Bild Information: Florian Fritsch

"Flucht nach vorne gewählt"

Porsche European Open
 

Am zweiten Tag der Porsche European Open können von den zwölf Deutschen besonders Florian Fritsch, Maximilian Kieffer und Sebastian Heisele glänzen. Auch Bernhard Langer bleibt am Ball.

Bad Griesbach - Sonnenschein und eine leichte Brise sorgten am Freitag in Bad Griesbach für beste Bedingungen mit etwas mehr Roll bei den Abschlägen im Vergleich zu den Vortagen und weiterhin relativ saftigen Grüns, auf denen die Annäherungsschläge guten Halt fanden. Zwölf Deutsche gingen bei der Porsche European Open an den Abschlag. Ein Gutteil schaffte nach 36 gespielten Löchern den Sprung ins Wochenende. Allen voran konnte sich Florian Fritsch besonders gut platzieren. Nach glänzenden 66 Schlägen ließ der in Heidelberg lebende Münchner 69 Zähler zu insgesamt sieben unter Par und dem geteilten achten Rang folgen. 

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so weit vorne auf dem Leaderboard wiederfinden würde", wunderte sich Fritsch nach einer Runde mit zwei Birdies, einem Eagle und zwei Bogeys. "Es spielt sich scheinbar doch schwerer als erwartet. Die Fahnen sind anspruchsvoller gesteckt, man muss sie an mehreren Löchern vorsichtig anspielen. Da der Platz meinem Auge nicht besonders liegt und ich überall Hindernisse sehe, habe ich mich für die Flucht nach vorne und den Angriff entschlossen."

Die Rechnung ging auf den ersten 36 Löchern auch bestens auf, obschon der Flugzeuge meidende Familienvater am Ende doch noch etwas passiver an den Ball ging: "Wir haben uns dann doch entschieden, etwas konservativer zu spielen. Da hatte ich dann eben ein paar längere Putts und habe nur noch Pars gemacht." Zum Bogey von der Neun, seinem letzten Loch: "Aus dem dichten Gras hatte ich aus 220 Metern keine Chance, somit habe ich vorgelegt und auf mein Wedge-Spiel vertraut." Der Par-Putt wäre fast gefallen. "In diesem Moment kann ich wohl mit den Besten mithalten", meinte Fritsch bescheiden. "Ich fühle mich sicher und bin davon überzeugt, dass ich mit weiteren Birdies meine Position noch weiter ausbauen kann."   

Maximilian Kieffer, 68 (-6)

Fehlerlos beendete Maximilian Kieffer eine weitere 68er Runde zu Position 15, in der allerdings noch einige Chancen auf den Grüns liegen blieben: "Ich habe heute sehr gute Eisenschläge gemacht und wie auch gestern wieder gut vom Tee die Fairways getroffen." Die Fahnen "standen" ihm wiederum gut, da er derzeit einen leichten Fade spielt: "Ich konnte immer schön mit einem Fade und vollen Schlägen angreifen. Dann habe ich eben leider viel zu wenig Putts gelocht." Kieffer schaffte den 22. Cut in Folge - und will angreifen: "Das fühlt sich gut an, jetzt habe ich ja nichts mehr zu verlieren, ich will auf jeden Fall aggressiv spielen."

Bernhard Langer, 71 (-5)

Zu Beginn der zweiten Runde hatte Bernhard Langer Probleme, ins Spiel zu finden. Das lag neben der frühen Startzeit auch daran, dass seine Mitspieler Bernd Wiesberger und Hunter Mahan "mindestens sieben oder acht Mal im Wasser lagen und mit Drops und unklaren Situationen viel Unruhe ins Spiel brachten", meinte der Routinier dennoch gelassen. Beide scheiterten nach guten Ausgangspositionen mit hohen Nummern am Cut, während sich Langer nach einem Bogey von der Eins mit einem Birdie von Loch 3 erholte und 15 Pars folgen ließ. "Wir haben dann eben weniger gewitzelt und uns überwiegend um unseren eigenen Score gekümmert. Das hat eben etwas weniger Spaß gemacht, ist man aber natürlich auch gewöhnt." Die Putts seien nicht gefallen, er fühle sich aber in einer guten Position: "Ich bin zwar nicht ganz vorne, aber noch immer in Tuchfühlung." 

