Bild Information: Bernhard Langer (l.) und Martin Kaymer (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Gemischte Bilanz für Kaymer und Langer

Masters Tournament
 

Nur Kaymer kann am Sonntag Boden gut machen.

Gemischt fällt die deutsche Bilanz dieses Masters-Turniers aus. Zwei Deutsche am Start, zweimal den Cut überstanden. Das ist erst einmal eine erfreuliche Geschichte. Danach aber wird die Sachlage komplizierter.

Langer kämpft mit der Länge des Platzes - immer mehr

Bernhard Langer, so wieder einmal das Fazit nach vier Tagen Masters, hat sich nicht nur im Augusta National Golf Club selbst zu einer Art lebenden Legende gemacht. Jeder Zuschauer kennt den 61-Jährigen, jeder Helfer spricht über ihn, keiner der Mitspieler würde es wagen, ein kritisches Wort über ihn zu verlieren. Ein Senior über 60, der am Ende zwar eine 78er Runde zu einem Endstand von acht über Par spielte und damit deutlich zurückfiel, während der ersten beiden Tage aber mit Runden von 71 und 72 Schlägen im vordersten Drittel mithalten konnte, ist erstaunlich.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Danach allerdings begann der Platz an dem Deutschen zu zehren. "An den Grüns hat sich gegenüber der Jahre, in denen ich gewonnen habe, eigentlich kaum etwas geändert", bilanziert Langer, "was sich aber deutlich verändert hat, sind die Schläge ins Grün." An Bahn neun zelebrierte Langer am Samstag einen herausragenden Schlag mit dem Eisen 4 ins Grün, drei Meter neben die Fahne. "Früher habe ich da aber oft ein Wedge geschlagen," resümiert der Deutsche – und genau hier beginnt das Problem.

Über vier Runden, und speziell an einem windigen Tag wie Sonntag, addieren sich für Langer die langen Schläge auf. Ein Ball nach dem anderen mit dem Hybrid oder Holz ins Grün bedeutet auf Dauer mehr lange Putts, weniger Birdiechancen und den permanenten Druck, das Par zu retten.

Bahn 17 und 18 machten den Score zunichte

Sowohl am Samstag als auch am Sonntag zerlegte es Langer auf den zweiten Neun: Jeweils zwei Doppel-Bogeys ruinierten den Score. Die Löcher 17 und 18 spielte der Deutsche an beiden Tagen drei über Par. Seine Position als bester Senior über 60 ist weltweit ungefährdet, vier Tage mit der Weltspitze mitzuhalten, ist aber angesichts der fehlenden Länge ein Problem. "Mit über 60 kann man seine Länge auch nicht mehr steigern, da kann man froh sein, wenn man sie hält," lautet sein Resümee.

Wie lange er sich beim Masters noch unter den Top 50 halten kann, bleibt abzuwarten. Im Gegensatz zum Kollegen Martin Kaymer ist Bernhard Langer aufgrund seiner zwei Siege in den Jahren 1985 und 1993 hier ohnehin permanent startberechtigt. "Wie lange ich spiele, weiß ich nicht. Das hängt vor allem von der Gesundheit ab," kommentiert er seine spielerische Zukunft beim Masters. Eines weiß er allerdings sicher: Wenn er wie einige seiner gleichaltrigen Kollegen acht über Par nach zwei Runden liegen würde, "hätte ich keine Lust mehr. Ich komme hier nicht hin, nur um dabei zu sein."

 

Martin Kaymer beschäftigt sich derweil mit ganz anderen Fragen. Der Deutsche hat beim diesjährigen Masters in gewisser Weise Schadensbegrenzung betrieben. Angesichts der Tatsache, dass die 18 Löcher nicht wirklich seine Lieblings-Spielwiese sind, ist das Endergebnis von zwei über Par aus seiner Sicht sehr ordentlich. Sein Ziel, am letzten Tag unter Par zu spielen, hat er mit einer 71er Runde erreicht. Mit zwei über Par aber war er von den Führenden zu jedem Zeitpunkt des Turniers deutlich entfernt.

Kaymer muss sich für Masters 2020 qualifizieren

Und: Die automatischen Startberechtigungen für die großen Turniere laufen jetzt allmählich aus. Schon für das Masters 2020 muss Kaymer sich erst einmal qualifizieren. Die Top 50 der Welt sind ein Fernziel, das immer schwerer zu erreichen wird, je seltener man bei den hoch dotierten Turnieren der World Golf Championships oder den Majors mitspielen kann. Martin Kaymer kann bei Turnierstarts und Einladungen nicht mehr wählerisch sein. Die Qualifikation für die hochdotierten FedEx Cup-Playoffs ist ebenso wichtig für ihn wie ein einigermaßen gutes Abschneiden bei den Major-Turnieren und den Veranstaltungen der Rolex Series. Jeder Dollar und jeder Weltranglistenpunkt zählt. Es muss in kleinen Schritten aufwärts gehen.

 

Kaymer sucht die Trendwende Buddy-Golf im tiefen Süden

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