Bild Information: Bryson DeChambeau (Photo by Tom Pennington/Getty Images)

Das Kraftpaket mit Schiebermütze

Bryson DeChambeau
 

Bryson DeChambeau kehrt als Muskelprotz aus der Corona-Pause zurück. Mit Erfolg.

Er gilt als Golfgenie. Als verrückter Professor, der mit einem wissenschaftlichen Vorgehen stets das Ziel verfolgt, sein Spiel akribisch zu verbessern. Bryson DeChambeau polarisiert. Und das nicht nur wegen seiner etwas aus der Zeit gefallenen Kopfbedeckung, die an den legendären Ben Hogan erinnert. Auch geriet der ehemalige Physikstudent immer wieder in Kritik für sein langsames Spiel. Man könnte vielleicht meinen, der Perfektionist denke manchmal zu viel nach und benötige deswegen so viel Zeit. Von der hatte er zumindest in den vergangenen Wochen genug. DeChambeau nutzte die spielfreien Monate und setzte sein zum Jahreswechsel geäußertes Ziel um: Mehr Muskeln für mehr Länge.

Der 26-Jährige hatte in seinem Golflabor eine neue Schraube entdeckt, an der er gerne drehen würde: "Bigger, Stronger" lautete das Motto. Er wolle sich nicht ausruhen, sondern zur Attacke blasen. In Zahlen gemessen sind das stattliche neun Kilo, die DeChambeau während der vergangenen drei Monate zulegte. Das Ergebnis unzähliger Stunden im Fitnessstudio. Ein Ort, der unlängst zum Tourleben eines Profis dazugehört. Doch schon oft führte starker Muskelzuwachs eher zum Verlust von Mobilität und Beweglichkeit, weswegen solche Transformationen oft kritisch gesehen werden. Nicht beim verrückten Wissenschaftler, der diese Umwandlung akribisch genau geplant zu haben scheint.

Bei einer Größe von 1,85 Meter bringt DeChambeau etwa 109 Kilogramm auf die Waage. Auf dem Golfplatz drückt sich der Kraftzuwachs wie folgt aus: Bei der Charles Schwab Challenge, dem ersten Turnier nach der langen Pause, landeten die Abschläge des US-Amerikaners im Durchschnitt bei der 310-Meter-Marke. Niemand war weiter. Und auch in der gerne herangezogenen "Strokes Gained"-Statistik, die zeigt, wie viele Schläge man auf den Rest Feldes gutmacht, grüßt das neue Kraftpaket in der Kategorie "Vom Tee" von der Spitze.

SG: Off-the-Tee - Charles Schwab Challenge
Bryson DeChambeau - 1,830
Xander Schauffele - 1,240
Tony Finau - 1,076

Noch beeindruckender werden die Zahlen, wenn man sie mit denen von vor einem Jahr vergleicht. In der Saison 2019 schlug DeChambeau seinen Ball im Schnitt 34 Meter kürzer als in der vergangenen Woche. Und dabei konnte er das volle Potenzial seiner neuen Schlägerkopfgeschwindigkeit nach eigenen Aussagen nur an drei Löchern im Colonial Country Club ausschöpfen.

Nun ist Länge nicht alles auf dem Golfplatz. In DeChambeaus Fall aber büßten seine Abschläge nicht wirklich an Genauigkeit ein. Mit 33 von 56 getroffenen Fairways verpasste er nur zwei Spielbahnen mehr als der Sieger Daniel Berger, auf den er am Ende einen Schlag Rückstand hatte. Nach erst einem gespielten Turnier ist es selbstverständlich noch zu früh, um ein endgültiges Fazit zur sich sowohl im Äußeren als auch in den Zahlen wiederspiegelnden Transformation zu ziehen. Fest steht aber: Mit den ersten Testergebnissen wird der Wissenschaftler DeChambeau äußerst zufrieden sein.

Jäger mit bestem Saisonergebnis Der etwas andere Sieg

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