Bild Information:

Abgeschaut

Training
 

Hier kann man durchaus viel lernen: Golf.de-Redakteur Timo Schlitz berichtet über seine Erfahrungen als Caddie in der Regionalliga. 

GC Feldafing, 8.10 Uhr. Der Parkland-Platz stammt aus dem Jahr 1926. Ziemlich anspruchsvoll ist der Kurs dennoch, zumal es über Tage geregnet hat und kein Meter Roll auf den Bällen ist. 

Mein Mannschaftskollege, für den ich Caddie mache, hat ein Plus-Handicap und wird im Einzel eine starke 73 (+2) unterschreiben. Außer zwei Drei-Putts unterlaufen ihm keine wirklichen Fehler, was auch an einer eher defensiven Spielweise liegt. Insgesamt kommen von 40 Startern drei Spieler unter Par ins Clubhaus. Das ist durchaus dem Layout geschuldet, denn Löcher zum erholen gibt es in Feldafing kaum. Fast immer landet ein verzogener Ball im dichten Wald oder den kniehohen Gras - und kostet zwei Schläge. 

Warum erfahrene Mannschaftsspieler die besseren Golfer sind

Zählspiel: Wer öfter unter Druck im Zählspiel antritt, wird über kurz oder lang ein besserer Golfer werden (oder er verliert völlig den Spaß am Golf). Die Einstellung ist einfach eine andere, wenn ein Loch alles zunichte machen kann. Immer Vollgas - was bei Stableford schon mal eine Möglichkeit ist - dürfte für die meisten Spieler der falsche Ansatz sein.

Informationen: Mein Spieler wusste bei jedem Schlag die genaue Entfernung zur Fahne und schätzte dann unter Einbezug der Steigung und des Windes seine Schlaglänge ein. Ein Beispiel: Aus 148 Metern bergauf wurden mit leichtem Rückenwind 158 Meter. Dafür nahm er dann ein Eisen 7 und legte den Ball eineinhalb Meter an die Fahne. Gute Spieler wissen zudem immer, welcher Fehler beim Anspiel auf das Grün nicht passieren darf (lang, kurz, links, rechts) und orientieren sich danach.

Spielgeschwindigkeit: 18 Löcher im Zählspiel zu dritt dauerten genau vier Stunden. Vier Stunden. Ja, das ist schnell. Aber das Trio vor uns haben wir genauso selten gesehen wie die drei Akteure hinter uns. Gut, ein Caddie hilft ein wenig, gerade bei Regen. Aber man merkt bei guten Spielern, dass jeder genau weiß, wann er dran ist. Sie erledigten ihre Hausaufgaben (Entfernung lasern, Wind checken, Putt-Linie lesen etc.) in der Zwischenzeit. 

Spielertypen: Single-Hadicapper sind Schüler oder Studenten, die nicht arbeiten müssen und nur Golf spielen, heißt es oft. Was ich in der Regionalliga festgestellt habe: Es ist breit gemischt. Ja, da sind junge Studenten und 16-jährige Schüler, die einen extrem guten Ball spielen und alle gerne Profi werden würden. Aber es spielen auch Senioren mit, die maximal 200 Meter mit dem Holz schlagen, dafür aber unfassbar gut chippen und putten. Auch engagierte Firmeninhaber und normale Angestellte, die 40 bis 50 Stunden pro Woche arbeiten und Familie haben, sind dabei. Es hängt alles ab von Einsatz, Talent und Willen.

Wo wir gleich beim nächsten Thema wären, der Taktik. Hier wird es spannend, denn schon alleine bei den drei Spielern in unserem Flight trafen sehr unterschiedliche Spielertypen aufeinander, die eines gemeinsam hatten: Sie spielen richtig gutes Golf. Der jüngste im Team spielte trotz der engen Bahnen sehr aggressiv und "zerlegte" den Platz auf den ersten Neun mit zwei unter Par. Es hätte auch locker -4 sein können, wenn der Putter etwas heißer gewesen wäre. Doch auf den eigentlich etwas leichteren zweiten Neun kamen - auch wegen der aggressiven Spielweise - drei Doppel-Bogeys auf die Karte. Auch so kann man +3 spielen. Unser dritter Mann spielte ebenfalls sehr ordentlich, obwohl er bei einigen Löcher nicht "in regulation" das Grün erreichte. Aber bei den Pitches, Chips und Putts war er bestechend präzise. Zudem trat er selbstbewusst auf, obwohl er von der Schlaglänge oder dem Ballflug nicht mit seinen Mitspielern mithalten konnte. Aber darum geht es beim Golf meist nicht. Wichtig ist nur, was am Ende auf der Scorekarte steht. Tipp: Machen Sie sich bewusst, was für ein Spielertyp Sie sind - und stehen Sie dazu. 

Was die meisten guten Spieler gemeinsam haben: 

  • Nicht ablenken lassen vom Spiel der anderen.
  • Nicht zu sehr beeindruckt von den Mitspielern sein und diese dann nachahmen wollen.
  • Alle relevanten Infos über den Schlag einholen (Länge, Wind, Lage).
  • Schnell spielen, aber nicht hektisch sein. 
  • Eine konstante Pre-Shot-Routine haben.
  • Ein schlechtes Loch schnell abhaken.
  • Nie aufgeben, auch wenn der Score bereits hoch ist.

Apropos Regionalliga der KRAMSKI Deutsche Golf Liga: Erster wurde an diesem Spieltag das Team des GC Feldafing mit 16 über Par bei zehn gewerteten Ergebnissen (sieben Einzel, drei Vierer). Das sind pro Spieler 1,6 Schläge über Par. 

Anhänge


Anzeige
Anzeige
Training mit Peter Koenig: sauberes Finish Training mit Peter Koenig: sauberes Finish

Training

Was für ein Schwungtyp sind Sie?

Peter Koenig legt Wert auf ein sauberes Finish.

weiterlesen
Bernhard Langer fixt den Bunkerschlag (Bild: Golf.de) Bernhard Langer fixt den Bunkerschlag (Bild: Golf.de)

Training

Langer fixt den Bunkerschlag

Bernhard Langer spricht über gern gemachte Fehler und gibt Tipps zum Schlag a...

weiterlesen
Ball im Rough markiert (Photo by getty images) Ball im Rough markiert (Photo by getty images)

Mentaltraining

Vorbei ist vorbei

Mit Experte Frank Pyko lernen Sie, schlechte Schläge abzuhaken.

weiterlesen
Training mit Golf&ich: Rechte Hand gegen den Slice (Photo by Golf&ich) Training mit Golf&ich: Rechte Hand gegen den Slice (Photo by Golf&ich)

Training

Rechte Hand gegen den Slice

Oliver Sequenz und James Taylor von Golf&ich zeigen häufige Ursachen für den ...

weiterlesen