Bild Information: Martin Kaymer (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Koepka bezwingt Scott und Woods

PGA Championship
 

Brooks Koepka gewinnt die 100. PGA Championship.

Am Ende war es ein Dreikampf um Glory's Last Shot, das letzte Major des Jahres. Brooks Koepka hielt den Angriffen von Adam Scott und Tiger Woods stand und sicherte sich bei der 100. Auflage der PGA Championship seinen insgesamt dritten Major-Titel und zweiten in diesem Jahr. 

Der 28-Jährige aus West Palm Beach ging nach Runden von 69, 63 und 66 Schlägen mit zwei Zählern Vorsprung als Führender in den Finaltag und zeigte lediglich mit Bogeys an den Löchern 3 und 4 kleine Schwächen. Eine Birdie-Serie auf den Bahnen 7 bis 9 verschaffte dem US-Open-Champion von 2017 und 2018 im Bellerive CC aber direkt wieder Luft. 

Die Schlusslöcher spielte Koepka souverän wie Woods zu seinen besten Zeiten und konnte nach mehreren vergebenen Birdie-Chancen aus kürzeren Putt-Distanzen an den Löchern 15 und 16 noch zwei weitere Unterspielungen nachlegen. An der 17 griff er das lange Par 5 an, spielte ein sicheres Par, und nach einem weiteren langen, geraden Drive blieb ihm nur noch eine kurze Annäherung ins letzte Grün. Das Par brachte eine 66er Runde und insgesamt 16 unter Par, die Wanamaker Trophy sowie knapp zwei Millionen Dollar Preisgeld für den Sieg.

Momentumsverschiebung für Koepka

"Das ist sehr erfreulich", meinte Koepka und versuchte das enge Rennen an der Spitze zu beschreiben. "Wenn man sich die 4 und 5 anschaut, wo ich zwei Bogeys mache - ich denke, zu diesem Zeitpunkt war ich an der Spitze gefesselt. Die Birdies von der 7, 8 und 9 waren eine Art Momentumsverschiebung für mich. Vor allem mit Tiger, der zu diesem Zeitpunkt einen Lauf hatte. Und dann an der Zwölf: Scotty mit Birdie 12 und 13, da wurde es schon sehr eng."

Zum Glück habe er auf der Zielgeraden ziemlich gute Schläge gemacht: "An der 15 hatte ich die perfekte Entfernung und dann an der 16 fliegt er wie an der Schnur gezogen direkt ans Loch. Das war wohl einer der besten Schläge, die ich je unter Druck gemacht habe."

Vision beim Masters auf der Couch

Das Masters musste Koepka auslassen und konnte sich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich vorstellen, im Verlauf des Jahres noch zwei Major-Siege zu feiern. "Wenn ich mir anschaue, was ich in den letzten zwei Monaten gemacht habe, ist das unglaublich. Ich saß auf meiner Couch und beobachtete das Masters."

"Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich das alles schaffen würde, hätte ich ihn einfach ausgelacht und gesagt, dass es keine Chance gäbe. Es ist wirklich unglaublich! Meine Ärzte, Physiotherapeuten, Trainer, jeder hat einen unglaublichen Job gemacht, damit ich wieder auf den Golfplatz kommen konnte und das alles tun konnte - ich kann es noch überhaupt nicht glauben."

 

How many days a week does @bkoepka lift?

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Brooksy mit Bomben-Drives schwer zu schlagen

Natürlich habe er über die Zuschauermenge immer genau gewusst, wo sich Woods befand und was er gerade tat. Der 42-Jährige mit den 14 Major-Titeln im Verlauf der Jahre 1997 bis 2008 auf seinem Konto, war voll da. Und die Menge trug ihn. Sein Start ins Turnier verlief noch ganz schwach mit einem Bogey und einem Doppel-Bogey. Er berappelte sich und schaffte eine 70, die er mit zwei 66er Runden vor und nach der Gewitterunterbrechung vom Freitagnachmittag unterbieten konnte.

Damit hatte Woods vor dem Finaltag vier Zähler Rückstand auf Koepka und kam ihm am 13. Grün mit seinem sechsten Birdie (bei nur einem Bogey) ziemlich nahe. Ein zweites Bogey von Loch 14 dämpfte das Momentum, wobei Woods an der schweren 15 eine glänzende Unterspielung nachlegen konnte. Das lange Par 3 der 16 meisterte er mit einem feinen Eisen-4-Schlag "nur" mit Par, an der 17 (Par 5) rettete er nach einem verzogenen Drive, kurzen Zweiten und Dritten in den Bunker mit einem längeren Putt das Par und an der 18 ließ er sich nach einem Vier-Meter-Putt mit Break zum Birdie feiern. Zu Recht.

