Bild Information: Brooks Koepka gewinnt die 118. US Open in Shinnecock Hills (Photo by Rob Carr/Getty Images)

Koepka schreibt US-Open-Geschichte

US Open
 

Kein einziger Spieler bleibt unter Par, zwei schreiben Geschichte.


Brooks Koepka schreibt Geschichte:  Mit seinem Sieg im Shinnecock Hills Golf Club gelang ihm am Sonntag die erste erfolgreiche Titelverteidigung einer US Open seit knapp 30 Jahren. Dabei boten sich am Sonntag der 118. US Open am Vormittag die deutlich besseren Bedingungen, um niedrige Ergebnisse ins Clubhaus zu bringen. Davon profitierte vor allem Tommy Fleetwood, der mit einer 63 am Sonntag einen US-Open-Rekord einstellte.

USGA hat ein Einsehen mit den Spielern

Auf die direkte und unmissverständliche Kritik des Moving Days reagierend, entschlossen sich die Verantwortlichen der US Open dafür, die Grüns für die Finalrunde zu entschärfen. "Um den vorhergesagten, trockenen und windigen Bedingungen entgegen zu wirken und einen anspruchsvollen aber fairen US-Open-Test zu gewährleisten, haben wir die Grüns am [Samstag-]Abend und Sonntagmorgen angemessen gewässert", teilte die USGA in einem Statement mit.

Gerade die Nachmittagsgruppen - und damit die Bestplatzierten nach zwei Tagen - hatten mit grenzwertigen Bedingungen am Samstag zu kämpfen. "Manchmal haben sie die Grenze überschritten", sagte etwa Henrik Stenson über die Grüns, die selbst mit Wedges kaum Spin annahmen und sich rund ums Loch wie Glasplatten spielten.

"Ähnlich zu den Vorbereitungen, die wir vor der ersten Runde getroffen haben, erwarten wir, dass die Grüns 25 bis 30 Zentimeter [auf dem Stimpmeter] langsamer sein werden", hieß es in dem Statement weiter. "Außerdem haben wir einige Lochpositionen nach eingehender Überprüfung unserer ursprünglichen Auswahl und dem Vergleich mit der Wettervorhersage sowie weiteren Daten angepasst."

Mit der zurückgewonnen Kontrolle über den Ball und dessen Reaktion auf den Grüns konnten die Spieler plötzlich auch wieder deutlich aggressiver die Fahnen anspielen. Und das merkte man schnell an den Ergebnissen. Rickie Fowler unterschrieb am frühen Nachmittag eine 65 (-5) mit sechs Birdies auf der Scorekarte für ein Gesamtergebnis von elf über Par, Hideki Matsuyama absolvierte seine Schlussrunde in 66 Schlägen. Insgesamt hatte man das Gefühl, dass sich die Angst vor den Tücken des Kurses gelegt hatte, auch wenn der Respekt weiter vorhanden war.

Denn der Platz des Shinnecock Hills Golf Club hatte keineswegs seine Schärfe verloren. Schlechte Schläge wurden immer noch bestraft und zogen hohe Ergebnisse nach sich. Der Unterschied war allerdings, dass gute Schläge im Vergleich zu den beiden Tagen zuvor endlich belohnt wurden.

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Fleetwood unterbricht die amerikanische Dominanz

Diese Gelegenheit packte Tommy Fleetwood am Schopf. Während sich die Führenden gerade auf dem siebten Grün schwer taten, lochte der Engländer zum Par auf der 18 und setzte mit zwei über Par eine neue Bestmarke im Clubhaus. Acht Birdies gelangen dem Gewinner des European Tour Race to Dubai 2017 in der Finalrunde, vier davon in Folge auf den Löchern 12 bis 15.

Drei verpasste Gelegenheiten auf den letzten drei Löchern waren am Ende aber eine ausgelassene Chance zu viel. Mit einer finalen 63 (-7) schloss Fleetwood die 118. US Open auf dem alleinigen zweiten Rang ab. Gleichzeitig stellte er den US-Open-Rekord für die niedrigste Runde ein; zuletzt gelang Justin Thomas in Runde 3 der US Open 2017 in Erin Hills eine 63.

