Bild Information: Dustin Johnson ballt die Faust (Photo by Mike Ehrmann/Getty Images)

Plötzlich ist alles wieder offen

US Open
 

Vier Spieler teilen sich die Führung vor dem Finale bei der 118. US Open.


Nach zwei Tagen konnte man sich schon fragen, wer Dustin Johnson bei der 118. US Open in Shinnecock Hills noch schlagen soll. Mit einer stoischen Ruhe und vier Schlägen Vorsprung führte der amerikanische Longhitter das Feld an und schien weder Platz noch Konkurrenz zu fürchten. Am Moving Day zeigte sich, dass es doch einen gibt, der ihn schlagen konnte. Nämlich er selbst.

Mit 77 Schlägen (+7) spielte Johnson die erste Runde der Woche über Par und sorgte damit für eine spannende Ausgangsposition vor dem Finale am Sonntag. Mit einem Gesamtergebnis von +3 beendeten gleich vier Spieler die dritte Runde im Shinnecock Hills Golf Club auf dem geteilten ersten Platz. Neben Johnson waren das Titelverteidiger und Trainings-Buddy Brooks Koepka sowie Tony Finau und Daniel Berger, die mit frühen Startzeiten beeindruckende 66er Runden (-4) unterschrieben.

Der Kampf um den Titel beim zweiten Major des Jahres ist somit alles andere als entschieden. Ganz im Gegenteil. Und der Platz in Southampton hat erneut bewiesen, dass Par - Professional Average Round - auf ihm wörtlich zu verstehen ist. Auch am Sonntag wird er noch einmal eine entscheidende Rolle in der Titelvergabe spielen und auch Spieler mit vier Schlägen Rückstand und mehr Hoffnungen auf einen Sieg machen.

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Johnson bekommt den Ball nicht ins Loch

"Ich hatte nicht das Gefühl, wirklich schlechtes Golf gespielt zu haben", sagte Johnson, dessen Runde sechs Bogeys sowie ein Doppel-Bogey auf der Zwei beinhaltete. "Sieben über Par ist normalerweise ein grauenvolles Ergebnis, aber so wie sich die Grüns am Nachmittag präsentiert haben, war das wirklich sehr, sehr schwierig."

"Ich hatte sieben oder acht Putts, die auch einfach hätten fallen können, sind sie aber nicht. Das ist der Unterschied zwischen einer 'Sieben über' und 'Even Par'." Außerdem ist für ihn ja noch nichts verloren. "In geteilter Führung bin ich in einer guten Position", fand Johnson noch das Gute an einer sonst eher vergessenswerten Runde.

Zusammen mit Johnson in Führung ist auch sein Trainings-Partner und "Best Buddy" Brooks Koepka, der nebenbei auch Titelverteidiger bei der 118. US Open ist. Der Amerikaner, der lange Zeit wegen einer Handgelenksverletzung pausieren musste, präsentierte sich in einer guten Form, will aber nicht zu weit voraus denken. "Ich habe noch fast 24 Stunden vor mir, bevor ich das überhaupt in Erwägung ziehen würde", sagte er über die Möglichkeit der Erste seit Curtis Strange zu werden, der erfolgreich seinen US-Open-Titel verteidigen könnte.

"Ich versuche von Schlag zu Schlag zu denken. Einen Ball nach dem anderen einzulochen und genau das zu tun, was ich bis dato getan habe." Koepka fühle sich wohl und zuversichtlich. Er genieße es, nicht immer direkt auf die Fahnen zu gehen, sondern auch mal konservativ auf Sicherheit zu spielen. "Je schwieriger der Platz, desto besser für mich. Dadurch scheiden bereits die Spieler aus, die zu viel wollen."

Berger und Finau in unbekanntem Terrain

Ob Koepka mit seinem Kommentar auf Daniel Berger und Tony Finau anspielte, wollte er nicht direkt sagen. Aber die beiden Amerikaner sind, ganz im Gegensatz zum Rest der Spitzengruppe, recht unerfahren, wenn es um die Führung nach 54 Löchern bei einem Major geht. Ganz zu schweigen von der geteilten Führung bei einer US Open, die jeden Bereich des Spiels fordert.

Berger und Finau waren am Samstag früh auf den Platz gegangen und schossen sich mit 66er Runden (-4) an die Spitze des Leaderboards. "Lassen sie es mich so ausdrücken: Wenn sie vier unter am Nachmittag gespielt hätten, wäre das vermutlich die beste Runde Golf gewesen, die man je gesehen hat", versuchte sich Koepka diplomatisch aus der Affäre zu ziehen.

Routiniers in Lauerstellung

Hinter dem schlaggleichen Führungsquartett liegen die europäischen Garanten für gute Ergebnisse. Justin Rose hat nach einer 73 (+3) nur einen Schlag Rückstand, Henrik Stenson liegt nach 74 Schlägen am Samstag einen weiteren Schlag dahinter. Beide haben bereits Major-Titel gewonnen - Rose die US Open in Merion, Stenson die British Open in Royal Troon - beide kennen sich gut, verstehen sich noch besser und haben jahrzentelange Erfahrung damit, unter Druck ihr bestes Golf zu zeigen. Und am Sonntag spielen sie erneut zusammen in einer Gruppe.

"Es ist schwierig, auf dem Platz schläge aufzuholen, also bin ich auf ein bisschen Hilfe angewiesen", sagte Stenson mit Blick auf Sonntag. "Ich weiß aber nicht, wie viele Schläge noch aufholbar sind. Das werden wir morgen sehen." Rose war da schon etwas präziser: "Ich habe bereits gestern gesagt, dass ich mit vier Schlägen Rückstand am Sonntag zufrieden sein würde. Mit einem Schlag Rückstand liebe ich meine Ausgangsposition [für die Finalrunde]."

"Es ist ein dicht gedrängtes Leaderboard. In und um die Spitze sind alles großartige Spieler. Es wird schon eine herausragende Runde brauchen, aber immerhin habe ich eine Chance." Selbige rechnen sich mit Sicherheit auch Masters-Champion Patrick Reed und Jim Furyk aus, der eine Einladung der USGA zur US Open im Shinnecock Hills Golf Club bekommen hat. Beide liegen mit sechs über Par nur drei Schläge hinter den Führenden. Genauso wie Kiradech Aphibarnrat, der mit einem Sieg am Sonntag seinen Lebenstraum erfüllen und seinen langjährigen Unterstützer Khun Santi zum glücklichsten Mann Thailands machen könnte.

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Zum kompletten Leaderboard der 118. US Open Championship

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