Bild Information: Live dabei: Herzogenaurach schaut The Open, weil Teamkollege Matthias Schmid beim Major mitmischt. Foto: Kirmaier

Schmids Heimatclub im Open-Fieber

British Open
 

Teamkollegen, Trainer, Betreuer – im GC Herzogenaurach verfolgen sie ihren Matthias Schmid live bei der Open Championship.

Plötzlich wird es richtig spannend. Als Matthias Schmid sein zweites Birdie auf Bahn sechs des Royal Portrush GC in Nordirland eintütet, scheint der Cut auf einmal wieder möglich zu sein. Die große Chance, beim letzten Major des Jahres ins Wochenende zu rutschen, ist da. 1700 Kilometer entfernt, im beschaulichen Mittelfranken, sitzen die Bundesliga-Spieler des GC Herzogenaurach auf der Terrasse, packen ihre sieben Sachen und machen sich auf Richtung Indoor-Golf-Center neben der Driving Range. Auf dem Weg dorthin ruft ihnen Coach Craig Miller noch zu: „Matti puttet zum Eagle auf der Sieben!“ Was? Zum Eagle? Der einzige deutsche Teilnehmer bei der Open scheint in der Erfolgsspur zu sein. Was geht da noch?

Der Fernseher im Türmchen neben der Driving Range läuft. Golf auf Sky. Von dort oben hat man einen tollen Blick über die Anlage des GC Herzogenaurach, wo an diesem Wochenende der vierte Spieltag der 1. Bundesliga Süd der Herren ausgetragen wird. Eigentlich sollte Matthias Schmid, den hier alle nur „Matti“ nennen, dabei sein. Aber sein Triumph bei der Europameisterschaft vor wenigen Wochen hatte ihm das Ticket für die British Open beschert. „Davon habe ich immer geträumt“, sagte der 21-Jährige im Vorfeld auf das große Turnier in Nordirland. Schmid schreibt das Birdie auf Bahn sieben und ist auf einmal ganz nah dran am Ticket fürs Wochenende.

Herzogenauracher Delegation in Portrush

Seine Teamkollegen sind begeistert von der Performance ihres großen Stars. „Nach neun Löchern liegt er bei drei unter, das ist super. Er hat bisher keine Fehler gemacht“, erklärt Coach Miller. Der Schotte ist so stolz auf seinen Matti. Dass ausgerechnet Schmid die Chance hat, auf dieser riesengroßen Bühne mitzuspielen, mache ihn so glücklich: „Ein großartiger Junge, der sich wirklich toll entwickelt hat.“ Im Minutentakt erhält Miller Nachrichten auf seinem Handy. Eine Herzogenauracher Delegation begleitet Matthias Schmid auf dem Kurs des Royal Portrush, den Moritz Hermann und Lukay Pany noch von der British Boys aus dem Vorjahr kennen. „Ein richtig geiler Golfplatz“, sagen die beiden jungen Männer aus dem GC Herzogenaurach.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Meeting a proud fan in the championscorner ?? -> now bros on and off the course ????

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Schmid wechselt in seiner zweiten Runde auf die Back Nine. Jetzt wird’s richtig spannend, denn die folgenden Löcher haben es in sich. „Matti hat seinen Drive ins Rough gehauen“, sagt Miller. Der Ticker auf seinem Handy ist schnell. Und dann die frohe Kunde: Schmid behält Kontrolle – und rettet das Par mit einer enorm starken Annäherung. Jubel im Indoor-Center des Heimatclubs. Dann aber ruft Miller auf einmal: „Lost Ball!“ Schmid verzieht seinen Drive auf der Elf, verliert den Ball und kassiert das Triple-Bogey. Aus der Traum vom Cut. Durchgang zwei beendet der Nationalspieler aus dem Golf Team Germany schließlich mit einer 71 und Par. Fünf über nach 36. Für einen Amateur ein achtbares Ergebnis. Cut verpasst, aber wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Schmid einen Schlag vor Woods

Im GC Herzogenaurach sind sie so oder so richtig stolz auf ihren Matti. Natürlich hätten sie ihn für den vierten Spieltag der KRAMSKI Deutsche Golf Liga gerne dabei gehabt. Zumal es ein Heimspiel ist. „Aber er spielt bei der Open, das ist sicher weitaus wichtiger“, sagen die Teamkollegen. Jeder hier gönnt ihm das. Ein Herzogenauracher bei einem Major – das ist außergewöhnlich genug. Nach zwei aufregenden Tagen steht fest: Matthias Schmid macht bei der 148. Open Championship 147 Schläge – einen weniger als Tiger Woods, der ebenfalls den Cut verpasst. Im GC Herzogenaurach gehen sie zur Tagesordnung über. Vorbereitung auf Spieltag vier der KRAMSKI Deutsche Golf Liga. Matthias Schmid wird nicht dabei sein und doch ist er irgendwie so präsent wie nie zuvor.

Thomas Kirmaier

Das sagt Matthias Schmid nach Runde zwei

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