Sebastian Heisele, 67 (-5)

"Natürlich bin ich zufrieden mit meiner Runde", meinte Sebastian Heisele nach einem Tag mit fünf Birdies und einem Bogey von Loch 16. "Es war wie gestern, nur heute war ich besser auf den Grüns unterwegs und hatte auch einen besseren Speed heute." An der 16 sei ihm ein Leichtsinnsfehler unterlaufen. "Das war bitter, dass ich da noch einen Schlag abgeben musste." Heisele meinte, er habe eine gute Saison auf der Challenge Tour gehabt, sich aber vor ein paar Wochen etwas überspielt. "Ich musste eine Auszeit nehmen und mich neu sammeln. Jetzt bin ich wieder da, wo ich sein wollte." Hier fühle er sich als Gast, "da will ich Erfahrungen sammeln und mitspielen - am besten vorne". Wie auch Langer teilt er Rang 24.

Philipp Mejow, 71 (-3)

Philipp Mejow vom G&LC Berlin-Wannsee kletterte schnell bis weit nach vorne mit vier Birdies auf den ersten vier Löchern. An seiner siebten und achten Spielbahn verlor er diese vier Unterspielungen jedoch mit Triple-Bogey, Bogey. "Dadurch, dass die Schläge nicht so schlecht waren und da nur einfach eins zum anderen kam, dachte ich mir, dass das Spiel eigentlich gut ist und ich nur so weiter machen musste", verriet der Führende der Pro-Golf-Tour-Saisonwertung sichtlich erleichtert. Mejow blieb ruhig und auf Par-Kurs mit nur einem Bogey neben einem weiteren Birdie. Und das reichte genau passend für den Cut. "Ich hatte die Geschwindigkeit auf den Grüns gut raus und der Driver kam gut", so das Erfolgsrezept für sein erstes Wochenende auf der European Tour. Dennoch: "Egal, wie es hier läuft, ich werde am Montag auf der Pro Golf Tour starten und meine Führung verteidigen." 

Bernd Ritthammer, 73 (-2 I Cut)

Nach einer klasse 67 ging es bei Bernd Ritthammer gleich mit einem Eagle von Loch 10, seiner 1, rasant in die richtige Richtung los. Es folgten jedoch düstere Stunden mit vier Bogeys und ohne jegliche weitere Unterspielungen. Der Birdie-Putt am letzten Loch hätte für den Sprung ins Wochenende fallen müssen, blieb aus rund acht Metern jedoch knapp an der Lochkante hängen. "Stark angefangen und stark nachgelassen", reüssierte ein sichtlich enttäuschter Ritthammer seine "Pleite". "Wenn du eine gute erste Runde spielst und dann mit einem Eagle anfängst, dann schaut man natürlich oben aufs Leaderboars - nicht unten oder in der Mitte. Dementsprechend deprimierend ist das jetzt." Er habe zu nervös und im Stress gespielt und sei zu viel "am reagieren und nicht agieren" gewesen. "Das zehrt natürlich."

Max Rottluff, 71 (+2 I Cut)

"Das hat definitiv nicht gereicht", meinte ein enttäuschter Max Rottluff zu Golf.de. "Ich habe besonders auf den Grüns einiges liegen lassen. Trotzdem war es eine super Erfahrung. Das sind gute Checks, da lerne ich viel und kann nächstes Jahr hoffentlich erfolgreicher sein - dann als Pro", so der Amateur und US-College-Golfer. Auf den Grüns habe es gehapert, vor allem daran will er arbeiten. Rottluff wurde kürzlich ausgezeichnet als "First Team All American" - eine Honorierung für die besten zehn Spieler aller Colleges, bei denen auch noch die schulischen Leistungen stimmen.

