Bild Information: Golf-Physio-Training mit Kristin Silbereisen

Kampf dem Golferellenbogen

Golf-Physio-Training
 

Golf-Physio-Expertin Kristin Silbereisen hat Abhilfe gegen Ellenbogenschmerzen.

Wer kennt das nicht? Vor allem, wenn zu Beginn der Golfsaison die ersten Runden gespielt werden und schon der Ellenbogen schmerzt - oder sogar auch der gesamte Unterarm. Umgangssprachlich ist die Rede vom Golferellenbogen.

Dieser ist ein schmerzhafter Zustand der langen Hand- und Fingerbeugemuskeln an der Innenseite des Ellenbogens. Die Schmerz kann punktuell oder auch im Verlauf der Beugemuskulatur des Unterarms auftreten.

Ursachen für einen Golferellenbogen durch das Golfen können unter anderem eine falsche Technik, Überbelastungen für die nicht trainierte Muskulatur, zu viel Bodenkontakt beim Treffpunkt, schlechte Dämpfung (kein Holzboden unter der Übungsmatte) auf der Range oder auch ein zu starker Griff sein. Gerade bei Kälte neigt der Freizeitgolfer mehr aus den Armen zu spielen, was zu einer Fehlbelastung führen kann.

Auch das Material spielt hier eine wichtige Rolle

Ein leichter Schaft verkleinert das Gesamtgewicht des Schlägers, vergrößert die Schwunggeschwindigkeit und damit folglich am Ende die Schlagweite. Allerdings muss für dieses Ergebnis der Schaft zum Golfer passen. Passt der Schaft nicht zu den Eigenheiten des jeweiligen Golfschwungs, resultieren daraus unpräzisere Treffmomente, was einen Längenverlust aber auch eine Fehlbelastung der Arme zur Folge hat. Auch die Härte des Schlägerschafts (Flex) sollte zu Ihrem Schwung passen und mit Ihrem Pro besprochen werden.

Wie wenn Sie eine Zahnpastatube in der Hand halten

Hier ein kleiner Tipp vom PGA-Pro Niclas Tyroff vom GC Düsseldorf-Grafenberg: Halten Sie den Griff nur so stark, wie wenn Sie eine Zahnpastatube in der Hand halten und beim Schwung kein Inhalt herausgedrückt werden soll.

Unterscheidung zwischen akut und chronisch

Ein Golferellenbogen kommt aber nicht immer nur vom Golfen. Das Problem kann schon vorher bestehen und durch das Golfen eventuell verstärkt werden. Grundsätzlich muss man bei dem Golferellenbogen zwischen akut und chronisch unterscheiden. Diese Differenzierung ist elementar wichtig für die Therapie.

Die akute Form ist eine Reizung der Sehnenansätze, die aufgrund kleiner Mikrotraumen an der Sehne den Schmerz verursachen. Es herrscht eine akute, lokale Entzündungssituation, die unter anderem einen Ruheschmerz hervorrufen. Der Arm sollte zwei bis fünf Tage geschont werden, bis die Entzündung abgeklungen ist.

Mögliche Therapieansätze:

  • Entlastung der Unterarmmuskulatur
  • physiotherapeutische manuelle Gleittechniken am Ellenbogengelenk
  • Kühlung
  • entlastende Tapes

Bei der chronischen Form ist der Ruheschmerz niedriger, aber der Belastungsschmerz höher und die Schmerzen dauern länger als drei Monate an. Bei dieser Form sieht die Therapie anders aus, da die Sehne schon strukturell verändert ist.

Um diese Strukturveränderung wieder reversibel zu machen, ist exzentrisches Training enorm wichtig, da dadurch das Spaltprodukt Endostatin ausgeschüttet wird, welches die pathologische Strukturveränderung der Sehne hemmt. Zu Beginn des exzentrischen Trainings können die Schmerzen stärker werden, sollten aber sukzessive nachlassen und dann verschwinden. 

Exzentrisches Training bedeutet, dass sich während der Muskelkontraktion Ansatz und Ursprung des Muskels voneinander entfernen und der Widerstand nicht überwunden sondern abgebremst wird.

Beispielübung für die Unterarmflexoren (Innenseite):

  • Legen Sie den Unterarm ab 
  • das Handgelenk ist frei
  • nun bewegen Sie das Handgelenk langsam mit der Hantel nach unten Richtung Boden
  • führen Sie dies nun 3 Mal à 15 Wiederholungen durch.

Das exzentrische Training sollte begleitet werden von physiotherapeutischen Behandlungen wie z.B. Manuelle Therapie, Entlastung der Sehnenansätze durch Dehnungen, Kräftigung der Unterarmmuskulatur und die daraus resultierende Prävention von Fehlbelastungen.

Zu beachten ist, dass bei der akuten Form kein exzentrisches Training durchgeführt werden sollte, da dies die akute Entzündungssituation noch verstärkt.

Differentialdiagnostisch sollte auch die Halswirbelsäule untersucht werden, denn auch Halswirbelsäulen-Dysbalancen können einen Golferellenbogen verursachen.

Als Prophylaxe oder auch bei schon bestehenden Problemen ist es wichtig, dass Sie sich vor dem Golfen immer gut aufwärmen, um die Muskulatur auf die Schwünge vorzubereiten. 

Kontakt und Infos unter: www.golfphysiotherapie.de Raus aus dem Winterschlaf - Übungen für zu Hause

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