Bild Information: Shane Lowry bei der British Open (Photo: Loch Lomond Whiskies/Getty Images)

Lowry holt die Claret Jug nach Irland

British Open
 

Shane Lowry gewinnt 148. Open in Portrush trotz aller Widrigkeiten.

Zehn Jahre nach seinem Sieg bei der Irish Open gewinnt Shane Lowry die Open Championship 2019 im nordirischen Portrush. Von den Fans getragen, trotzte der 32-jährige Ire dem stürmischen Regen und peitschte sich heldenhaft zum Sieg beim ältesten Major. 

Am Vorabend hatte Lowry noch beteuert, dass er die letzten Meter seiner 63er Rekordrunde vom Moving Day genossen habe, als gäbe es keine Steigerung dieses Moments in einer (fast) einmaligen Atmosphäre. Rund 50.000 Zuschauer (Rekord: 237.750 insgesamt) hatten ihn zu ihrem Helden erkoren und gefeiert.

Mit Runden von 67, 67 und 63 Zählern ging es bei 16 unter Par und vier Zählern Abstand in den Finaltag. Und es sollte keine Wiederholung von Oakmont 2016 geben, als er eine Vier-Zähler-Vorsprung bei der US Open verspielte. "Ich habe viel gelernt - auch, dass es andere wichtige Dinge im Leben gibt und Titel nicht alles sind", sprach der stolze Familienvater - und zog es durch. 

Konter nach Bogey an der Eins

Als Lowry seinen ersten Abschlag am Sonntagnachmittag um 13.47 Uhr bei strömendem Regen und bissigem Wind das enge Fairway der Eins (Aus rechts und links) hinunter schlug, hatte keiner der Konkurrenten bedenklich näher rücken können. Er selbst kam dem Feld entgegen. Aber nur kurz. Nach einem Zitter-Bogey vom ersten Grün ließ der frisch gekrönte Open-Champion Birdies an den Löchern 4, 5 und 7 folgen. Das Leaderboard zeigte 18 unter Par, sechs Zähler Vorsprung auf Tommy Fleetwood und einen weiteren auf den bei Majors ewigen Zweiten Lee Westwood. J.B. Holmes hatte sich mit drei frühen Bogeys hinausgespielt. Es sollte ein Home Run werden - jedenfalls so gut wie.

Matchplay-Situation mit Fleetwood

Bogeys an den Löchern 8, 9, 11 und 14 folgten durch ungenaue Annäherungen und missglückten Putts aus ungemütlichen Distanzen, aber die Konkurrenz konnte auch nicht so recht Boden gutmachen. Zu schwer waren die Bedingungen für alle Beteiligten. Fleetwood kam mit einem Birdie an Loch 12 etwas näher ran; ein Doppel-Bogey von der 14 gegenüber Lowrys Birdie von der 15 (mit geballter Faust) sorgten wieder für einen komfortablen Abstand von sechs Zählern.

Nach seiner Annäherung ins 18. Grün lief der 148. Open-Champion mit erhobenen Armen die letzten Meter zum Grün, strahlte, ballte die Fäuste, klatschte ab, umarmte und ließ sich von den Fans mit Gesängen und Jubel feiern. Ihr Held hatte es geschafft - mit einer 72er Schlussrunde und sechs Zähler Vorsprung auf Sportsmann Fleetwood, der mit einer 74 die Bühne freimachte für den Gladiator.

"Ich war so ruhig auf den letzten Löchern"

"Das war absolut unglaublich und ich möchte hier an dieser Stelle allem voran meinem engsten Umfeld danken", begann Lowry seine Siegerrede an seine Eltern, Frau und Tochter sowie Betreuer und Caddie Brian Bo Martin gerichtet.

"Was für ein Tag", fasste Lowry zusammen. "Ich konnte es gestern schon gar nicht erwarten, heute hier wieder rauszugehen. Und dann war ich so ruhig auf den letzten Löchern. Als einige hinter uns strauchelten und wegbrachen, konnte ich mich auf Tommy konzentrieren, das half sicher auch etwas und fühlte sich gut an." Nach dieser Woche werden die nächsten Turniere wohl ziemlich langweilig werden und er könne es kaum erwarten, die Claret Jug seinen Eltern zu zeigen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

The greatest walk in golf in front of the greatest fans ?? What a week here in Northern Ireland #TheOpen

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Das Feld vom Winde verweht

Tony Finau unterschrieb eine 71 zu -7 und Rang drei und Lee Westwood kam mit einer 73 auf den mit Brooks Koepka (74) geteilten vierten Platz bei -6. Sechste wurden Robert McIntyre (68), Tyrrell Hatton (69) und Danny Willett (73) und mit einer erfreulichen 66er Runde beendete Titelverteidiger Francesco Molinari die Open 2019 als geteilter Elfter.

Mehr oder weniger bittere Schicksale

Nach einem Socket hatte Henrik Stenson (76, T20) kurzerhand über dem Knie zerlegt. Aber gar nicht so weit geschafft hatten es Stars wie Rory McIlroy (79+65) oder Tiger Woods (78+70) und der deutsche Amateur Matthias Schmid (76+71), der es als Europameister ins Feld geschafft hatte. Während Local Hero McIlroy wie ein Celtic Tiger um den Cut gekämpft hatte, hatte der US-Tiger mit hängenden Schultern eine Turnierpause verkündet. Und der 21-jährige Herzogenauracher zeigte sich erhobenen Hauptes und genoss das Spektakel am Wochenende mit seiner Freundin. Randnotizen waren, dass sich Xander Schauffele mit der R&A nach nicht konformem Driver anlegte und ein anderer Schelte kassierte, weil er zwei Mal Personen traf, ohne Fore zu rufen.

Die British Open des deutschen Amateurs Matthias Schmid Scores der 148. Open Championship Alle News und Infos im Special zur 148. British Open

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