in der vierten Runde am 17. Loch nach drei Schlägen einen Meter an der Fahne. Um den Ball im Loch unterzubringen benötigt der damals 30-jährige Anhausener fünf (!) weitere Schläge. Der britische Guaridan erklärte das Desaster daraufhin mit den Worten "Der Yips ist wieder da, um ihn zu quälen“.

Die Wunderwaffe von Bernhard Langer nennt man Broomstick-Putter.

Langer versuchte in den Folgejahren viele Dinge, um wieder Herr über seine Putts zu werden und landete schließlich beim schon angesprochenen "Besenstil“, einem Putter mit sehr langem Schaft, der zu einer gänzlich veränderten Technik führt. Der mittlerweile 52-Jährige spielt heute wieder äußerst erfolgreiches Turniergolf. Tipps und Tricks um die lästigen Yips wieder loszuwerden gibt es reichlich, und jeder Professional hat so seine eigenen Methoden, damit umzugehen. Starcoach Hank Haney beispielsweise lässt seine "erkrankten“ Schüler mit Stoffmäusen statt mit Golfbällen putten. Die Yips-Forschung steckt allerdings noch weitgehend in den Kinderschuhen. Ein Grund dafür könnte sein, dass Yips nach wie vor als Tabuthema gelten, und einige Betroffenen glauben, die Auseinandersetzung mit Yips würde die Beschwerden noch verstärken.

Helfen Sie den Yippern
Abhilfe möchte die Deutsche Sporthochschule in Köln schaffen. Das dort ansässige Psychologische Institut beabsichtigt im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojektes die Entwicklung eines Diagnose-Verfahrens und die Entwicklung lang anhaltender Interventionen zur Behandlung der Yips. Grundlegend für den Erfolg des Projekts ist eine ausführliche Umfrage des Forscherteams. Deshalb der Aufruf im Namen aller Betroffenen Yipper: Auch wenn Sie zuvor noch nie etwas von Yips gehört haben sollten, nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit um an der Umfrage der Sporthochschule teilzunehmen. Ihre Daten werden selbstverständlich anonym und vertraulich behandelt. Sie können die Umfrage auch jederzeit beenden und zu einem späteren Zeitpunkt fortführen.

>>Hier geht es zur Umfrage<<

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