Bild Information: Golf bei Olympia - für Xander Schauffele geht ein Traum in Erfüllung (Photo by Ben Jared/PGA Tour/IGF)

Schauffele holt Gold, Long klettert auf 35. Platz

Olympische Spiele
 

Der neue Olympiasieger im Golf heißt Xander Schauffele. Der 27-jährige US-Amerikaner gewann mit einem Schlag vor dem Slowaken Rory Sabatini und C. T. Pan aus Taiwan, der sich im Stechen gegen sechs andere Spieler die Bronzemedaille sicherte. Hurly Long verbesserte sich mit einer starken 67er-Schlussrunde auf den 35. Platz. Max Kieffer, der zweite Deutsche im Feld, beendete das Turnier auf Rang 45.

Spannender kann ein Olympisches Golfturnier nicht zu Ende gehen. Xander Schauffele (USA), der schon in der zweiten Runde des Turniers die Führung übernommen hatten, gewann nach einem dramatischen Finish mit einem Schlag vor Rory Sabbatini (Slowakei) und zwei weiteren vor C. T. Pan aus Taiwan.

Schauffele sah zur Hälfte der finalen Runde schon wie der sichere Sieger aus, lag drei Schläge vor der gesammelten Konkurrenz. Bis dahin hatte der US-Amerikaner solides Golf gespielt; genau das, was man macht, um einen komfortablen Vorsprung über die Runde zu bringen. Allein: Der war nach 16 Bahnen verbraucht, weil Rory Sabbatini mit einer famosen 61er-Runde und einem neuen Olympischen Rekord ins Clubhaus gekommen war. Der 45-Jährige hatte zehn Birdies, einen Eagle und zwei Bogeys auf der Scorekarte.

Mit einem Birdie auf der 17 aber übernahm Schauffele mit -18 wieder die hauchdünne Führung, die er mit einem erkämpften Par auf der letzten Bahn und insgesamt 67 Schlägen erfolgreich verteidigte. Für den 27-Jährigen mit deutschen (Vater) und japanischen (Mutter) Wurzeln, der zuletzt bei Major-Turnieren häufig vorn mit dabei war, ist es der größte Erfolg seines Lebens. Vater Stefan, der Xanders bisher einziger Trainer ist, erlebte den Triumph aus nächster Nähe mit. Schauffele ist damit Nachfolger des Engländers Justin Rose, der 2016 in Rio gewonnen hatte.

Die Silbermedaille ging mit -17 an Rory Sabbatini. Der Südafrikaner, der für die Slowakei spielt (seine zweite Frau stammt von dort) und den vor der Schlussrunde wohl kaum jemand auf dem Zettel hatte, war einer der ersten Gratulanten für Schauffele.

Mit Schauffeles finalen Putt aber war das Turnier noch lange nicht vorbei. Im Gegensatz zu „normalen“ Turnieren gibt es bei den Olympischen Spielen keine „geteilten“ Medaillenränge. Deshalb gingen alle, die mit -15 auf dem dritten Platz ins Clubhaus gekommen war, ins große Stechen:

Paul Casey (Großbritannien), Mito Pereira (Chile), Sebastián Munoz (Kolumbien), Rory McIlroy (Irland), Collin Morikawa (USA), C.T. Pan (Taiwan) und Lokalmatador Hideki Matsuyama. Der Japaner, aktueller Masters-Sieger, hatte sich durch viele verschobene Putts um den durchaus möglichen Olympiasieg gebracht.

Am Ende ging C. T. Pan am vierten Extraloch aus dem Stechen der glorreichen Sieben als Sieger hervor, durfte sich also später selbst die Bronzemedaille umhängen.

Die Deutschen im Feld hatten mit den Entscheidungen nichts zu tun. Maximilian Kieffer und Hurly Long waren um 8:41 Uhr Ortszeit gemeinsam auf ihre letzte Runde im Kasumigaseki Country Club gegangen; der dritte Mann im Flight war Justin Thomas aus den USA. Long begann solide, notierte auf den ersten Neun zwei Birdies und ein Bogey. Dem nächsten Birdie auf der 10 folgten weitere auf den Löchern 15 und 17. Am Ende notierte der 26-Jährige, der in seinen ersten drei Runden jeweils 70 Schläge gebraucht hatte, eine starke 67 – und den 35. Platz. Long: „Für mich ist das ein versöhnlicher Abschluss. Ich war in den ersten Tagen mit meinem Schwung nicht wirklich zufrieden, habe deshalb noch etwas umgestellt. Dadurch waren heute mehr Birdies möglich.“ Auch Bundestrainer Ulli Eckhardt war angetan: „Hurly hat heute viel freier gespielt, hätte sogar noch besser als 4 unter Par spielen können. Man hat gesehen, welches Potenzial er hat.“

Maximilian Kieffer kam nicht so glatt in seine Runde. Der 31-Jährige aus Bergisch-Gladbach begann mit einem Bogey, verlor auf der vierten Bahn einen weiteren Schlag. Dann aber folgte das, was ihm im Olympischen Turnier schon mehrfach gelungen war – eine Birdie-Serie. Diesmal waren es drei von der sechsten bis zur achten Bahn. Nach einem Doppelbogey auf der 15 sowie einem finalen Birdie auf der 17 notierte Kieffer mit der 71 seine erste Par-Runde des Turniers. Die reichte für Platz 45 und die Erkenntnis: „Ich war heute ein wenig platt, deshalb haben sich mein Körper und Schwung nicht so gut angefühlt. Das führte dann zu unnötigen Fehlern auf den zweiten Neun.“ Der Bundestrainer sieht das genauso. Ulli Eckhardt: „Max hat sich definitiv unter Wert verkauft. Er hat im Lauf der Woche zu viele Schläge liegengelassen und kann mit der Platzierung nicht zufrieden sein.“

Für Marcus Neumann, den Sportdirektor des Deutschen Golf Verbandes, fällt die Bilanz der beiden Deutschen bei ihren ersten Olympischen Spielen absolut positiv aus: „Hurly und Max können sehr stolz auf sich und ihre Leistung sein. Sie haben sich bewiesen, dass sie mit den Besten mithalten können und haben Schwarz-Rot-Gold würdig vertreten. Ihr Auftritt auf und neben dem Platz und im Team D war vorbildlich und sehr sympathisch. Die wirklich harten Klimabedingungen, die Zeitumstellung, die langen Anfahrtswege, die bei täglichen drei Stunden im Shuttle wenig Regenerationszeit zuließen und natürlich auch die unausweichliche, aber faszinierende Ablenkung im Olympischen Dorf, forderten ihnen die letzten Körner ab. Alles war anders als bei Turnieren auf der europäischen Tour. Ich bin sicher, sie werden diese intensiven Tage auf einem der besten Plätze der Welt nie vergessen. Denn sie sind jetzt für immer Olympioniken!“

Am Mittwoch beginnt im Kasumigaseki Country Club in Kawagoe das Olympische Golfturnier der Damen. Für Deutschland gehen Sophia Popov (amtierende British Open-Siegerin) und Caroline Masson auf Medaillenjagd.

Leaderboard Die Männer am Bag

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