"Es ist immer etwas besonderes, eine 63 zu spielen. Umso mehr, wenn es bei einer US Open passiert", sagte er im Anschluss an seine Rekordrunde. "Ich hätte allerdings gerne eine 62 gespielt"

"Mit vier unter nach sieben wusste ich, dass ich voll dabei war." Auf den Back Nine lochte er lange Putts auf den Löchern 14 und 15, die ihm zusätzliches Selbstvertrauen gaben. "Ich hatte ein großartiges Gefühl auf den Grüns. Ich habe wirklich alles gegeben. Wenn die Bedingungen ähnlich den gestrigen wären, würde es mir deutlich besser gehen."

Doch nach dem Wässern der Grüns am Samstagabend und Sonntagvormittag waren die Bedingungen wenn auch nicht deutlich, dann doch zumindest etwas einfacher. "Leider sind ausgerechnet die besten Spieler der Welt noch auf dem Platz unterwegs", ahnte der Engländer bereits, dass es nicht ganz reichen würde.

Koepka schreibt US-Open-Geschichte

Auch wenn es am Ende aufgrund des austrocknenden Geläufs von Shinnecock Hills und dem damit immer weiter steigenden Schwierigkeitsgrad knapper werden sollte, als es zur Halbzeit aussah, reichte Brooks Koepka eine 68 (-2), um mit einem Gesamtergebnis von eins über Par und einem Schlag Vorsprung auf Fleetwood nicht nur seinen zweiten Major-Titel zu gewinnen, er schrieb sich auch in die Geschichtsbücher der US Open ein. Koepka gelang als erster Spieler seit Curtis Strange 1989 die erfolgreiche Titelverteidigung bei der offenen amerikanischen Meisterschaft.

Der Start des Amerikaners hätte nicht besser laufen können. Mit drei Birdies auf den ersten fünf Löchern setzte sich Koepka direkt von der Konkurrenz in Form seines Kumpels und Mitspielers Dustin Johnson und einem phänomenal aufspielenden Patrick Reed ab, der seine Chance auf den zweiten Major-Sieg nach seinem Triumph beim Masters Tournament witterte.

Auf den folgenden Löchern verabschiedete sich der amtierende Masters-Champion mit Bogeys auf der Neun, Elf und Zwölf aus dem Titelrennen. Auch der Weltranglistenerste konnte seinen selbst gesteckten Erwartungen nicht gerecht werden, sodass es am Ende in den Händen Koepkas lag, den Sieg nach Hause zu bringen.

Auf einem Platz wie dem des Shinnecock Hills Golf Club ist das aber einfacher gesagt als getan. Der zunehmende Wind trocknete nicht nur die Grüns aus und machte sie ähnlich schnell wie am grenzwertig einzuschätzenden Moving Day, er machte auch die Annäherungsschläge bedeutend schwieriger.

"Es gibt keinen, der sich hier so wohl fühlt wie ich", hatte Koepka in den Tagen der US Open angekündigt und ließ den Worten Taten folgen. Eine schwierige Phase zwischen den Löchern 6 und 15 überstand der Führende mit eins über Par und verteidigte seine Spitzenposition mit allen Mitteln. Auf der 16 folgte schließlich die Vorentscheidung mit einem Birdie auf dem letzten Par 5 des Platzes und dem Ausbau seiner Führung auf zwei Schläge.

Mit einem souverän heruntergespielten Par auf der 17 machte es Koepka, der zwischen November und April verletzungsbedingt (Handgelenk) pausieren musste, auf der 18 noch einmal spannend. Seine Annäherung verzog er auf die ungünstige linke Seite und ließ sich einen fast unmöglich am Loch zur Ruhe bringenden Pitch über den Grünbunker. Taktisch klug und überlegt ging er kein Risiko ein und ließ sich lieber den längeren Putt zum Par. Auch wenn es am Ende noch einmal der Schlagverlust wurde, schmälerte das nicht die eindrucksvolle Vorstellung der ersten erfolgreichen Titelverteidigung seit 29 Jahren. Einzig dem Platzstandard von 280 Schlägen über vier Tage hielt er nicht stand.

Das wird Brooks Koepka allerdings egal gewesen sein: Immerhin hatte er gerade die 118. US Open im Shinnecock Hills Golf Club gewonnen.

Zum abschließenden Leaderboard der 118. US Open Championship Phil Mickelson verstößt absichtlich gegen die Regeln

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