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Fit wie ein Bundesligateam?

Athletik-Training
 

Wie bleiben Golfspieler in Form? Golf.de hat sich mit Marco Bräuninger, Fitnesstrainer des Münchener Golf Clubs, unterhalten und zeigt darüber hinaus in einem PDF, wie Sie sich in wenigen Minuten richtig aufwärmen können. 

Golf.de: Was ist Ihre Aufgabe beim MGC?

Marco Bräuninger: Ich bin zuständig für Herren, Damen und Jugend im Bereich Athletik. Ich bin also sowohl im Winter als auch im Sommer dafür da, dass sie fit sind. 

Wie oft in der Woche trainiert ein gutes Team, das zum Beispiel in der Bundesliga spielt, die Athletik?

MB: Ein gutes Team trainiert bei mir zwei Mal in der Woche. Ein Mal angeleitet in der Gruppe. Ein Mal im EinzelTraining. Dazu kommen kleinere Übungen für jeden Tag. Wer Bundesligaspieler ist, oder als ein athletischer Spieler gelten möchte, muss jeden Tag was tun.

Wie sieht es in der Turnierphase aus? Die Profis spielen ja vier Runden, wenn sie den Cut überstehen. Bei Amateuren sind die Turniere im Gegensatz dazu meistens kürzer.

MB: In der Athletik gibt es Saison mit der Wettspielphase und die Off-Season. Die Intensität fährt man in der Turnierphase runter. Es gibt zwar weiterhin tägliches Training, aber es verändert sich: Im Winter ist es aufbauendes Training. Im Sommer das erhaltende Training. 

Was sind die Bestandteile des Trainings?

MB: Wichtige Bestandteile des Trainings sind für eine Mannschaft das Wir-Gefühl. Das wirkt sich positiv auf die Ligaspieltage aus. Ansonsten wird in der Wintersaison zuerst an der Technik für das Krafttraining gearbeitet, um dann in das Aufbautraining zu starten. Die Inhalte sind sehr golfspezifisch: Mobilität und Flexibilität sind während der Saison das Wichtigste. In der Saison werden aber keine großen Kraftreserven aufgebaut. Die übrigen Turniere sind je nach Spieler individuell.

Wie setzt sich die Mannschaft im MGC zusammen? Sehr jung - oder gibt es auch ein paar ältere Semester?

MB: Das ist das Spannende am Golfsport. Ab einem bestimmten Alter gibt es zwar Leistungsgrenzen. Aber siehe Bernhard Langer, der immer noch auf einem sehr hohen Niveau unterwegs ist, aber bei der Länge größtenteils natürlich nicht mit den Jungen mithalten kann. Ich denke, dass du in der Bundesliga mit 45 noch locker vorne mitspielen kannst, wenn du sehr fit bist. Im MGC versuchen wir aber schon früh leistungsorierte, junge Spieler an die Mannschaft heran zu führen und zu etablieren.

Was würden Sie dem Durchschnittsgolfer in Sachen Fitness und Ausgleichssport raten?

MB: Ich habe festgestellt, dass Tennisspieler einen riesigen Übertrag zum Golf haben: Hand-Augen-Koordination, das Gefühl für Schläger sowie Ball und auch die Fitness sind grandios. Das deckt sich zwar nicht genau mit dem Golfsport, aber ist ein toller Ausgleich. Ansonsten: ein angeleitetes Krafttraining und Ausdauertraining.

Was meinen Sie bei Ausdauertraining im Speziellen?

MB: Laufen gehen. 

Gibt es noch was anderes, was vielleicht etwas spannender ist?

BM: Moutainbiken oder Radfahren geht auch. Ansonsten: Kurse im Fitnessstudio. Zum zeitlichen Umfang: 45 bis 60 Minuten reichen völlig. Von Schwimmen hingegen würde ich abraten. Das ist nicht gut für die Schnellkraft, wenn man den Ball weit schlagen möchte. Das ist aber wirklich nur für den Profibereich relevant.

Was ist mit Yoga? 

MB: Da bin ich etwas zwiegespalten. Mit einem guten Yoga-Lehrer: unbedingt. Wenn der Lehrer nicht wirklich spitze ist, würde ich abraten. Man kann im Yoga sehr viel falsch machen, so dass man sich wirklich verletzen kann. Das gilt allerdings für andere Sportarten auch.

Wie wichtig ist das Aufwärmen? 

MB: Aufwärmen ist mit das Wichtigste. Das ist elementar. Ein aufgewärmter Körper ist nachweislich deutlich leistungsfähiger. Es kann sich sonst bis zu drei Löcher hinziehen, bis der Körper richtig aufgewärmt ist und der Spieler seine volle Leistungsfähigkeit abrufen kann. Da ist im Golf schon viel verloren. Außerdem ist die Verletzungsprophylaxe deutlich höher. 

Wie lange sollte das Aufwärmen dauern?

MB: Zehn bis 15 Minuten. Mit Bälle schlagen: 45 bis 60 Minuten. Aber das ist eine professionelle Turniervorbereitung. Das reine Aufwärmen finde ich ein bisschen langweilig. Wenn man Golfspieler ist, dann kann man sich auch mit golfspezifischen Übungen warm machen und das Spiel mit dem Ball einbauen. Dadurch hat es einen golfspezifischen Nutzen. 


Vita

Marco Bräuninger ist Athletiktrainer im Münchener Golf Club, dessen Mannschaften in der 1. Bundesliga der Kramski Deutsche Golf Liga spielen. Davor war er als Fitness-Experte im GC St. Leon-Rot und GC Heidelberg-Lobenfeld tätig. Zudem betreut er den deutschen Profi Florian Fritsch. Golf spielt Marco Bräuninger seit sieben Jahren. Sein Stützpunkt ist derzeit im Fitness-Gym Xercise in München. Im angehängten PDF sehen Sie, wie Sie sich mit 3 x 3 Übungen in wenigen Minuten golfspezifisch aufwärmen können. 

Einblick: So trainiert ein Bundesliga-Team

Anhänge

Richtig Aufwärmen: Marco Bräuninger vom Münchener GG zeigt neun Bewegungen für das Warm-Up
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