Stephan Jäger, 68 (+2 I Cut)

Auch die gute zweite Runde mit sechs Birdies und 68 Zählern reichten bei dem auf der Web.com Tour spielenden Stephan Jäger nicht fürs Weiterkommen. "Heute war besser, aber es hat doch nicht gereicht. Das ist schade", brachte er es auf den Punkt. Mit Bernd Ritthammer hatte er früher im bayerischen Kader gespielt, ihn aber zwölf Jahre nicht mehr auf dem Platz gesehen. "Das war gut, wir haben viel miteinander geredet." Dass seine beiden Stationen in Deutschland nicht gut liefen, bedauerte er, will sich aber in erster Linie auf die Q-School der US PGA Tour konzentrieren und zuvor noch auf ein paar Startplätze über Montagsqualifikationen hoffen.  

Moritz Lampert, 72 (+3 I Cut)

An den Löchern 15 und 16, seiner 6 und 7, spielte Moritz Lampert Birdies in Folge und ließ Hoffnung auf das Wochenende keimen. Auf seinen back nine kassierte er jedoch noch ein Doppel-Bogey und zwei Bogeys. "Ich war den ganzen Tag voll aggressiv, weil ich eigentlich gut drauf war und nichts zu verlieren hatte", versuchte er gute Mine zu bösem Spiel zu machen. "Bis auf die zwei Birdies in Folge kam aber nicht sonderlich viel bei raus. An der Fünf hatte ich einen kleinen Pull vom Tee, der dann so unglücklich unter den einen Baum lief." Es passte - wie auch in den letzten Wochen - nicht genug zusammen. "Was zählt, ist, wieder mit Selbstvertauen und Geduld beim nächsten Turnier anzutreten." Später am Tag feuerte er seinen Caddie, ansonsten wolle er aber nicht zu viel Fehleranalyse betreiben.

Marcel Schneider, 77 (+4 I Cut)

Nach seiner Auftakt-69 hatte Marcel Schneider schon gesagt, er habe bitter gestreut und wolle erstmal den Schwung auf der Range suchen gehen. "Nein, ich habe ihn nicht gefunden", kommentierte er seine 77er Runde, die ihn über die Cut-Linie und aus dem Feld hinauswarf. "Wie gestern auch, lag es am langen Spiel. Es ging kreuz und quer vom Tee. Gestern konnte ich da noch Up-and-downs retten, das hat heute nicht geklappt." Stationen in Italien und Irland stehen nun auf dem Programm, davor noch etwas Training. "Heute und morgen mache ich noch Programm mit meinem Pro, dann aber wieder zwei Wochen nicht."

Sean Einhaus, 78 (+6 I Cut)

Nach einer soliden 70er Runde verlor Sean Einhaus am zweiten Tag völlig den Faden und schoss sich mit einer 78 aus dem Rennen. "Ich habe einfach schlecht gespielt", meinte der 25-Jährige frustriert. "Zuerst ging ein kurzer Birdie-Putt vorbei, dann kam direkt ein Bogey an der Elf", seinem zweiten Loch. "Danach habe ich noch einen rechts stehen lassen. Das war eben ein schlechter Start auf den einfachen ersten Löchern der zweiten Neun, da war es dann eigentlich schon gelaufen." Er habe an den zwei Tagen keinen Putt gelocht und dann noch schlecht vom Tee gespielt. "Das war alles weit weg."

Sven Strüver, 75 (+17 I Cut)

"Klar bin ich nicht gut genug, aber das liegt vielleicht auch an der mangelnden Spielpraxis", sagte Sven Strüver nach seiner 75er Runde, mit der er den Cut bei 17 über Par verpasste. Er vermisse das Profi-Leben und könne sich noch nicht ganz davon trennen, nannte er als Beweggrund, selbst nach der ersten Runde von 84 Zählern noch auf der Range zu trainieren. "Ich hätte ja auch ein Bier auf das traurige Resultat kippen können." Nach dem Chaos vom Tee von Runde eins, lief es dann etwas besser: "Solche Runden beschäftigen mich schon, ich habe deswegen heute Nacht nicht gut schlafen können. Heute habe ich es dann verputtet", reüssierte der dreimalige Tour-Gewinner. Nun will er das Turnier noch etwas genießen, in der Ferne sieht er die europäische Senioren-Tour: "Die Passion ist noch voll da - es bringt mir eben so viel Spaß." 

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