Nach dem letzten Putt ballte Woods die Faust und zeigte offene Freude, obschon er sich sicher sein konnte, dass es nicht zum Sieg reichen würde. Er hatte alles gegeben, war voll da, unterschrieb mit 64 Zählern die mitunter beste Runde des Tages und konnte sich über den alleinigen zweiten Rang bei 14 unter Par richtig freuen.

"Brooksy hat schon in Shinnecock mit bombenmäßigen Drives alles zerlegt. Und dann macht er dasselbe hier", sagte Woods anerkennend. "Ich habe in einer Trainingsrunde mit ihm gespielt und seine Bälle waren bei 300 Metern noch in der Luft. Wenn ein Typ dann noch gerade ist und so gut puttet, ist er schwer zu schlagen."

Woods freut sich über große Unterstützung

Seit langem sei er nicht so zufrienden nach einem Turnier gewesen, dass er nicht gewinnen konnte. "Bei der British Open war ich ähnlich nahe dran und sogar kurzzeitig in Führung. Hier bin ich doch nur hinterhergelaufen und musste versuchen, Druck auszuüben und irgendwie ranzukommen. Die Leute hier waren so positiv, die Energie war unglaublich. Es gab keine negativen Kommentare, niemand höhnte, niemand machte abfällige Bemerkungen, alle waren nur sehr positiv. Sie sind aufgeregt, ja. Sie wählen manchmal Seiten, ja. Aber sie waren respektvoll. Ich wünschte, wir könnten jede Woche vor solchen Menschenmengen spielen, weil das eine wahre Freude ist."

 

There's nothing quite like a Tiger fist pump.

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Kaymer kurzzeitig vorne dabei

Mit einem Bogey vom 18. Loch fiel Adam Scott auf den dritten Rang, einen Zähler hinter Woods. Position vier teilten Open-Champion Stewart Cink (67) und Spaniens Bomber Jon Rahm (68) bei elf unter Par vor den Sechsten Thomas Pieters aus Belgien (66), Italiens erstem Major-Sieger Francesco Molinari (67), dem Weltranglistenzweiten Justin Thomas (68) und dem zwischenzeitlich Führenden Gary Woodland (69), der mit Woods auf der Runde war.

Martin Kaymer hatte gerade so mit 71 und 69 Zählern den Cut überstanden. Am Samstagmorgen blieben dem einzigen Deutschen im Feld acht Löcher von Runde zwei, auf denen er sich um drei Zähler unterspielen musste. Ein Eagle und ein Birdie machten es möglich, dass der PGA Champion von 2010 eine Tee Time für Runde drei bekam. 67 Zähler folgten und drei frühe Birdies brachten den 33-Jährigen am Finaltag zwischenzeitlich ziemlich weit nach vorne. Dämpfer kamen jedoch schnell mit einem Bogey an Loch 8 und Doppel-Bogey an der 10.

Am Ende wurde es eine 70 und Kaymer musste sich mit Rang 42 begnügen. "Viel Positives aus der PGA Championship herauszuholen. Das Ballstriking wurde während der Woche immer besser", fasste Kaymer zusammen. "Ich freue mich auf das Nordea Masters nächste Woche in Schweden."

Wallace mit Schlag des Turniers

Der Schlag des Turniers kam von Matt Wallace am Moving Day. Bei seinem Hole-in-One tobte die Menge im Bellerive CC und feierte den 28-jährigen Briten. Nach einer 66 von Runde zwei wurde es mit dem Ass vom 16. Loch eine 68 und eine weitere 68 brachte letztlich Rang 19. "Das war wahrscheinlich der beste Schlag meines Lebens. Endlich hat mein Caddie Dave mal den richtigen Schläger für mich ausgesucht."

Gescheiterte Stars

Stars wie Sergio Garcia (70+71), Padraig Harrington (71+70), Bryson DeChambeau (71+70), J.B. Homes (73+68), Alex Norén (71+71), Henrik Stenson (73+69), Matthew Fitzpatrick (72+70), John Daly (73+70), Patrick Reed (72+71), Jason Dufner (72+72), Danny Willett (73+71) oder Phil Mickelson (73+71) und Bubba Watsn (70+78) sowie Paul Casey (75+73) hatten den Cut verpasst.

Leaderboard der 100. PGA Championship Tiger Woods veräppelt NBA-Champion Andre Iguodala Endlich bekam Matt Wallace von seinem Caddie mal den richtigen Schläger in die Hand gedrückt!

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