Bild Information: Patrick Reed schlägt bei der Porsche European Open ab (Photo by Start Franklin/Getty Images)

Die Quadratur des Egos

Spielerportrait
 

Patrick Reed ist der Stargast der Porsche European Open.

Es heißt, alle Entscheidungen im Golf müssen vom Intellekt getroffen werden, nicht von den Gefühlen. Emotionen verblenden den Blick auf das Wesentliche und stören nur die Konzentration. Ganz anders Patrick Reed, der bei der Porsche European Tour 2018 in Winsen, nahe Hamburg, der Starspieler schlechthin ist. Mit ihm als Zugpferd konnten die Veranstalter für das am 26. Juli beginnende Turnier das Teilnehmerfeld stärken.

Bei ihm gehören Emotionen zur Tagesordnung. Jubelschreie, geballte Fäuste, verbissenes Gesicht. Das im Golfsport eher ungewöhnliche und nicht nur bei den Zuschauern eher verpönte extrovertierte Verhalten des erst 27-jährigen Texaners scheint ihn jedoch erst zu Höchstleistungen zu treiben.

Den letzten seiner insgesamt sechs Siege auf der US PGA Tour holte er im April beim US Masters in Augusta. Sein letzter Auftritt war bei den British Open, das älteste noch ausgespielte Golfturnier der Welt, bei dem er den 28. Platz belegte. Kein überragendes Ergebnis, jedoch scheint er im Rhythmus zu sein um seiner Favoritenrolle bei der Porsche European Open auf dem Green Eagles Course in Hamburg gerecht werden zu können.

Welche sportliche Leistung wir von Reed auch erwarten können, in einem Punkt können wir uns alle sicher sein: das Ausleben seiner Persönlichkeit auf und neben den Platz. Eine Persönlichkeit, die so gar nicht zur Etikette passt, die Traditionalisten am Golfsport doch so schätzen. Genau so seine Rolle als spezieller Charakter, indem er meint, "mir ist es ehrlich gesagt egal, ob sie mich anfeuern oder nicht".

Gegen den Strom

Über Golf sagt man, es sei der ehrlichste Sport, den es gibt. Reed wurde zu seiner College-Zeit mehrfach des Schummelns und auch des Diebstahls verdächtigt. Was er zwar bestritt, doch zum Ausschluss aus dem Team der University of Georgia führte es dennoch. Ob diese Erfahrungen dazu beitrugen, dass sich Reed zu diesem extrovertierten Charakter entwickelte, bleibt reine Spekulation. Genau so, wie bei seinen schwierigen Familienverhältnissen - er spricht kein Wort mehr mit seinen Eltern und seiner Schwester -, bleibt es nur zu erahnen, inwieweit sich sein Charakter dadurch formte.

Golf sei zudem ein Spiel, bei dem man das Eigene niemals anhand des Vergleichs mit dem Spiel anderer zu beurteilen hat. Man spielt nur gegen den Golfplatz. Reed dagegen hatte einen seiner besten Einsätze im Jahr 2016 beim Ryder Cup. In einem hochklassigen Match verwies er Europas Top-Mann Rory McIlroy in die Schranken. McIllroy, der selbst auch nicht gerade als still und zurückhaltend bekannt ist, wirkte dennoch im Vergleich zu Reed wie ein Lamm.

Er liebt es, gegen andere zu spielen. Ist geradezu versessen darauf. Der geborene Spieler. Reeds Spiel sollte man mögen. Seine Persönlichkeit kann man mögen, oder eben auch nicht. Dem Sport kann das ziemlich egal sein. Der Bad Boy spielt nicht nur gutes Golf, er liefert noch jede Menge Gesprächsstoff abseits des Platzes. Der geborene Spieler eben. Der Aufmerksamkeit des Golfsports wird es recht sein.

Text: Tobias Schirmann

Startzeiten der Porsche European Open Alle News im Special zur Porsche European Open

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