Bild Information: Bernhard Langer (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Fortschritt für Langer

British Open
 

32 British Open: Langer bleibt Deutschlands erfolgreichster Golfer 

"Langer, der Zeitlose", lautet der Kommentar eines Fans am ersten Tee Samstag morgen um kurz vor elf, als Bernhard Langer seine dritte Runde bei der British Open im schottischen Carnoustie startet. "Total präzise, macht wenig Fehler und er lässt den Ball auch noch gut rollen", analysiert ihn der Ex-Champion Darren Clarke, der neben Langer die Runden eins und zwei bestritt. Der Nordire allerdings verbringt den Samstag als Fernsehkommentator, während der 60-Jährige Deutsche in der dritten Runde mit nur 68 Schlägen zum Gesamtstand von eins unter Par weiter seinen Ruf ausweitet, ein Unikum dieses Sports zu sein. Zur Mittagszeit hat er sich an einem Tag mit hervorragenden Spielbedingungen unter die Top 35 des Feldes vorgearbeitet und ist mit seiner Leistung trotzdem nicht ganz zufrieden: Ein Bogey aufgrund von drei Putts war unnötig und überhaupt: Er hat seiner Ansicht nach da draußen auf dem Platz, auf dem am Samstag eine tiefe Runde nach der anderen geschossen wird, noch reichlich Birdies liegen gelassen. 

60 Jahre - und fitter als die 30-Jährigen

"Sind Sie eine Ausnahmeerscheinung?", fragte ihn am Freitag ein Reporter. "In gewisser Weise schon", lautete die Antwort – und wie immer bei dem Deutschen kommt so eine Antwort nicht überheblich an, sondern sachlich. Die Person Bernhard Langer hat über die Jahre gelernt, ganz nüchtern den Spieler Bernhard Langer zu betrachten. Ist er der beste 60jährige Spieler der Welt? Nein, sagt Langer, wenn Fred Couples nicht solche Rückenprobleme hätte, könnte er genauso gut spielen wie er. Aber der Amerikaner Couples laboriert, so wie ein Großteil aller ehemaligen Weltklassespieler, an seinem Körper herum, und wird deshalb Langer die Rolle des besten Seniors im Feld auch bei dieser British Open nicht streitig machen.

"Tut Ihnen nie etwas weh?", wollen die Journalisten von ihm wissen. "Doch jeden Tag und ständig mehr", lautet die Antwort mit einem leisen Lachen. Aber wer diesen Mann von hinten im Golfshirt betrachtet, sieht Muskeln und einen Körperbau, der so manchen Studio-gestählten Youngster neidisch machen würde. Erst wenn er sich umdreht, näher kommt und all’ die kleinen Falten im tiefbraunen Gesicht erkennbar werden, wird klar: Der Mann ist tatsächlich 60. Und der Wunsch, mit 60 ähnlich fit zu sein, vermischt sich mit der frustrierenden Erkenntnis, dass Langers Fitness das Ergebnis eines rigiden, jahrzehntelangen Trainingsprogramms ist und man selbst wohl längst den Zug verpasst hat.

Perfekter Birdie-Start in den Samstag

Langer beginnt die Runde an diesem Samstag mit einem Birdie: Ein kleiner Schlag mit dem Hybrid vom ersten Abschlag, ein Eisen hinterher, ein längerer gelochter Putt. Sehr unaufgeregt, sehr wirkungsvoll. Das geht so dahin, nach sieben Löchern hat er zwei Birdies gespielt und alle Grüns "in regulation" getroffen. Nur ein Bogey an Bahn 9 stört ein wenig die erste Häfte der Runde. "Ich habe viele aus der Weltspitze geschlagen und noch nicht einmal mein bestes Golf gespielt", analysiert der Deutsche sein eigenes Spiel bei dieser Open. Sein Course Management ist außergewöhnlich, die Basis seines Erfolgs.

 

Thanks to everyone working around Carnoustie to make The Open as special as it is ??

Ein Beitrag geteilt von The Open (@theopen) am

Zum 32mal ist Langer bei diesem Turnier am Start. 1981 und 1984 war er Zweiter, 1985, 1986, 1993 und 2001 Dritter. Irgendwie hat es nie für den Titel gereicht. Daran wird sich auch an diesem Wochenende nichts ändern. Langer müsste zwei ideale Runden erwischen, um tatsächlich vorne mitzuspielen. Seine 68 Schläge vom Samstag sind ein exzellentes Ergebnis, aber bei wenig Wind und viel Sonne sind an diesem Tag die Runden unter 70 inflationär. Justin Rose setzt mit 64 Schlägen früh das Maß der Dinge, an dem sich im Laufe des Tages die Konkurrenz orientiert. 

Langer interessiert das Spiel der anderen generell wenig. Dinge, die er nicht beeinflussen kann, perlen an ihm ab. Sein Plan für diesen Samstag ist einfach. Er wird sich langsam nach vorne spielen von seinem 52. Platz. Geduldig, zielstrebig. Er wird sich die Chancen erspielen und dann auf den Putter hoffen. Das macht er seit 1972, seinem ersten Profijahr, so. Es ist ein Erfolgsrezept, um das ihn viele beneiden. 

Livescoring der British Open Martin Kaymer verpasst den Cut

Anhänge


Anzeige
Anzeige
Weiterhin in Topform: Laura Fünfstück vom GC Neuhof (Foto: LET/Tristan Jones) Weiterhin in Topform: Laura Fünfstück vom GC Neuhof (Foto: LET/Tristan Jones)

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Fünfstück in Saudi Arabien wiede...

Laura Fünfstück hat auch bei der Premiere der LET in Saudi Arabien mit Platz ...

weiterlesen
Tiger Woods und Bernhard Langer (Photos by Getty Images) Tiger Woods und Bernhard Langer (Photos by Getty Images)

Tour-Rückblick

Woods' Tiefpunkt, Langers Höhepu...

Abseits von Dustin Johnsons Masters-Sieg verzweifelt Tiger Woods an einem Bac...

weiterlesen
Bernhard Langer (Photo by Rob Carr/Getty Images) Bernhard Langer (Photo by Rob Carr/Getty Images)

Masters

Langer Birdie-Putt und unglaubli...

Langer, Woods und Peyton Manning: Die Bilder vom dritten Masters-Tag.

weiterlesen
Bernhard Langer (Photo by Mercedes-Benz) Bernhard Langer (Photo by Mercedes-Benz)

Masters

"Das bedeutet mir viel!"

Im Mercedes-Benz-Interview spricht Bernhard Langer über seinen Alters-Rekord ...

weiterlesen