Bild Information: Jordan Spieth Final Day (Photo by GettyImages/Dan Mullan)

Gewinner und Verlierer der British Open 2017

British Open
 

Jordan Spieth zeigt der Golfwelt am Finaltag in Birkdale alles, was der Golfsport zu bieten hat und vollführt eine Achterbahnfahrt. Doch es gab noch andere Geschichten beim dritten Major des Jahres.

Southport, England - Auch das dritte Major des Jahres hat den Sprung in die Geschichtsbücher geschafft. Ein Sieger, der zwischenzeitlich alles unternahm, um nicht zu gewinnen, ein doppelt bestohlener Schwede und eine Nummer eins mit Wurm. Die Gewinner und Verlierer der Britisch Open 2017.

Jordan Spieth

Was Mitte der Runde nach einem phänomenalen Einbruch aussah, drehte Jordan Spieth mit einem Schlussspurt in seinen dritten Major-Titel. Als wäre er nicht vier über Par gelegen, als hätte er nicht zwischen den Equipment-Trucks gelegen, als hätte er nicht jeden Winkel des Platzes besucht. Wer nach diesem Start mit drei Birdies und einem Eagle auf den letzten fünf Bahnen zurückkehrt, hat die Claret Jug verdient.

Bis auf jene 13 Löcher am Samstag zeigte sich Spieth so, wie man ihn seine anderen beiden Major-Titel gewinnen sah. Putts, die wie an der Schnur gezogen ins Loch laufen, ein kurzes Spiel zum Zunge schnalzen und Präzision mit den Wedges, die ihresgleichen sucht. Der Amerikaner ist der jüngste Open-Sieger seit Seve Ballesteros und auf den Spuren ganz Großer unterwegs. Nur Jack Nicklaus brauchte weniger Major-Teilnahmen, um drei der größten Turniere des Golfsports zu gewinnen.

Matt Kuchar

Er hätte die Geschichte der Premierensieger bei den Majors fortsetzen können und wie bei Henrik Stenson vor einem Jahr hätte es wohl niemanden gegeben, der ihm diesen Erfolg nicht gegönnt hätte. Doch Matt Kuchar ist auch nach diesem Wochenende noch kein Major-Champion. Er hat nichts falsch gemacht, außer zur falschen Zeit in einen Spieler zu laufen, der auf den letzten fünf Löchern nicht zu stoppen war. Von Nichts und Niemandem.

Henrik Stenson

Als Henrik Stenson Anfang der Woche die Claret Jug zurückgeben musste - und ja, musste ist der einzig treffende Ausdruck, denn freiwillig tat er es nicht -, wirkte der Schwede als müsste er eines seiner Kinder für immer abgeben. Sportlich lief die Zurückgewinnungskampagne besser als so manch andere Titelverteidigung, jedoch muss Stenson ganze zwölf Monate warten, bis er wieder die Chance bekommt, seine Claret Jug zurückzuerobern. Was der Major-Sieger so schnell nicht wiederbekommen wird, sind seine Kleider. Stenson wurde Opfer von Einbrechern, die in sein Haus einstiegen als er auf der Runde war. "Sie müssen gewusst haben, dass ich auf der Runde war". Zwar verlor Stenson seine Kleidung Uhren und andere Wertgegenstände, seinen Humor jedoch nicht: "Wenn Sie jemanden sehen sollten, der meine Kleidung trägt, fragen Sie ihn doch bitte, wo er gestern um zwölf Uhr gewesen ist". Das ist Stil.

Branden Grace

Historisch. Kein anderes Wort trifft auf das zu, was Branden Grace am Samstag gelungen war. 62 Schläge benötigte der Südafrikaner auf seiner Runde, nie hatte jemand bei einem Major-Turnier weniger gebraucht. Dass er diesen Schub nicht am Finaltag nutzen konnte, ist ärgerlich, aber den Platz in den Geschichtsbüchern hatte Grace sowieso schon sicher.

Die British Open

Ja, alle vier Major-Turniere haben ihren Reiz. Aber geht es besser als die British Open? Da kann die USGA für die US Open noch so schwere Plätze auswählen, es geht doch nichts über eine britische Kaltwetterfront, die Ergebnisse in die Höhe und den Spielern Regen ins Gesicht bläst. Links-Golf ist toll zum Anschauen, vor Ort und am Fernseher. Ursprünglich, kreativ, mit Höhen und Tiefen - so wie der Golfsport an sich. Es gibt Gründe, warum sich das älteste Major schlicht „The Open“ nennt.

Tommy Fleetwood

Endlich hatten die Engländer wieder einen Top-Spieler. Einer, dem Chancen zugesprochen wurden, die Claret Jug mal wieder nach Hause zu holen. Und in besserer Form als Tommy Fleetwood zur British Open angereist war, muss man erstmal sein. Doch es wurde nicht Platz eins, sondern Platz 27, ohne je eine Chance gehabt zu haben. Die Engländer müssen weiter warten.

Dustin Johnson

Man will sich gar nicht ausmalen, wie die drei Majors dieses Jahres verlaufen wären, wäre Dustin Johnson in der Masters-Woche nicht auf diesen Stufen ausgerutscht. Denn seitdem ist bei der Nummer eins der Welt gehörig der Wurm drin. Es will nicht so laufen wie es das zu Beginn des Jahres tat. Als er Turniere im Schlaf gewann und die Konkurrenz erst dann selbstbewusst wurde als sicherstand, dass er eine Woche Urlaub machen würde.

Doch dieser Wurm, der war auch in Birkdale zu sehen. Nach verhaltenem Start ließ der Longhitter sein Können mit einer 64 am Moving Day aufblitzen, nur um am Finaltag eine 77 zu schnüren. Es gab schon besser gelauntere Menschen auf dem 18. Grün. Jordan Spieth zum Beispiel.

Das Leaderboard der 146. British Open

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