Bild Information: Tiger Woods (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Holt Woods den fünften Titel? 

Masters Tournament
 

22 Jahre nach dem ersten Sieg will Tiger wieder gewinnen. 

Es war Sonntag spät am Nachmittag, als Tiger Woods sich zu seiner ersten Übungsrunde aufmachte – nur mit dem Putter und dem Wedge in der Hand. Der Trubel des Drive Chip & Putt-Turniers auf der Anlage des Augusta National Golf Clubs war fast zu Ende, der Platz leerte sich. Ein paar Kollegen nutzten die Stille zur Vorbereitung in Ruhe, wie sie ansonsten zu Beginn der Woche nicht möglich ist: Sergio Garcia, Patrick Reed und Zach Johnson waren ebenfalls bereits auf dem Platz. Woods war allein unterwegs – voll fokussiert, die Jagd nach dem 15. Majortitel hatte begonnen.

Wo steht er, der Superstar, den diese Woche alle Wettbüros mit zu den Favoriten auf den Masterssieg zählen? Einigkeit besteht vor allem in einem Punkt: Wenn Woods irgendwo an seine Majorsiege anknüpfen kann, dann hier. Vier grüne Jacketts hat er in den Jahren 1997, 2001, 2002 und 2005 bereits gewonnen, insgesamt 1476 Löcher absolviert, 329 Birdies gespielt. Er ist zum 21. Mal am Start, hat 20 Cuts geschafft. Um es kurz zu machen: Woods kennt diesen Platz wie seine Westentasche. Er fühlt sich wohl hier, fast wie zuhause. Er hat bei seinem ersten Start als Amateur das Geschehen auf der Anlage vom Appartement für die Amateure aus dem Clubhaus beobachtet, 1997 die Welt hier im Sturm erobert. Wo, wenn nicht hier, kann er seine Erfahrung ausspielen?

An den Par 5s war Woods stets ein Champion

Der Schlüssel zum Erfolg, das ist das Fazit der Statistiker, die sich seit Tagen mit Woods vergangenen Auftritten in Augusta beschäftigen, liegt in den Par-5-Löchern. 156 unter Par liegt er an den Bahnen 2, 13 und 15 insgesamt, allein 50 unter Par nur an Loch 13. Seine Titel hat Woods stets hier geholt, wobei er nie schon in der ersten Runde Außergewöhnliches leistete. Bei keinem seiner vier Siege führte er nach der ersten Runde, immer nach der dritten.

Die Zeiten allerdings sind härter geworden: Als er hier 1997 sein Debüt gab, war er jung und unverbraucht, der Körper war kein Problem und der Platz eigentlich fast ein Kinderspiel. Bis heute halten sich drei seiner Rekorde aus diesem Jahr: Er ist bis heute der jüngste Sieger mit 21 Jahren und 104 Tagen; der Vorsprung auf seine Verfolger mit zwölf Schlägen wurde nie wieder erreicht, und  der Siegescore von 270 Schlägen ist noch immer der niedrigste, der bis heute erzielt wurde.  Nur eine 70er Runde leistete er sich damals zum Auftakt, es folgten drei Scores in den 60ern.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

The sun rises on the 83rd Masters week at Augusta National Golf Club.

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Scheinbar im Vorbeigehen wie damals wird ihm nie wieder ein Sieg gelingen. Er ist 43 Jahre alt, zigmal operiert. Nur Jack Nicklaus konnte 1986 mit 46 Jahren in einem vergleichbaren Alter gewinnen. Warum also Woods? Weil er mit seinem Erfolg bei der Tour Championship 2018 bewiesen hat, dass er wieder zu den Siegern zählt. Weil er zurück ist unter den Top 15 der Welt. Weil er beim WGC Matchplay-Turnier in Texas vorne dran war und erstklassige Form demonstrierte. Weil er mit Joe LaCava den vielleicht besten Caddie der Welt an seiner Seite hat und außerdem jede Ecke des Platzes kennt.

Der Woods von heute ist entspannt und trotzdem fokussiert

Der große Unterschied zu früher: Der 43-jährige von heute spielte am Montag mit Fred Couples und Justin Thomas eine entspannte Runde,  unterhaltsam für die Zuschauer. Woods, den Entertainer, gibt es erst seit kurzem zu sehen. Früher war seine Jagd nach Titeln stets gekennzeichnet von größtmöglicher Isolation bei den Majors. Die Fans danken es ihm – der Auftritt des Amerikaners sorgte am Montag für Begeisterung wie man sie sonst eben nicht beim Golf erlebt. Schon deshalb ist jedes Jahr mit Woods in Augusta ein echter Gewinn. 

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