Bild Information: Die Ben Hogan-Statue in Fort Worth, Texas (Photo by Scott Halleran/Getty Images)

Das größte Comeback: Hogan oder Woods?

Erster Abschlag
 

Erster Abschlag. Die Kolumne zum Wochenstart. 

Ist sein Comeback das größte aller Zeiten? Tiger Woods hielt sich am vergangenen Mittwoch bedeckt bei der Antwort, als man ihm in Augusta den Ben Hogan Award der Golf Writers Association of America verlieh."Ich glaube, eines der größten Comebacks aller Zeiten gelang dem Gentleman,um des es bei dieser Auszeichnung geht, Mr. Hogan."

Crash mit dem Greyhound-Bus und beinahe tot

Hogan gewann die US Open in Merion, obwohl er 16 Monate vorher bei einem Autounfall mit einem Bus beinahe starb. Dass er jemals Golf spielen würde, dachte noch Monate danach niemand. Dass er siegen würde, war unvorstellbar. "Die Schmerzen, die er durchmachte, die Dinge, die er tun musste, nur um spielen zu können, wie schwer es für ihn war, überhaupt zu laufen, und dann am Schluss ging er 36 Löcher und gewann eine US Open",  beschrieb Woods die Leistung des Amerikaners, der 1997 im Alter von 84 Jahren starb.

 

 

Es sind wenige Golfer, die heute noch viel mit seinem Namen anfangen können – anders als Woods, der als ausgesprochen kompetent gilt, was die Golf-Historie anbelangt. Hogan war anders als er ein Spätzünder, der erst im Alter von 17 im Jahr 1930 anfing Golf zu spielen. Erst 1940 gewann der Texaner sein erstes Turnier. Danach allerdings fing er an die amerikanische Szene zu dominieren. 1948 gewann er zehn Turniere, darunter die US Open und die US PGA Championship.

Als Hogan 1949 an einem nebligen Tag nach einem Playoff bei der Phoenix Open mit seinem Cadillac in den Greyhound-Bus krachte, weil dieser in einer Kurve überholte, war die Karriere gestoppt. Trotzdem lautete Hogans erste Frage an seinen Pro-Kollegen Herman Keiser, der ihn am Tag nach dem Unfall im Krankenhaus besuchte: "Herman, kannst du mal nach meinen Schlägern schauen."

Voll bandagiert auf den Platz

Ein Jahr verging, in dem niemand an die Rückkehr des Major-Siegers glaubte – bis auf ihn selbst. Er fing an zu chippen, ging die ersten Löcher. Knapp ein Jahr nach der Phoenix Open spielte er wieder Turniergolf und beendete die Los Angeles Open im Riviera Country Club auf einem geteilten ersten Platz mit Sam Snead. Bei der US Open 1950 in Merion badete Hogan vor jeder Runde eine Stunde in heißem Salzwasser, danach bandagierte er beide Beine, um die Schwellungen zu reduzieren und warf ein paar Aspirin ein, um den Schmerz zu vermindern. Als er nach zwei Runden führte, aber dem 36-Löcher-Finish der US Open entgegensah, meinte er zu Ehefrau Valerie, er werde die zwei letzten Runden wohl kaum überstehen. Nach drei Runden führte er noch immer mit zwei Schlägen, nach Runde vier aber lag er schlaggleich mit George Fazio und Llyod Mangrum. Ein 18-Löcher-Playoff am nächsten Tag musste entscheiden.

Ben Hogan absolvierte auch diese Runde und gewann mit einer 69er Runde. Das unglaubliche Comeback war zu Ende: Vom Beinahe-Tod zum US Open Champion. Für Tiger Woods jedenfalls war der Mann in den zwei letzten Jahren während seiner Verletzungspausen Inspiration. Er hat ihn beflügelt. 

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