Bild Information: Nelly Korda (USA) siegt beim olympischen Golfturnier. Mone Inami (Japan) gewinnt Silber und Lydia Ko (Neuseeland) Bronze. (Photo by Stan Badz/PGA TOUR/IGF)

Olympia: Korda gewinnt Gold – enttäuschendes Ende für Masson und Popov

Olympische Spiele
 

Nelly Korda ist Olympiasiegerin. Die US-Amerikanerin siegt mit einem Schlag vor der Japanerin Mone Inami, die sich im Stechen gegen Lydia Ko durchsetzt. Weit dahinter landen Caroline Masson und Sophia Popov – sie teilen sich den 40. Platz.

Am Ende fiel die Entscheidung um Gold beim olympischen Turnier der Damen doch erst auf dem letzten Grün – und es jubelte, wenn auch dezent, wie es ihre Art ist, die Weltranglistenerste: Nelly Korda ist neue Olympiasiegerin und damit Nachfolgerin von In Bee Park (Südkorea).

Entscheidung um Silber im Stechen

Die Amerikanerin, die nach der zweiten Runde mit vier und nach der dritten immerhin noch mit drei Schlägen in Führung gelegen hatte, triumphierte auf dem East Course des Kasumigaseki Country Club mit einer 69er-Schlussrunde (-2) und einem Gesamtscore von -17 – ein Schlag vor Silber-Gewinnerin Mone Inami. Die Lokalmatadorin setzte sich im Stechen am ersten Extraloch gegen Lydia Ko durch. Die Neuseeländerin hatte vor fünf Jahren in Rio Silber gewonnen und ist nun mit Bronze die einzige Golferin, die zwei olympischen Medaillen besitzt. Beide hatten Korda mit den besten Runden des Tages (65 Schläge) noch bis zur 18. Bahn unter Druck gesetzt. Der Coup von Inami ist für Japan nach der verpassten Medaille von Hideki Matsuyama bei den Herren ein besonders schöner Abschluss. „Ich habe kurz mit ihm gesprochen, und er hat mir viel Glück gewünscht“, verriet die 22-Jährige Inami.

Die Kordas - eine extrem sportliche Familie

Für Nelly Korda ist die Goldmedaille das nächste Highlight innerhalb weniger Wochen, nachdem sie Ende Juni bereits bei der LPGA Championship ihren ersten Major-Titel gewonnen hatte. Und: Für die USA ist es das zweite Golf-Gold nach Xander Schauffeles Triumph vor sechs Tagen. Nelly Korda stammt aus einer extrem sportlichen Familie. Ihre ältere Schwester Jessica landete auf dem geteilten 15. Platz und war die erste Gratulantin auf dem Grün. Mutter, Vater und ihr jüngerer Bruder waren oder sind allesamt Weltklasse-Tennisprofis.

Kein Happy End hingegen erlebte hingegen Aditi Ashok. Die 23-Jährige, die als erste Inderin eine olympische Medaille im Golf hätte gewinnen können, spielte zwar mit einer 68er-Runde (-3) wieder stark. Dennoch verlor sie zwei Plätze und belegte einen undankbare vierten Platz.

Popov und Masson unzufrieden

Ernüchterung auch im deutschen Team, das schon vor der gut halbstündigen Regenunterbrechung ins Clubhaus gekommen war. Für Caroline Masson und Sophia Popov endete das Turnier sportlich weit hinter den eigenen Erwartungen. Vor allem Masson erwischte am Samstag einen schwachen Tag. Durch fünf Bogeys und ein Birdie steht am Ende eine 75er-Runde (+4) auf ihrer Scorekarte. Damit liegt sie nach 72 Löchern mit Even Par auf einem geteilten 40. Rang. „Es war einfach nicht gut heute. Das hat sich in den letzten Tagen schon angedeutet, weil mein Driver nicht gut funktionierte. Wenn man dann nicht stark puttet und den Bogeys keine Birdies entgegensetzen kann, wird es schwierig“, analysierte sie im Anschluss enttäuscht. Und weiter: „Mit dem Gesamtergebnis bin ich natürlich nicht zufrieden. Die Proberunden sahen noch vielversprechend aus. Aber wenn man seinen Rhythmus vom Tee verliert, sind die anderen zu stark, um vorn mitzuspielen. Ich hätte hier mein bestes Golf gebraucht, um eine Medaille zu gewinnen. Trotzdem war es wie schon in Rio eine Ehre, dabei gewesen zu sein.“

Konstanter als Masson spielte Sophia Popov zum Abschluss des Turniers – aber auch sie konnte ihren Score nicht mehr verbessern. Drei Bogeys und drei Birdies bedeuten Even Par – sowohl in Runde vier als auch im Gesamtergebnis. Damit teilt sie sich den 40. Platz unter anderem mit ihrer Teamkollegin. „Ich habe das Gefühl, dass ich alle vier Runden deutlich besser gespielt habe, als es mein Score aussagt. Es sind einfach zu viele Birdie-Putts nicht gefallen, bestimmt zwei bis drei pro Runde, die ich normalerweise loche“, erklärte die 28-Jährige. „Vielleicht habe ich insgesamt nicht aggressiv genug gespielt in diesen Tagen. Es ist nicht das erhoffte Ergebnis, aber ich bin nicht völlig unzufrieden. Ich weiß, woran ich arbeiten muss in den nächsten Wochen.“ Ihr Fazit abseits des sportlichen Geschehens fällt positiv aus: „Es war eine wirklich coole Erfahrung hier, auch wenn die Bedingungen durch die weite Entfernung vom olympischen Dorf zum Platz nicht einfach waren. Wir mussten abends so früh ins Bett, dass wir wenig von anderen Sportarten mitbekommen haben. Oft konnten wir nicht einmal die Medaillensieger empfangen. Das war schade. Bei den nächsten Spielen in Paris sollen die Distanzen kürzer sein. Es ist mein Ziel, dann wieder dabei zu sein.“

Bundestrainer überwältigt von Organisation und Freundlichkeit des Gastgeberlandes

DGV-Bundestrainer Morales, der für Popov in den vergangenen Tagen auch als Caddie fungierte, zieht ein geteiltes Fazit: „Natürlich bleibt die Sichtweise auf die verpasste Chance. Ich hoffe, dass wir in drei Jahren wieder dabei sein können und dann auch vom Ergebnis her eine bessere Performance abgeben. Die Einstellung der Mädels war sehr gut. Man verkauft sich bei Olympia nicht nur als Medaillengewinnerin, sondern man vertritt sein Land. Das haben Sophia und Caro sehr gut gemacht. Sie haben sich nicht hängen gelassen, sondern immer gekämpft. Damit bin ich zufrieden.“

Überwältigt ist der Bundestrainer von der Organisation und der Freundlichkeit der Gastgeber: „Die Japaner haben alles dafür getan, dass es uns gut geht. Alle hatten jeden Tag ein Strahlen im Gesicht. Sie hätten Spiele mit vollen Stadien und einer anderen Wahrnehmung in der Welt verdient gehabt. Dass diese nicht möglich waren, ist schade und macht mich ein wenig traurig.“ Sein Blick nach vorn aber ist positiv: „Natürlich wollen wir in drei Jahren wieder dabei sein. Wir als DGV werden dann viele Spielerinnen haben, die für einen Start in Frage kommen. Es wächst eine starke Generation heran.“ 

Blick nach vorn...

Einige davon sind beim nächsten Major im Damengolf dabei, das schon in knapp zwei Wochen beginnt. Dann versucht Sophia Popov im schottischen Carnoustie, ihren Titel als British Open-Champion zu verteidigen.
 

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