Bild Information: Dustin Johnson ballt die Faust (Photo by Mike Ehrmann/Getty Images)

Johnson gibt den Ton an

US Open
 

Mit 4 Schlägen Vorsprung startet Dustin Johnson ins Wochenende.


Martin Kaymer hat den Cut bei der 118. US Open in Shinnecock Hills deutlich verpasst. Genauso wie zahlreiche andere namhafte Spitzenspieler fehlten dem Deutschen einfach die Mittel, um auf dem anspruchsvollen, linksähnlichen Platz im Osten von New York City bestehen zu können. Lediglich Dustin Johnson schien mit dem schweren Geläuf keine Probleme zu haben.

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Der Weltranglistenerste und Sieger der FedEx St. Jude Classic der vergangenen Woche konnte als Einziger im 156 Mann starken Teilnehmerfeld nach zwei Runden ein Ergebnis unter Par vorweisen und hatte vor dem Wochenende vier Schläge Vorsprung auf seine engsten Verfolger, Scott Piercy und Charley Hoffman. Wer jetzt glaubt, dass der Amerikaner leichtes Spiel hatte, irrt gewaltig.

Ein ums andere Mal musste sich Johnson aus brenzlichen Situationen retten, tat dies aber in der Regel meisterlich und mit einem erstklassigen kurzen Spiel; sei es aus den Bunkern oder Senken von Shinnecock Hills. Lediglich auf dem ersten Loch, seiner zehnten Bahn des zweiten Tages, verlor er einen Schlag, schrieb aber auch vier Birdies auf eine sonst makellose Scorekarte.

Der entscheidende Faktor waren weder seine langen Drives noch die präzisen Annäherungen; in beiden Statistiken war er am Freitag nur gutes Mittelmaß. Herausragend war Johnson dagegen mit dem Putter. Egal, ob aus Wadelbeißer-Distanz oder aus größerer Entfernung, in Runde zwei schienen die Löcher beim Amerikaner plötzlich riesengroß und die Bälle liefen wie auf Schienen in selbige.

"Die Fans sind großartig", freute sich Johnson über die lautstarke Unterstützung seiner Landsleute bei ihrer offenen Meisterschaft. "Die vergangenen beiden Tage haben mir richtig viel Spaß gemacht." Angesehen hat man ihm das auf dem Platz allerdings nicht. Bis auf ein kurzes Zucken im Mundwinkel nach dem langen Birdie-Putt an Loch 7 war über seinen bekannt lässigen Dank auf Hüfthöhe nicht viel zu sehen von seiner Freude. Vielleicht ist aber genau diese stoische Ruhe der Schlüssel zum Erfolg. "Das ist eine US Open. Jeder tut sich hier schwer." Die einen mehr, die anderen weniger.

Fleetwood mit Tagesbestleistung

Noch besser als Johnson hat nur Tommy Fleetwood gespielt; zumindest in der zweiten Runde. Mit 66 Schlägen (-4) zauberte der Gewinner des European Tour Race to Dubai 2017 die beste Runde des Freitags aufs Parkett; zusammen mit Titelverteidiger Brooks Koepka. Er zog dem Platz mit seinem präzisen langen Spiel den Zahn und verfehlte nur ein Fairway und zwei Grüns. Mit sechs Birdies bei zwei Bogeys kletterte der Engländer um knapp 50 Plätze und startet aus den Top 5 ins Wochenende.

Der Ryder Cup kann kommen

Neben Tommy Fleetwood (+1) überzeugten noch weitere Kandidaten für Team Europa und den Ryder Cup 2018 in Paris. Seien es Henrik Stenson, Justin Rose und Ian Poulter (alle bei +1 auf dem geteilten vierten Platz) oder Rafa Cabrera Bello und Alex Noren (+4, T14), das europäische Team um Thomas Björn zeigt den Amerikanern in ihrem eigenen Land und bei ihrer eigenen Meisterschaft, dass man sie entgegen aller Behauptungen nicht abschreiben sollte.

Aufbäumen kommt für Woods zu spät

Natürlich lag das Hauptaugenmerk der Amerikaner - und vermutlich eines Großteils der Golfwelt - auf Tiger Woods. Wie es immer war, ist und sein wird, wenn die lebende und aktive Golflegende am Abschlag steht. Nicht umsonst steckten ihn die Verantwortlichen der USGA an den ersten beiden Tagen zusammen mit Johnson und Thomas und den Highlight-Flight. Abliefern konnte der einstige Dominator des Golfsports allerdings nicht. Zu viele Fehler, die vom Platz gnadenlos bestraft wurden, schlichen sich in das Spiel von Woods.

Drei Doppel-Bogeys und sogar ein Triple sammelten sich über die ersten 36 Löcher an. Hinzu kamen sechs einfache Schlagverluste. Da waren die vier Birdies allein am zweiten Tag zwar ein netter Versuch der Wiedergutmachung, reichten am Ende aber knapp nicht zum Einzug ins Wochenende.

Auch wenn es Woods mit zwei abschließenden Birdies noch einmal spannend gemacht hatte. Doch die Bedingungen am Nachmittag des zweiten Tages waren einfach zu gut, als dass sein Ergebnis von zehn über Par noch für die Qualifikation für die beiden abschließenden Runden gereicht hätten.

"Ich bin nicht wirklich glücklich damit, wie ich gespielt und geputtet habe", zog Woods ein ernüchterndes Fazit nach seinem kurzen Auftritt bei der 118. US Open. "Wie könnte ich das auch bei einem Ergebnis von zehn über Par?"

Zum kompletten Leaderboard der 118. US Open Championship

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